Tennisturnier

Burgfarrnbach statt Barcelona: Volkholz gewinnt die Senior Open

21.9.2021, 06:00 Uhr
Szene aus dem Endspiel der Herren 40-Konkurrenz: Steffen Neumann (NHTC Nürnberg) im Hintergrund wartet auf den Return von Fabian Hinkmann (TC Herzogenaurach)

Szene aus dem Endspiel der Herren 40-Konkurrenz: Steffen Neumann (NHTC Nürnberg) im Hintergrund wartet auf den Return von Fabian Hinkmann (TC Herzogenaurach) © Frank Kreuzer, NN

Wenn man im Tennissport von einem Senioren-Turnier spricht, sollte man sich nicht nur Menschen mit grauem oder sehr gelichtetem Haar vorstellen, sondern eher topfitte Sportler und Sportlerinnen, die bis ins hohe Alter auf dem Court jedem Ball hinterherjagen. Weil der sportliche Seniorenbereich schon mit dem Alter von 30 Jahren anfängt, könnten sich manche Teilnehmer durchaus mit der jüngeren Konkurrenz messen.

Dafür sagt er sogar einen Junggesellenabschied ab

Genauso ein Senioren-Turnier gab es am Wochenende auf den Plätzen des TSV 1895 Burgfarrnbach und des SC Obermichelbach, die "Thomas Sommer Senior Open 2021". In den Altersstufen von 30 bis 70 bei den Herren und von 30 bis 65 bei den Damen kämpften knapp 100 Tennisbegeisterte um ein Gesamtpreisgeld von 4800 Euro.

Sieger der Herren 30-Konkurrenz: Dino Volkholz.

Sieger der Herren 30-Konkurrenz: Dino Volkholz. © Frank Kreuzer, no credit

Turnierdirektor Patrick Pröll hätte gerne mehr Anmeldungen entgegengenommen, aber einmal mehr verhinderte Corona eine größere Veranstaltung. Wegen der Pandemie musste der Deutsche Tennisbund die Regionalligameisterschaften und die WM just auf dieses Wochenende verlegen, weswegen viele Spieler dort gebunden waren. "Vor einer Woche hatten wir nur 45 Anmeldungen, also sind wir jetzt ganz zufrieden. Auch andere Turniere mussten durch die ungünstige Terminlage auf die Hälfte ihrer sonstigen Teilnehmer verzichten," sagt Pröll. Durch die reduzierte Spieleranzahl fiel der geplante dritte Spielort beim SV Puschendorf aus, dafür stellte der Verein mit Tobias Eichner den Oberschiedsrichter.

"Im Moment spiele ich wohl mein bisher bestes Tennis"

Bei den jeweiligen Alterskonkurrenzen gab es packende Begegnungen, am Ende aber auch fast keine Überraschungen. In die Finals stürmten vor allem die topgesetzten Spieler und Spielerinnen. Bei der Damen 30 setzte sich Titelverteidigerin Romina Keck (TC Burgberg in Württemberg) gegen die an Eins gesetzte Nadine Kommender (PTC Rot-Weiß Potsdam) durch, die die weiteste Anreise aus Brandenburg auf sich nahm. 6:2 6:0 hieß es am Ende deutlich für Keck.

Bei der "jüngsten" Herrenkonkurrenz gewann ebenfalls der Vorjahressieger. Lokalmatador Dino Volkholz aus Vach triumphierte wie im Vorjahr. Im Finale besiegte er Björn Hippenstiel (TC Herzogenaurach) mit 6:3 6:1. Es war nicht sein erster Erfolg in diesem Jahr, im August hatte er schon des ITF Seniors 700-Turnier in Bad Füssing für sich entscheiden können. Volkholz begann mit dem Tennis im Alter von zehn Jahren bei der Spielvereinigung Greuther Fürth. Der Spaß an diesem Sport habe ihn nie verlassen, auch wenn er in der Jugend in keiner Kaderauswahl stand.

"Im Moment spiele ich mit 31 Jahren wohl mein bisher bestes Tennis", sagt der Spieler des NHTC Nürnbergs, der Verein, der normalerweise für seine Hockeymannschaften bekannt ist. "Um heuer am Turnier teilnehmen zu können, habe ich sogar auf einen Junggesellenabschied eines Freundes in Barcelona verzichtet".

Sein Trainer, Stefan Pröll, vom ausrichtenden TC Schwadermühle, wird das mit Freude gehört haben. Das Interesse am Tennis hat er auch auf seine Freundin übertragen und so konnte er sie überzeugen ihn demnächst zu einem Turnier auf Mallorca zu begleiten. Die Aussicht auf ein paar Sonnentage auf der Urlaubsinsel dürften dabei keine unerhebliche Rolle gespielt haben. Und so kommt er ein paar Kilometer südlich von Barcelona doch noch in den Genuss eines Spanienurlaubs.

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