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Ex-FCN-Spieler Manuel Bihr ist glücklich in Thailand

Vom Valznerweiher nach Bangkok: 27-Jähriger spielt im Land seiner Mutter - 06.04.2021 06:00 Uhr

Den Schritt, nach Thailand zu wechseln, habe ich nie bereut: Manuel Bihr (links) im Trikot von Bangkok United.

26.03.2021 © Foto: privat


Malaysia, Indonesien, Osttimor: Was nach einer Kreuzfahrtroute durch den Indischen und Pazifischen Ozean klingt, sind tatsächlich die Länderspiel-Gegner von Manuel Bihr. Mit 22 wagte der ehemalige Spieler des 1. FC Nürnberg das Abenteuer Thailand, und dort hat der heute 27-Jährige mittlerweile sein Glück gefunden.

Folge 89: Glück aus der Distanz

Mit 19 Jahren wechselte Bihr 2012 aus der A-Jugend des VfB Stuttgart an den Valznerweiher zu den Amateuren des Clubs, für die er 58 Regionalliga-Spiele meist als Innenverteidiger bestritt und kämpfte unter Trainer Dieter Hecking um einen Platz bei den Profis. Zwar schaffte er es in dieser Spielzeit dreimal in den Kader, zum Einsatz kam er allerdings nicht.

"Nur gute Erinnerungen an den Club"

Das änderte sich in der Saison 2013/14, als er in der zweiten Bundesliga immerhin sechsmal in der Startelf stand und zweimal eingewechselt wurde. "Ich habe nur gute Erinnerungen an den Club. Ich durfte dort Bundesliga-Luft schnuppern, zwar nur auf der Bank, aber trotzdem war es unglaublich. Dann gab es ein paar Einsätze in der zweiten Liga, nicht auf meiner Lieblingsposition, aber damals war es mir egal, wo ich spiele. Mein persönliches Highlight war der 1:0-Heimsieg gegen RB Leipzig."

2015 zog es ihn dann weiter zu den Stuttgarter Kickers in die dritte Liga, der Kontakt zu ehemaligen Club-Kollegen wie Max Dittgen, der mittlerweile beim FC Sankt Pauli spielt, und Ivan Knezevic (heute SpVgg Bayreuth), besteht aber bis heute. In Stuttgart hielt es Bihr nur eine Spielzeit, dann wartete das große Abenteuer auf ihn. Nach dem Abstieg der Kickers war er auf Vereinssuche, als ein spannendes Angebot hereinflatterte: "Aufgrund meiner Wurzeln – meine Mutter ist Thailänderin – bot mich mein Agent den dortigen Top-Teams an. Ein paar Tage später schon saß ich dann im Flieger nach Bangkok, um meinen Vertrag bei Bangkok United zu unterschreiben."

Einfache technische Fehler

Schnell entwickelte er sich dort zum Stammspieler und passte sich der neuen Art des Fußballspielens an. Auch das Klima bedurfte einer Umstellung, zugute kam ihm allerdings, dass er mit Alexandre Pölking einen deutschen Trainer hatte, der zuvor als Assistent von Winnie Schäfer gearbeitet hatte.

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In der Regel wird in der Liga vor 5000 Zuschauern gespielt, und den Spielstil beschreibt Bihr als weit weniger physisch als in seiner deutschen Heimat. "Technisch liegen die Länder nicht weit auseinander, ich war überrascht, auf welch hohem Niveau in Thailand gespielt wird. Der größte Unterschied liegt wohl im Taktischen, da die Spieler nicht die gleiche Ausbildung wie in Deutschland erfahren. Auch nach fünf Jahren verstehe ich manchmal nicht, welch einfache Fehler gemacht werden." Gerne würde er mal gegen einen deutschen Zweitligisten testen, um das Leistungslevel noch besser einschätzen zu können.

Autogramme auf der Straße

Durch seine starken Leistungen rückte er auch in das Blickfeld von Nationaltrainer Milovan Rajevac, und 2017 feierte er im Freundschaftsspiel gegen Kenia sein Debüt. Die Nationalmannschaft besitzt hohes Ansehen im Land, in wichtigen Spielen wird vor vollem Haus gespielt. Seit seinem Debüt wird er auch durchaus auf den Straßen Bangkoks erkannt und um Autogramme gebeten. Bisher kommt Bihr auf zehn Länderspiele, zuletzt im November 2019 im WM-Qualifikationsspiel gegen Vietnam.

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"Den Schritt, nach Thailand zu wechseln, habe ich nie bereut, ganz im Gegenteil, ich denke, es ist das Beste, was mir passieren konnte." So lautet Bihrs Fazit nach nun beinahe fünf Jahren in Asien. Auch nach der Karriere will er seiner Wahlheimat und der Fußballbranche treu bleiben. Den 1. FC Nürnberg kann er wegen der Zeitverschiebung zwar nicht mehr live verfolgen, die Ergebnisse checkt er aber weiterhin sofort nach dem Aufstehen und hofft, sich bald wieder über mehr Erfolge seines Ex-Vereins freuen zu können, bei dem er einst seine ersten Schritte als Profi gemacht hat.


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MARTIN ROSER

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