Falsche Angabe auf einem Formular

Formfehler statt Fußfehler: Wird Djokovic ein Häkchen zum Verhängnis?

11.1.2022, 11:57 Uhr
Novak Djokovic trainiert wieder in Melbourne, doch wofür?

Novak Djokovic trainiert wieder in Melbourne, doch wofür? © Kelly Defina/Pool Getty Images/AP/dpa

Es ist eine Formalie. Eigentlich. Wie jeder Reisende hatte sich auch Novak Djokovic vor seiner Einreise nach Australien per Formular zu seinem Gesundheitszustand erklären müssen. Neben vielen anderen Fragen musste Djokovic auch beantworten, ob er sich zuvor noch in einem weiteren Land aufgehalten habe. Laut eines Berichts von bild.de soll der Serbe Nein angekreuzt haben, was nachweislich falsch gewesen wäre.

Bild.de veröffentlichte dazu auch eine Kopie des Formulars, auf dem Djokovic angegeben hatte, sich zwei Wochen vor seinem Abflug in Belgrad in keinem anderen Land aufgehalten zu haben. Mehrere Medien aber hatten berichtet, dass Djokovic über den Jahreswechsel nicht nur in Belgrad, sondern auch im spanischen Marbella trainiert hatte. Auf verschiedenen Social-Media-Accounts finden sich dazu Fotos.

Ein formeller Fehler? Djokovic hat derweil seine Vorbereitung am Dienstag ganz normal fortgesetzt, obwohl nach wie vor unklar ist, ob der ungeimpfte Weltranglisten-Erste wirklich ab Montag beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison an den Start gehen darf. Wie am Montag trainierte Djokovic mit seinem Team in der Rod Laver Arena, wo er bereits neun Mal triumphieren konnte. Der 34 Jahre alte Serbe strebt in diesem Jahr seinen zehnten Melbourne-Titel an, womit er alleiniger Rekord-Grand-Slam-Sieger werden und seine beiden großen Rivalen Roger Federer und Rafael Nadal hinter sich lassen würde. Wird ihm dabei ein falsches Häkchen zum Verhängnis?

Telefonat zwischen Staatschef:innen

Ob dies Einfluss hat auf die Entscheidung von Einwanderungsminister Alex Hawke oder in diesem Zusammenhang relevant ist, war zunächst unklar. Falsche Angaben auf dem Formular werden als schwerwiegendes Vergehen bezeichnet. Djokovic war in der vergangenen Woche die Einreise ins Land verweigert worden, weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und den Behörden die Dokumentation seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung nicht ausreichte. Am Wochenende war er deswegen in einem Abschiebehotel in Melbourne untergebracht. Weil die Grenzbeamten ihm allerdings nicht die vereinbarte Zeit zur Klärung zugestanden hatten, wurde die Entscheidung im Laufe einer Gerichtsverhandlung am Montag gekippt.

Auf politischer Ebene führten Australiens Premierminister Morrison und seine serbische Amtskollegin Brnabic ein Telefonat zu dem Fall. Darin habe Morrison die „nicht-diskriminierende“ Grenzpolitik Australiens und ihre Rolle beim Schutz des Landes während der Corona-Pandemie erläutert, schrieb die Nachrichtenagentur AAP. Brnabic soll nach Angaben des staatlichen serbischen Senders RTS gefordert haben, dass Djokovic mit Würde zu behandeln sei. Die Premierministerin habe insbesondere die Bedeutung der Trainingsbedingungen für
Djokovic hervorgehoben.

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