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Frust beim FCN: Leibold hofft auf einen Lernprozess

Der Club-Schwabe sieht Niederlage gegen Ex-Verein als "herben Rückschlag" - 13.11.2018 13:03 Uhr

Tim Leibold und sein Club wollen nach dem Ausrutscher gegen Stuttgart schnell wieder richtig auf die Beine kommen. © Sportfoto Zink / WoZi


Im Vorfeld der Bundesliga-Partie gegen den VfB Stuttgart einige Freunde aus vergangenen Tagen in der schwäbischen Metropole treffen, dann mit einer guten Leistung dem aktuellen Arbeitgeber und Herzensklub 1. FC Nürnberg zum Sieg verhelfen und die alten Weggefährten mit den besten Zukunftswünschen wieder verabschieden - so ungefähr lautete der Plan. Doch es kam ganz anders, und die Verwunderung über das 0:2 war nicht so groß wie die Enttäuschung bei Leibold.

"Wir waren nie richtig im Spiel" 

"Wir haben über 90 Minuten zu wenig investiert, zu viele Fehler gerade in der Defensive gemacht und Stuttgart zu Kontern eingeladen", konnte der Linksverteidiger schon mit dem Schlusspfiff die wesentlichen Erkenntnisse ziehen: "Wir waren nie richtig im Spiel und haben uns zu wenig klare Torchancen erspielt. Deshalb gehen wir nach 90 Minuten auch verdient als Verlierer vom Platz."

Analysiert war der enttäuschende Auftritt gegen einen abstiegsbedrohten Gegner, der nach heftigen Niederlagen zwar mit einem großer Fan-Unterstützung, aber mit minimalem Selbstvertrauen angereist war, schnell. So richtig aufbereiten und verstehen, wie es zu einem solch blutleeren Auftritt, noch dazu vor ausverkauftem Haus, überhaupt kommen konnte, vermochte aber auch Leibold nicht wirklich: "Es ist schwierig zu erklären. Aber der VfB hat es einfach gut gemacht, er hat genau das gemacht, was wir machen wollten, hat uns hoch angelaufen und früh zu Fehlern gezwungen. Wir sind nie richtig in Tritt gekommen."

"Der VfB war da einen Tick wacher" 

Nicht einmal eine Torchance gegen eine zuletzt wenig sattelfeste Abwehr habe man sich herausgespielt. "Es ist umso bitterer, dass wir dann auch noch zweimal bei Standards pennen. Der VfB war da einfach einen Tick wacher als wir", stöhnte Leibold. Wenn schon im Spiel nach vorne nichts gelingen mag, muss wenigstens hinten die Null stehen. "Normalerweise musst du aus so einem Spiel wenigstens einen Punkt mitnehmen. Gegen den Tabellenletzten zu verlieren, ist extrem bitter."

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Der 1. FC Nürnberg begann forsch und erspielte sich gute Möglichkeiten. Doch der couragierte Auftritt hielt nicht lange an. Bei den Franken schlichen sich unnötige Fehler ein, die Gäste-Coach Markus Weinzierl nicht nur erste Tore bescherten, sondern auch zum Premierensieg beim neuen Arbeitgeber verhalfen. Sie waren an der Reihe: Sie bewerteten die Profis den FCN mit Schulnoten von 1 bis 6. Hier ist die Auswertung!


An der Herangehensweise habe es aber nicht gelegen. Schließlich sei man sich bewusst gewesen, dass der Vergleich mit dem Tabellenletzten "ein extrem wichtiges Spiel für uns" gewesen sei, "und wir hatten uns auch gut darauf vorbereitet". Nur wollte vom zurechtgelegten Plan so gar nichts funktionieren. Statt den angeschlagenen Gast gleich von Beginn an zu überrumpeln und die Malaise der Schwaben um ein weiteres Kapitel zu verlängern, setzte man auf eine kontrollierte Offensive, ohne jedoch Zugriff zu erhalten. "Wir wollten ja, aber sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen, Stuttgart war uns am Ball überlegen und wir sind nur hinterhergerannt", analysierte Leibold und gab unumwunden zu: "Das ist ein herber Rückschlag."

Auch nach einer sicherlich deutlich ausgefallenen Halbzeitansprache von Trainer Michael Köllner gelang keine Kurskorrektur. Nürnberg zeigte diesmal nicht sein zweites Gesicht. "Das 0:1 war ein richtiger Knick für uns", sah Leibold im Führungstreffer des VfB den Knackpunkt. "Wir haben versucht, uns nochmal aufzubäumen, aber dabei haben uns die Kräfte verlassen. Wir sind in den letzten Wochen oft zurückgekommen, heute war es irgendwie schwierig. Und nach dem 0:2 waren wir K. o."

"Wir sind trotzdem noch im Soll" 

Dass die Aufgaben in den kommenden Wochen mit Gegnern eines ganz anderen Kalibers nicht einfacher werden, "das wissen wir selber. Aber es hilft alles nichts, wir müssen aus unseren Fehlern lernen, damit wir das nächste Mal aus so einem Spiel wenigstens einen Punkt mitnehmen. Es ist ein Lernprozess. Vielleicht dauert der noch einen Tick an". Und so düster wie manche Pessimisten wollte der 25-Jährige die Situation nach der bitteren Pleite noch nicht sehen: "Wir sind trotzdem noch im Soll. Wir sind ja nicht abgeschlagen Letzter." 

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0:2 stand auf der Anzeigetafel nach 90 Minuten. Es war wahrlich nicht das Spiel des FCN, der in den ersten Minuten durchaus andeutete, warum man in der Tabelle vor den kriselnden Gästen aus Schwaben stand. Doch leichtsinnige Fehler, Traumtore und eine zu harmlose Offensive verhinderten einen wichtigen Punktgewinn vor heimischer Kulisse - an der es mit Sicherheit nicht gelegen hat.


  

Stefan Jablonka

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