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Ice-Tigers-Verteidiger Weber warnt vor Kumpel Eisenschmid

Mannheims Angreifer hat Nürnberg bereits fünf Tore eingeschenkt - 19.03.2019 08:05 Uhr

Rückkehrer: Nach überstandener Gehirnerschütterung verteidigte Nürnbergs Marcus Weber (rechts) wieder gegen die Adler und Garrett Festerling. Gegen Markus Eisenschmid suchen die Ice Tigers noch nach einem Mittel.

© Sportfoto Zink/ThHa


In den verschlungenen Gängen der Mannheimer Arena, die zu Kabinen, Treppenhäusern oder der Eismaschine führen, trafen sich zwei alte Kumpels mit unterschiedlicher Gemütslage. Marcus Weber lehnte an einer Mauer, hielt seinen Salat und einen Styroporbehälter mit seinem Abendessen in Händen, als Markus Eisenschmid gelöst angeschlendert kam.

Weber hatte mit den Thomas Sabo Ice Tigers gerade bei Eisenschmids Adler Mannheim mit 1:4 verloren, in der Viertelfinalserie gegen den Titelkandidaten liegen die Nürnberger nun mit 0:3 zurück. Im Modus "best of seven" wird gespielt, wer als erster vier von maximal sieben Spielen gewonnen hat, darf ins Halbfinale. Eisenschmids Chancen darauf sind seit Sonntag weiter gestiegen.

Weber begrüßte den alten Kumpel, als er gerade über ihn sprach. "Wir wissen, dass er schießen kann, müssen noch besser aufpassen", so der Verteidiger aus Nürnberg über den Stürmer aus Mannheim. Der grinste und ging seiner Wege. Die einheimischen Medien warteten auf ihn.

In der American Hockey League (AHL), dem Unterbau der National Hockey League (NHL), der besten Liga der Welt, waren Eisenschmids Zahlen überschaubar. In insgesamt 124 Spielen schoss er 13 Tore und legte 18 auf. Eindruck schinden konnte der Angreifer damit nicht bei einem NHL-Team. Marco Sturm dagegen hatte da schon ein Auge auf ihn geworfen. Der Bundestrainer holte ihn 2018 in seinen WM-Kader, in Dänemark machte der 24-Jährige im April bei dem globalen Schaulaufen auf sich aufmerksam, Mannheim verpflichtete ihn im Juni.

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Nicht gut genug! Die Ice Tigers überraschen die Adler nicht

Zum Auftakt der Viertelfinalserie hatten die Ice Tigers keine Chance. In Mannheim malträtierten dort ansässige Adler Nürnbergs Kufencracks gewaltig, 2:7 hieß es gegen übermächtige Kurpfälzer beim Ertönen der Schlusssirene. In Spiel zwei wehrte sich das Jiranek-Team nach Kräften, musste beim 2:4 daheim aber dennoch in die nächste Niederlage einwilligen.


Im März 2019, nach 20 Treffern und 22 Assists in 50 Hauptrundenspielen in der Deutschen Eishockey Liga ist Eisenschmid eines der größten Probleme der Ice Tigers in der Viertelfinalserie. In den bisherigen drei Duellen hat er fünf Tore erzielt. "In der AHL war er ein Rollenspieler in der vierten Reihe, gehörte nicht zum Powerplay und hatte keine so offensive Rolle wie in Mannheim. Dort wird er super eingesetzt, er hat die Klasse", sagte Weber anerkennend über seinen Freund.

Für den Nürnberger Verteidiger war der Sonntagabend zumindest in gesundheitlicher Hinsicht ein erfreulicher. Nach dem Check von Nicholas Jensen im ersten Spiel der 1. Play-off-Runde gegen Bremerhaven musste Weber wegen einer Gehirnerschütterung aussetzen. In Mannheim gab er beim dritten Treffen mit den Adlern sein Comeback.

"Vom Kopf her ist alles gut", versicherte Weber. Nach dem grünen Licht der Ärzte hatte er das obligatorische Protokoll durchlaufen und alle Tests bestanden, am Freitag hatte er dann wieder das Training aufgenommen. In den ersten zwei, drei Wechseln gegen die Adler musste er sich erst wieder ein wenig eingewöhnen, dann "war es ein ganz normales Play-off-Spiel".

Weber: "Vorteil ist auf unserer Seite"

Eines, in dem die Ice Tigers in diesem Viertelfinale über die gesamte Spieldauer hinweg kompakt und konsequent spielten, eines, in dem aber auch das wieder nicht zum Erfolg reichte. Nürnberg ärgerte die Adler, die Adler aber hatten bei den Treffern von Mark Katic und Ben Smith etwas Glück – und wieder Eisenschmid.

Erst am Freitag (19.30 Uhr/Live-Ticker auf nordbayern.de) sehen die Nürnberger ihn wieder. Im Gegensatz zu den Vorjahren wird in den Play-offs der DEL nicht durchgehend unter der Woche gespielt. Ein paar Tage ohne Spiel sind für alle Beteiligten etwas Neues. "Ich glaube, der Vorteil ist auf unserer Seite", vermutete Weber. "Wenn Mannheim weiter so rollt, wird es schwer für uns. Vielleicht verlieren sie ein bisschen den Faden. Ich kann es aber nicht einschätzen, weil ich es auch selber noch nicht hatte", schob der 26-Jährige hinsichtlich der Terminierung nach.

Nur wenn die Ice Tigers am Freitag gewinnen, können sich er und Eisenschmid noch mal in den verschlungenen Gängen der Mannheim Arena über den Weg laufen. Gelingt das nicht, beginnt für Weber der Sommerurlaub, während der treffsichere Eisenschmid vom Titel träumen darf.

Florian Jennemann

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