1:4 gegen Wolfsburg

Erneut nur ein Treffer: Ice Tigers verlieren zum vierten Mal in Folge

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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11.12.2022, 16:24 Uhr
Wieder drin: Philipp Mass bejubelt das 3:0 - für Wolfsburg. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Wieder drin: Philipp Mass bejubelt das 3:0 - für Wolfsburg. 

Der Eishockey-Alltag von Patrick Reimer besteht seit vier Jahren aus: Schlafen, Essen, Trainieren, Bus Fahren, Spielen und Geehrt werden. Die meisten Tore in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga, die meisten Punkte, 1000 Spiele - irgendwas war immer. Am Sonntag stand der Kapitän der Ice Tigers vor dem Eröffnungsbully schon wieder im Fokus, für eine Leistung, auf die er selbst am wenigsten stolz ist. Wie sehr viele andere Menschen vor ihm ist Reimer am Samstag 40 Jahre alt geworden.

Nach dem Training am Samstag stand Nürnbergs Nachwuchs trotzdem Spalier. Im Nachhinein war das der schönste Moment an diesem Wochenende.

Denn zu feiern gibt es in der Arena Nürnberger Versicherung in diesen Tagen nur wenig. Am Freitag war in Ingolstadt auch das dritte Derby in Folge verloren gegangen. In 180 Minuten Eishockey hatten die Ice Tigers nur drei Treffer erzielt. Zudem lässt der Spielplan auf Besserung kaum hoffen. Am Mittwoch (19.30 Uhr/MagentaSport) treten Reimer und Kollegen beim Tabellenzweiten in Mannheim an, am Freitag bei den formstarken niederbayerischen Tigers in Straubing. Umso bedeutender schien das Heimspiel gegen Wolfsburg zu sein - eine Mannschaft, gegen die die Ice Tigers bereits dreimal unglücklich bis chancenlos verloren hatten. Und dann stand es nach zehn Minuten und sieben Sekunden bereits 0:3. Fünfzig weitere Minuten später hatten sie erneut nur einmal getroffen - und 1:4 (0:3, 1:0, 0:1) verloren.

Fünf Minuten Ice Tigers-Eishockey

Eine stabile, von Mike Stewart gewohnt gut eingestellte Mannschaft wusste natürlich, wie sie bei einem verunsicherten Gegner auftreten mussten: druckvoll. Wolfsburg sorgte vom Bully weg für Verkehr vor Leon Hungerecker, der zunächst den abermals angeschlagenen Niklas Treutle im Tor vertrat. Zweimal waren Gästestürmer da bereits alleine gelassen worden. Beim dritten Mal waren es zwei, Lucas Dumont verwertete den zweiten Abpraller (5. Minute). Vor dem 0:2 durch Armin Wurm hatte Jake Ustorf die Scheibe im eigenen Drittel allzu leichtfertig hergegeben (7.) und vor dem 0:3 durch Dominik Bittner fehlte es der hektischen Abwehr an der Zuordnung (11.).

Hätte das Schiedsrichterquartett nicht die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, die Ice Tigers hätten erstmals in dieser Saison die Unzufriedenheit der Zuschauer zu hören bekommen. So wurden die Aleksander Polaczek und Gordon Schukies und deren Linienrichter für Entscheidungen beschimpft, die man so hatte treffen können. Fünf Minuten spielten die Ice Tigers im Mitteldrittel jenes Eishockey, für das sie lange gelobt worden waren. Dane Fox schloss einen seriös vorgetragenen Konter erfolgreich ab (22.). Kosmetische Reihenumstellungen von Tom Rowe schienen sich positiv auszuwirken. Die Ice Tigers aber gaben die Kontrolle über das Spiel wieder ab - zwischendurch schien sich allein Oliver Mebus den Wolfsburger Angriffen entgegenzustellen.

Lobach schießt nochmal vorbei

Nürnberg betrieb weiterhin großen läuferischen Aufwand, fuhr aber meistens hinterher. Dennis Lobach näherte sich noch seinem zweiten Saisontreffer an, eine Power-Play-Gelegenheit wurde ohne echte Chance vergeben. Die Spannung ergab sich allein aus der Erinnerung, dass die Ice Tigers solche Spiele einst noch gedreht hatten. Doch spätestens als Fabio Pfohls Bogenlampe hinter dem inzwischen eingewechselten Treutle einschlug (47.) war das Spiel emotional entschieden. Nachdem Lobach noch einmal knapp danebengeschossen und der 40 Jahre alte Reimer noch eine Chance hatte, war es dann auch faktisch vorbei.

Mit der vierten Niederlage in Folge entfernen sich die Ice Tigers von ihren ambitionierten Saisonzielen. Ausreden gibt es dafür derzeit keine.

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