1:4 im Eishockey-Derby

Eher nicht "fucking awesome": München ist zu stark für die Ice Tigers

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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23.3.2022, 22:03 Uhr
Schmerzhaft für Tim Fleischer, aber ein herrliches Foto von Yasin Ehliz und Nick Welsh (rechts). 

© IMAGO/kolbert-press/Ulrich Gamel Schmerzhaft für Tim Fleischer, aber ein herrliches Foto von Yasin Ehliz und Nick Welsh (rechts). 

Blake Parlett traf die Latte, Dennis Lobach den Innenpfosten. Chris Brown traf sogar ins Tor. Auf der anderen Seite parierte Alex Dubeau Alleingänge. Und trotzdem mussten die Ice Tigers auf ein Jahrhundertdrittel hoffen, so wie damals im Dezember 2016, als ein Nürnberger Torhüter flog, der Verteidiger Jesse Blacker drei Tore erzielte und Thomas Sabo danach euphorisiert feststellte, dass dieses Eishockey doch eher „fucking awesome“ sei.

Jahrhundertdrittel aber sind doch eher selten. Und auch wenn der Gegner an das unvergessliche 6:5 erinnerte, die kühle Atmosphäre in der Olympia-Eishalle passte nicht und das Kräfteverhältnis diesmal auch nicht. Anders als damals lagen die Ice Tigers nur 1:3, nicht 1:5 zurück. Der EHC Red Bull München war aber zu stark für eine Aufholjagd. Endstand: 1:4 (0:2, 1:1, 0:1).

Wieder mit Kislinger und MacLeod

Es war schon zuvor eine durchwachsene Woche für die Ice Tigers. Da war einerseits die ehrliche Freude von Dane Fox, über den Umstand, dass er auch in der Saison 2022/2023 für Nürnberg spielen wird, und andererseits die Sorge um den wichtigen Mittelstürmer Ryan Stoa, der sich beim 6:2 gegen Krefeld verletzt hatte und seiner Mannschaft rund vier Wochen fehlen wird. Obwohl sich Max Kislinger, Charlie Jahnke und Gregor MacLeod zurückmeldeten, konnte Tom Rowe erneut nicht seine beste Formation aufbieten.

In den letzten Wochen hatte der Cheftrainer immer wieder umstellen, neu ausprobieren müssen. Erst gegen den Tabellenletzten Krefeld war das den Ice Tigers nicht mehr anzusehen. Am Mittwochabend aber präsentierte sich mit München ein Gegner von einer anderen Qualität. Vom Eröffnungsbully weg wies die Mannschaft um den Ex-Nürnberger Yasin Ehliz ihre aktuelle Hochform nach. In der 3. Minute traf Austin Ortega bereits im Power-Play und sechs Minuten später, nach Vorarbeit von Ehliz, gleich noch einmal – jeweils flach durch die Schoner von Alex Dubeau, der Niklas Treutle vertrat.

Am Freitag gegen müde Berliner?

Erst danach kamen auch die Ice Tigers in München an. Anders als ihre Gastgeber mussten sie viel Aufwand betreiben, um allmählich zu Chancen zu kommen. Und wenn dann trafen sie nur das rot lackierte Eisen. Maxi Kastner hingegen überwand Dubeau mit der Rückhand (25.). Browns Anschlusstreffer (40.) beeindruckte München überhaupt nicht. Erneut in Überzahl erhöhte Trevor Parkes auf 4:1 (47.).

Es geht kurios weiter – für beide Mannschaften und für den Tabellenführer: Die Münchner empfangen die Eisbären am Donnerstag zum Spitzenspiel, am Freitag (19.30 Uhr) treten die Berliner in Nürnberg auf.


Nürnberg: Dubeau; Bodnarchuk/Parlett, Weber/Welsh, Mebus/Pilu – Schmölz/Fleischer/Brown, Fox/MacLeod/Reimer, Friedrich/Ustorf/Sheehy, Ribarik/Jahnke/Kislinger, Lobach. – Tore: 1:0 Ortega (2:06/5-4), 2:0 Ortega (8:49), 3:0 Kastner (24:22), 3:1 Brown (39:10), 4:1 Parkes (46:15/5-4). – Schiedsrichter: Rohatsch/MacFarlane. – Zuschauer: 1514. – Strafminuten: 4 – 8 plus 10 (Bodnarchuk).

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