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"Do or Die" im Pokal-Viertelfinale: Bamberg reist nach Braunschweig

Broses Basketballer müssen ihren "Letztes-Viertel-Komplex" ablegen - 13.12.2019 15:26 Uhr

"Pokalspiele sind immer etwas Besonderes": Christian Sengfelder will gegen Braunschweig die Negativserie brechen und mit Bamberg als Titelverteidiger eine Runde weiterkommen. © Nicolas Armer


Seit wettbewerbsübergreifend vier Spielen warten Headcoach Roel Moors und seine Mannschaft auf ein Erfolgserlebnis, da kommt so ein "Alles oder Nichts"-Spiel eigentlich zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Bei den vier Niederlagen fiel vor allem auf, dass Bamberg zum einen ein Problem hat, Spiele frühzeitig zuzumachen, zum anderen rutscht das Team insbesondere im Schlussviertel immer wieder aus dem System und verliert somit komplett seinen Rhythmus.

So auch am vergangenen Dienstag geschehen: Gegen ERA Nymburk in der Champions League lagen die Oberfranken im Spielverlauf insgesamt drei Mal zweistellig in Führung und gaben diese immer wieder aus der Hand. Hinzu kam dann erneut ein schwaches Abschlussviertel mit nur neun erzielten Punkten und schon stand man am Ende wieder mit leeren Händen da.

Aus der Krise ins Pokal-Halbfinale

"Für uns ist wichtig, dass wir es endlich schaffen, unser Spiel konstant über 40 Minuten aufs Parkett zu bringen", hofft Übungsleiter Roel Moors auf eine Leistungssteigerung seines spielenden Personals. Diese wird in Braunschweig auch von Nöten sein, will man die Chance, seinen Titel zu verteidigen, weiter am Leben erhalten und ins Pokal-Halbfinale einziehen. "Pokalspiele sind immer etwas Besonderes. Es ist der erste Titel der Saison, der zu vergeben ist. Außerdem sind wir Titelverteidiger, daher wollen wir natürlich eine Runde weiterkommen", gibt auch Christian Sengfelder, für den es seit seinem Wechsel nach Bamberg im Sommer die erstmalige Rückkehr nach Braunschweig ist, eine klare Zielsetzung vor.

Genau wie Bamberg geht auch Braunschweig mit einer vier Spiele andauernden Negativserie in das Pokal-Duell. Nach fünf Siegen aus den ersten sechs Saisonspielen – darunter der Erfolg im Achtelfinale in Ludwigsburg – kam der Bruch. Seit dem 3. November warten die Niedersachsen schon auf Sieg Nummer sechs.


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In den letzten Wochen gab es in Bayreuth, in Vechta, in Ludwigsburg und zuletzt am Wochenende Zuhause gegen die Hamburg Towers nur Pleiten. Gegen den Aufsteiger verschliefen die Okerstädter das erste Viertel nahezu komplett, lagen nach zehn Minuten bereits mit 18:32 in Rückstand. Zwar folgte anschließend die große Aufholjagd, doch es reichte nicht mehr für den doppelten Punktgewinn. Auch vier Akteure mit zweistelliger Punktausbeute konnten daran nichts mehr ändern.

Trotz Eatherton: Ausgeglichenheit als Löwen-Stärke

In den Spielen ist bei den Löwen die Offensive weniger das Problem. Zwar hat die Mannschaft von Neu-Headcoach Pete Strobl im Vergleich zu Bamberg die schlechteren Trefferquoten (51,1:47,3 aus dem Feld / 40,1:30,5 aus dem Dreierland), dennoch erzielen die Braunschweiger mit im Schnitt 89,9 Punkten 4,4 mehr als die Bamberger. Der Grund für die starke Löwen-Offensive ist die Ausgeglichenheit: Angeführt von Scott Eatherton, der mit 17,1 Punkten pro Partie bester Angreifer der Hausherren ist, kann Pete Strobl insgesamt auf ein Quintett an Spielern bauen, die regelmäßig zweistellig scoren.

Eigentlich wäre es sogar ein Sextett, doch die Verantwortlichen des Tabellenzehnten gaben am Freitagvormittag mit sofortiger Wirkung die Trennung von Kostja Mushidi bekannt und führten dazu disziplinarische Gründe an. Damit fehlen der Löwen-Offensive durchschnittlich 11,6 Zähler. Gelenkt wird Braunschweigs Angriffsmaschine in erster Linie von Trevor Releford, der pro Partie 6,4 direkte Korbvorlagen gibt. Unter dem Korb räumt Big Man Eatherton mit 8,6 Rebounds (Liga-Bestwert) auf.

"Sie haben eine sehr ausgeglichene Mannschaft, die vor allem Firepower besitzt. Man darf sie nicht ins Laufen kommen lassen", kennt Roel Moors die Stärken der Braunschweiger. Der Belgier weiß daher natürlich auch, dass "Scott Eatherton einer ihrer Schlüsselspieler ist. Aber wir dürfen nicht den Fehler machen und uns alleine auf ihn zu fokussieren."

Nach dem Pokal-Modus muss Brose Bamberg gleich wieder in den internationalen Modus schalten. Bereits am Sonntag startet die Reise ins kalte Russland, genauer gesagt nach Novgorod. Dort treten die Oberfranken am Dienstag zum letzten BCL-Spiel 2019 bei Nizhny Novgorod an.

Benjamin Strüh

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