66:69 gegen Estland

Fehlstart für das deutsche Basketballnationalteam in Nürnberg

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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25.11.2021, 20:59 Uhr
Voller Einsatz, wie immer: Basti Doreth (mit Bart) im Bodenkampf mit Rain Veideman und Christian Sengfelder.

Voller Einsatz, wie immer: Basti Doreth (mit Bart) im Bodenkampf mit Rain Veideman und Christian Sengfelder. © Wolfgang Zink

Auf dem Parkett fehlte es mit einer Ausnahme an den ganz großen Namen. Zuschauer durften nur 1000 in die schicke Kia Metropol Arena. Aber wenn man am Donnerstagabend genau hinsah, konnte man eine Persönlichkeit des Weltbasketballs entdecken. Im grauen Pullover saß vor einer grauen Wand: Holger Geschwindner.

Der Entdecker, Mentor und Freund von Dirk Nowitzki sah ein Spiel zwischen den Nationalmannschaften von Deutschland und Estland, das sich ziemlich genau so entwickelte, wie man das befürchten musste. Vor dem ersten Spiel mit Gordon Herbert an der Seitenlinie hatte die Mannschaft dreimal mit dem neuen Bundestrainer trainiert. Das allein erklärt das dennoch ernüchternde 66:69 (34:30) zum Auftakt in etwas, was eine neue Ära werden soll.

Nürnberg ganzer Stolz

Sollte die Mannschaft im September 2022 in Bestbesetzung, also mit den Profis aus der NBA und der Euroleague, zu einer EM antreten, die auch in Deutschland ausgetragen wird, kann es sein, dass keiner der Spieler, die in Nürnberg das Nationaltrikot trugen, dabei sein wird. Auf der anderen stand Estland, zuletzt 2015 für eine EM qualifiziert, aber eingespielt und motiviert.

Es ging um die ersten Punkte in der ersten Qualifikations-Runde für die WM 2023 in Japan. Und die schienen die Gäste aus Baltikum zunächst mehr zu wollen. Erst hielt Kapitän Robin Benzing Deutschland im Spiel, dann der junge Justus Hollatz. Erst im Schlussviertel schien Herbert eine Aufstellung gefunden zu haben, die defensiv und offensiv funktionierte. Organisiert vom im Abschluss glücklosen Basti Doreth, dem Stolz Nürnbergs, zog die Auswahl des DBB davon.

Der Ball tänzelt, fällt aber nicht

Estland aber blieb hartnäckig und Deutschland vergab zu viele Punkte direkt am Korb. 37,5 Sekunden vor der Schlusssirene leistete sich der erfahrene Benzing beim Stand 64:64 einen Schrittfehler. Slim-Sander Vene arbeitete den Ball in den Korb. Coach Herbert bat zur Auszeit. Sein Team suchte den Abschluss danach trotzdem zu früh, wieder tänzelte das Leder über die Reuse - fiel aber nicht.

Der starke Bamberger Christian Sengfelder (21 Punkte) gab seiner Mannschaft doch noch die Chance zu gewinnen. 66:67. In einer von Videobeweisen, Auszeiten und Fouls geprägten Schlussminute aber sicherte Kristian Kullamae den gar nicht so überraschenden Sieg von der Freiwurflinie. Auf der Tribüne schien Holger Geschwindner wenig beeindruckt zu sein.

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