Donnerstag, 20.02.2020

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Der Club auf Schalke: Engagiert gespielt, verdient verloren

Nürnberg kassiert die Gegentreffer 25 bis 29 und bleibt dennoch positiv - 25.11.2018 15:31 Uhr

Tim Leibold und Daniel Caligiuri begegneten sich mehrmals. Das Duell auf der Außenbahn entschied der Schalker mit drei Torvorlagen klar für sich. © Sportfoto Zink


Christian Mathenia und Fabian Bredlow sind in diesen Wochen nicht zu beneiden. Die beiden Torhüter des 1. FC Nürnberg wechseln sich aus verschiendenen Gründen mittlerweile regelmäßig ab zwischen den Bundesliga-Pfosten und somit auch in der unter Ballfängern eher unbeliebten Übung des Hinter-sich-Greifens. Drei Mal drehte sich Bredlow am Sonnabend um und fischte die Kugel unter schmerzhafter Begleitung der Schalker Tormusik aus dem eigenen Netz und damit einmal öfter als Kollege Mathenia, der kurz vor der Pause verletzungsbedingt raus musste.

29 Gegentreffer hat der FCN in nun zwölf Partien kassiert. Rechnet man diesen Schnitt hoch auf die gesamte Spielzeit - ein zu diesem Zeitpunkt genauso unzulässiger Schluss wie interessantes Gedankenspiel - stünden zum Rundenende satte 82 Einschläge zu Buche. Der Wert eines Absteigers, keine Frage. Ganz so düster muss kein Club-Anhänger die Fußballwelt malen, der Trainer und die Profis tun das ohnehin nicht. 

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Mega-Choreo beim Fan-Fest: Schalke serviert den Club ab

Das Abendspiel der Bundesliga lag ganz im Zeichen der Fanfreundschaft zwischen Schalke und dem FCN. Einer außergewöhnlichen Choreographie zu Beginn des Spiels, folgt eine rasante Partie mit insgesamt sieben Toren. Dass fünf davon auf das Konto der Schalker gehen, trübt den Abend aller, die es mit dem Club halten. Hier kommen alle Bilder zur 2:5-Auswärtsniederlage:


Von einem "guten Auswärtsspiel" sprach Kapitän Hanno Behrens nach den fünf Gegentoren, Kollege Federico Palacios hat immerhin "ein ordentliches Spiel" gesehen. Die Berufsfußballer bezogen sich in ihren Aussagen auf das mitunter tatsächlich erfrischend flotte Offensivspiel, das bei konsequenterer Chancenverwertung sogar zu mehr als zwei eigenen Treffern hätte führen können. 

Allerdings hätte sogar die doppelte Torausbeute an diesem Samstagabend nicht gereicht, denn im Nürnberger Spiel fehlte schlichtweg: die Balance. So flott die Weinroten nach vorne umschalteten, so instabil stand das Konstrukt in der Defensive. In Kombination mit den individuellen Fehlern (Mathenia vor dem ersten Schalker Tor, Bauers unnötiger Platzverweis) bot das eine tödliche Konstellation für tapfer kämpfende, letztlich aber doch unterlegene Nürnberger.

Verdient unterlegene Nürnberger, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt. 20 Schalker Torschüssen standen zwölf Club-Versuche gegenüber. Sowohl bei den Zweikämpfen (57 Prozent) als auch beim Ballbesitz (56 Prozent) hatten die Hausherren die Hosen an, sie erspielten sich zudem mehr Eckbälle (7:2) und mussten seltener zu Fouls greifen (7:15). Lediglich bei der Laufleistung agierte der Club auf Augenhöhe.

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Schwache Noten trotz tapferem Fight: Club-Zensur zum Schalke-Spiel!

Die Fans beider Lager gaben vor und während dem Spiel alles: Der Club ist auf Schalke zu Gast und feiert mit seinen Freunden aus dem Pott auf den Rängen eine Fußball-Party. Zählbares gab es als Geschenk für den Heimweg allerdings nicht: 2:5 hieß es am Ende aus fränkischer Sicht. Dann waren Sie gefragt: Wir wollten von Ihnen wissen, wie Sie den Auftritt des FCN bewerten. Und hier ist die Auswertung:


Vor dem Spiel hatte Trainer Michael Köllner von sich und seiner Mannschaft gefordert, "die Punkte, die man zu Hause liegengelassen hat, an einem Ort zurückzuholen, wo vielleicht keiner mit uns rechnet." Gelsenkirchen wäre so ein Ort gewesen. Und mit München und Mönchengladbach folgen noch vor der Winterpause weitere. Umso mehr schmerzt die unnötige Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart.

Peter Schulze-Zachau Online-Redakteur E-Mail

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