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Fehleinkauf beim FCN? Als Hobsch zum Aufstiegshelden mutierte

Mai 2001! Der Ex-Sturmtank gibt Andreas Pöllinger seine Mainz-Erinnerungen wieder - 06.05.2020 11:41 Uhr

"In der Mannschaft habe ich mich wohlgefühlt": Bernd Hobsch (rechts) feierte im Mai 2001 mit den Kollegen Armin Störzenhofecker und Sven Günther den Aufstieg. Kein halbes Jahr später sortierte FCN-Coach Klaus Augenthaler das Trio aus, dem er bereits zuvor nur selten sein Vertrauen geschenkt hatte. © dpa


"Klar habe ich mich gefreut", kommentiert Bernd Hobsch den Heimerfolg gegen Mainz, der Nürnbergs Wiederaufstieg an diesem 6. Mai 2001 amtlich macht. Sein zerrüttetes Verhältnis zu FCN-Coach Klaus Augenthaler kann aber auch der gemeinsame Glücksmoment nicht kitten. "Ich weiß nicht mehr, von wem das Zuspiel kam", gesteht der Mann, dessen Treffer dem Club am 32. Spieltag 62 Punkte und damit vorzeitig die Rückkehr in die Eliteklasse sichert. Die Szene hat der damals selten berücksichtigte Sturmtank nicht präsent. Wohl aber, dass er sich wunderte, dass Augenthaler, "bei dem ich meist der Dumme war, mich überhaupt eingewechselt hat".

Lediglich drei Kurzeinsätze stehen bis dahin für den heute 51-Jährigen in dieser Club-Saison zu Buche. Dauerreservist oder Transferflop steht auf den Etiketten, die man Hobsch auf die breite Stirn geheftet hat. Doch in der 84. Minute, keine 120 Sekunden auf dem Feld, druckt er neue: Glücksgriff, Aufstiegsheld. Bezeichnungen, mit denen Hobsch wenig anfangen kann. "Durch mein Tor haben wir es an diesem Tag geschafft, sonst wären wir später aufgestiegen." Die Auflösung: Von Stoicho Stoilov in Szene gesetzt, lässt der bullige Angreifer Vjekoslav Skrinjar und Peter Neustädter an diesem schönen Mai-Tag stehen und knallt den Ball kernig in den Winkel.               

"In der Mannschaft habe ich mich wohlgefühlt", sagt Hobsch im Gespräch mit nordbayern.de vor einigen Jahren. Über sein Verhältnis zu den FCN-Verantwortlichen spricht er indes ungern. Im Oktober 2001 wird er in den B-Kader verbannt, mit sechs Leidensgenossen von Edgar Geenen als "Abschaum" und "Lepra" beschimpft. Als Spieler, denen Nürnbergs damaliger Manager gerne "in die Fresse hauen" würde. Im November 2001 löst Hobsch seinen Vertrag mit dem Club. Zuvor hat er vergeblich versucht, über das Arbeitsgericht die Rückkehr in den Profi-Trainingsbetrieb des 1. FC Nürnberg zu erwirken. Am 6. Mai 2001 - im Heimspiel gegen Mainz - hat sich Hobsch dennoch gefreut.  

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