Finale Vorfreude bei der U21: Raum greift nach dem Titel

5.6.2021, 16:00 Uhr
David Raum und seine deutschen Altersgenossen reklamieren bei der U21-EM den Titel für sich.

David Raum und seine deutschen Altersgenossen reklamieren bei der U21-EM den Titel für sich. © Marton Monus/dpa

Voller Selbstvertrauen stimmten sich Stefan Kuntz und seine U21, bei der die (Noch-)Fürther David Raum, Paul Jaeckel und Anton Stach auf das Finalspektakel ein. Wie die großen U21-Generationen um Manuel Neuer im Jahr 2009 und um Serge Gnabry acht Jahre später will jetzt die Auswahl um Halbfinal-Held Florian Wirtz als Fußball-Europameister triumphieren. "Für mich geht es darum, das Turnier zu gewinnen. Wer am Ende die Tore schießt, ist mir eigentlich egal", sagte das Leverkusener Supertalent Wirtz, das das Endspiel-Märchen durch einen Doppelpack im Halbfinale gegen die Niederlande wahr gemacht hatte.

"Es ist etwas ganz Besonderes für uns"

Mit dem Umzug des Teams aus Szekesfehervar in Ungarn in den rund 400 Kilometer entfernten Finalort Ljubljana in Slowenien stieg die Vorfreude auf die große Herausforderung gegen Portugal am Sonntag (21 Uhr, ProSieben) weiter. "Es ist etwas ganz Besonderes für uns. Für die Nation, für uns alle", hob Stürmer Mergim Berisha die Bedeutung hervor. "Wir sind sehr gut drauf, und dass wir als Mannschaft immer zusammenhalten, entscheidet das Ganze. Wenn wir es wieder wie gegen die Niederlande auf den Platz bringen, werden wir es auch holen."

Ein 0:5, das nicht im Kopf ist

Gegen die Niederlande überzeugte die Kuntz-Auswahl nicht nur einmal mehr durch mannschaftliche Geschlossenheit. Sondern auch durch "pure Qualität", wie Verteidiger Nico Schlotterbeck von Union Berlin mit Blick auf die Tore betonte. Doch große Qualität weist aber auch Portugal als starke U21-Nation auf. Vor sechs Jahren fertigten die Südeuropäer eine deutsche Mannschaft um Joshua Kimmich, Marc-André ter Stegen und Matthias Ginter mit 5:0 im EM-Halbfinale ab. "Das ist hier in keinem Kopf", beteuerte Mittelfeldspieler Salih Özcan.

Großer Mutmacher im deutschen Team, das sich auf reichlich Familien-Unterstützung auf den Zuschauerrängen freut, ist der starke Auftritt vom 2:1 gegen die Niederländer. Diese hatten die EM-Qualifikation in ihrer Gruppe punktgleich vor Portugal beendet. "Das ist spielerisch eine Zockermannschaft", beschrieb es der Kölner Özcan. "Wir müssen wie gegen die Niederlande versuchen, ihnen die Lust am Spiel zu nehmen und unser Spiel zu machen. Dann denke ich, dass es auch gegen Portugal klappen wird." Darauf setzt auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff: "Holt Euch den Titel, Jungs!"

Lichtenfels, Fürth und Final-Jubel?

Fünfmal stand eine U21-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes im EM-Endspiel, es gab zwei Siege und drei Niederlagen. Jetzt ist es gar das dritte Endspiel nacheinander. Bei der 1:2-Niederlage vor zwei Jahren gegen Spanien waren Kapitän Arne Maier (Arminia Bielefeld), Ersatztorhüter Markus Schubert (Eintracht Frankfurt) und Torjäger Lukas Nmecha (RSC Anderlecht) bereits dabei. "Ich stand noch nie in einem Finale und bin extrem heiß auf das Spiel", sagte Führungsspieler Niklas Dorsch (KAA Gent). "Wenn wir mit der gleichen Einstellung wie bisher auftreten, bin ich mir sicher, dass wir erfolgreich sein werden", erklärt der gebürtige Lichtenfelser. Jubel in Franken würde es für den Endspiel-Coup auch südlich von Lichtelfels geben. David Raum - Ein-Mann-Flankenfabrik und Bald-Hoffenheimer, Paul Jaeckel - gegen Dänemark der Elfmeter-Held und in Zukunft für Union Berlin tätig - sowie Paul Stach halten im Endspiel die Fürther Fahne hoch.

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