Weiter ohne Auswärtspunkt

Krallen wieder eingefahren? Ice Tigers zu harmlos in Düsseldorf

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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3.10.2021, 18:52 Uhr
Ex-Nürnberger, Jubilar und Torschütze: Marco Nowak erlebte gegen die Ice Tigers einen schönen Nachmittag.

Ex-Nürnberger, Jubilar und Torschütze: Marco Nowak erlebte gegen die Ice Tigers einen schönen Nachmittag. © BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl via www.imago-images.de

Es ist immer noch ein bisschen wie ein Familientreffen, wenn die Düsseldorfer EG auf die Ice Tigers trifft. Vor der Partie am Sonntagnachmittag wurde Marco Nowak für sein 600. Spiel in der Deutschen Eishockey Liga geehrt, in 421 davon hat der Verteidiger das Trikot der DEG getragen, in 179 das der Nürnberger. Nowak hat noch immer viele Freunde in Nürnberg. Einer davon wurde von den Fans in Düsseldorf gewohnt wohlwollend begrüßt. Patrick Reimer hat in der DEL nur für die Ice Tigers gespielt – und für die DEG. Dazu kommen Daniel Fischbuch, David Trinkberger und Charly Jahnke, die zuletzt die Farben gewechselt hatten.

Vielleicht kannten sich die Beteiligten etwas zu gut, um gemeinsam für ein wirklich sehenswertes Eishockeyspiel zu sorgen. Beide Mannschaften versuchten es mit Tempo, die Ice Tigers, um endlich ein Auswärtsspiel zu gewinnen, die DEG, um ihre makellose Heimbilanz zu wahren. Offenbar war das Tempo zu hoch und deshalb auch die Fehlerquote. Nach zwei überzeugenden Siegen und eine Woche nach dem Trainerwechsel konnte Nürnberg dabei seine positive Entwicklung nicht bestätigen. Eine Serie von kleinen Fouls führte zu einer langen Phase in Unterzahl im zweiten Drittel – und zum 0:1 durch Stephen MacAulay (27. Minute). Und nachdem die Ice Tigers wenig klare, aber viele gute Chancen vergeben hatten, traf Brendan O’Donnell aus vollem Lauf perfekt ins kurze Kreuzeck (45.). Trotzdem hätte es beim 1:3 (0:0, 0:1, 1:2) beinahe noch zu einem Punktgewinn gereicht.

Am Donnerstag kommt der Meister

Am Freitag noch hatte die Mannschaft beim 5:2 gegen Ingolstadt vollends überzeugt. Stefan Ustorf freute sich danach darüber, dass sich sein Team endlich selbst für eine engagierte Leistung belohnt hatte. Am Sonntag war das nicht der Fall. Die Ice Tigers dominierten nicht, kontrollierten das Spiel aber - zumindest bei Fünf gegen Fünf. Vor allem hatten sie mehr Schüsse als die DEG. Nur konnten sie die trotz ihres erarbeiteten Selbstvertrauens nicht nutzen. Diesmal schien der letzte Zug zum Tor zu fehlen. Die DEG hatte den in den entscheidenden Momenten. Niklas Treutle sicherte den Gästen in der Schlussphase gegen Carter Proft die Chance auf einen Punktgewinn.

Vor allem im Power-Play sind die Ice Tigers aber weiterhin zu harmlos, um eine stabile Mannschaft wie Düsseldorf zu gefährden. Ryan Stoas Treffer blieb der einzige für Nürnberg (47.). Treutle wurde für einen sechsten Feldspieler auf die Bank beordert. Nürnberg fehlte es an der Präzision, um den Puck im gegnerischen Drittel zu halten. Der Ex-Nürnberger Nowak stellte an seinem Jubiläums-Sonntag den Endstand her (60.). Die Ice Tigers müssen warten, am Donnerstag empfangen sie mit den Eisbären Berlin den Meister in der Arena Nürnberger Versicherung. Am Sonntag (19 Uhr/MagentaSport) treten sie in Augsburg an, um endlich auf fremdem Eis zu punkten.

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