Freitag, 22.11.2019

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Der Kapitän und der Referee: Reimers finnischer Freund

Beim 1:5 in Augsburg ärgert sich Nürnberg auch über den Schiedsrichter - 15.10.2019 11:43 Uhr

Sieben Spiele ohne Torerfolg: Patrick Reimer. © Sportfoto Zink / ThHa


Aleksi Rantala war der Mann, der das wichtigste Tor in der Karriere von Patrick Reimer anerkannte, vier Tage danach schickte er Reimer auf die Strafbank - im Finale um die Goldmedaille von Pyeongchang. Und genau das machte er eineinhalb Jahre danach am Sonntagabend in Augsburg ein weiteres Mal, weil Reimer seinen Gegenspieler mit dem Schläger touchiert hatte. Rantala aber entschied auf Stockschlag. Die Ice Tigers durften nur noch zu dritt weiterspielen, Augsburg wie vorgesehen mit fünf Mann und weil Will Acton den Puck dem Augsburger Kanonier Braden Lamb auflegte, statt ihn in hohem Bogen aus dem Drittel zu befördern, war das schwäbisch-fränkische Derby mit dem 3:1 in der 55. Minute entschieden.

"Meinen finnischen Freund", so nennt Reimer Rantala lächelnd, weil der Zufall die beiden immer wieder zusammenführt, in der Verlängerung des olympischen Viertelfinales gegen Schweden, als der finnische Schiedsrichter verkünden durfte, dass Reimer zuvor regulär getroffen hatte, im Finale und im DEL-Alltag.

Frust und keine Lockerheit 

Reimer reagierte schimpfend und lächelnd auf die Strafe, es war seine zweite in der Schlussphase eines Spiels, das die Ice Tigers zuvor lange Zeit kontrolliert hatten. Der Frust des Kapitäns galt sicherlich dem Schiedsrichter, vielleicht aber auch seiner eigenen Leistung. Wie alle Nürnberger überzeugt Reimer defensiv und läuferisch, in der Offensive scheint es ihm an Fortune und Lockerheit zu fehlen. Beim 4:0 gegen Köln hatte Reimer seinen ersten Saisontreffer erzielt, sieben volle Spiele sind seitdem vergangen - ohne einen weiteren Torerfolg, mit lediglich einer Vorlage, trotz einer Eiszeit von durchschnittlich 20 Minuten und 29 Schüssen aufs Tor. Insgesamt hat es Reimer 49-mal probiert, ligaweit findet sich niemand, der mehr schießt.

Reimers Erfolgsquote liegt allerdings auch nur bei 2,0 Prozent. So lange Torjäger Chancen haben, heißt es im Eishockey, müsse sich niemand Sorgen machen. Inzwischen aber glaubt man, Reimer die Verunsicherung anzusehen. In Augsburg endete die Siegesserie der Ice Tigers, das Spiel mit einem 1:5 und einem Handschlag zwischen Reimer und seinem finnischen Freund.

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