0:4 in Schwenningen

Geschenke für den Konkurrenten: Ice Tigers harm- und torlos

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

E-Mail zur Autorenseite

26.12.2022, 16:22 Uhr
Nürnbergs bester Mann: Niklas Treutle verhindert einen Treffer von Tyson Spink.

© IMAGO/Eibner-Pressefoto/Sven Laegler Nürnbergs bester Mann: Niklas Treutle verhindert einen Treffer von Tyson Spink.

Der Mann, der 2023 vielleicht zum Trainer der deutschen Eishockeynationalmannschaft ernannt wird, grüßte noch einmal zur Gästebank. Manuel Kofler grüßte lässig zurück. Harold Kreis, Nürnbergs Cheftrainer Tom Rowe und Kofler, dessen Stellvertreter, sie respektieren sich und behaupten das nicht nur. Und weil Kreis diesem Respekt in vielen deutschen Eisstadien begegnet, gilt der 63 Jahre alte Deutsch-Kanadier inzwischen als Favorit auf die Nachfolge von Toni Söderholm.

Vor einem wichtigen Spiel zweier direkter Konkurrenten um einen Platz in den Playoffs begegnete man sich mit großer Sympathie, auf dem Eis eher nicht. Beim 0:4 (0:1, 0:2, 0:1) der Ice Tigers in Schwenningen war Weihnachten vorbei – die Gäste aus Nürnberg hatten trotzdem Geschenke mitgebracht: Vor dem 1:0 durch Sebastian Uvira hatte Andrew Bodnarchuk den Puck im Schwenninger bereitwillig abgegeben (5. Minute). Das 2:0 erzielten die Gastgeber, ohne selbst die Scheibe zu haben. Oliver Mebus passte scharf vor das eigene Tor, von Niklas Treutles Schlittschuh sprang der Puck ins Tor (35.). Und weil danach Ken Andre Olimb einen völlig ungefährlichen Schuss kunstvoll ablenkte, hatten die Ice Tigers das Spiel eigentlich bereits nach optisch ausgeglichenen 40 Minuten verloren.

Lobach, Sheehy und sonst?

Am Abend vor Heiligabend hatte das noch vollkommen anderes ausgesehen. Da hatten die Ice Tigers den Iserlohn Roosters vor 4578 Zuschauern überhaupt keine Chance gelassen. Zwölf Sekunden vor dem Ende hatte ein Eigentor aber bereits angedeutet, wie es weitergehen könnte. So wurde Leon Hungerecker um einen Shutout gebracht. Die Stimmung in der Arena Nürnberger Versicherung war bestens – trotz der Ausfälle von Ryan Stoa, Blake Parlett, Charlie Jahnke, Roman Kechter (U20-WM) und Patrick Reimer.

In Schwenningen saß Hungerecker dann wieder auf der Bank. Am Torhüter aber lag es wirklich nicht, dass die Ice Tigers so klar unterlagen. Mehrmals rettete Treutle die Ice Tigers, obwohl er früh und ohne Konsequenzen vom Schwenninger Tyson Spink umgefahren wurde. Im Angriff aber blieb Nürnberg ohne seine beiden erfahrenen Torjäger Stoa und Reimer anders als noch beim 5:1 gegen Iserlohn harmlos. Die besten Chancen vergaben Dennis Lobach (25.) und Tyler Sheehy (33).

Am Mittwoch in Bietigheim

Die Ice Tigers waren frustriert, die eigene doppelte Überzahl beendete Daniel Schmölz mit einem Stockschlag. Rowe nahm Treutle früh vom Eis, prompt traf Olimb ein zweites Mal.

Am Mittwoch (19.30 Uhr/MagentaSport) treten sie in Bietigheim an, um es besser zu machen. In Schwenningen verabschiedeten sich Kreis und Rowe wie Freunde voneinander.

5 Kommentare