Riss im Tornetz?

Wie einst der Club: Ice Tigers kassieren ein Phantomtor in Augsburg

11.10.2021, 10:03 Uhr
Hoppla, wie ist der denn reingegangen? Andrew Bodnarchuk und Tyler Sheehy (rechts) sind ratlos in Augsburg.

Hoppla, wie ist der denn reingegangen? Andrew Bodnarchuk und Tyler Sheehy (rechts) sind ratlos in Augsburg. © Eibner Pressefoto / Heike Feiner via www.imago-images.de

Patrick Ehelechner war einst Torhüter der Ice Tigers, seit Jahren arbeitet er bei MagentaSport – als Experte, Moderator und, wie am Sonntagabend, als Kommentator. Ehelechner saß im Curt-Frenzel-Stadion, um vom Spiel der Ice Tigers bei den Panthern zu berichten, zweier Mannschaften, für die er selbst aktiv war. Das Spiel war eher undankbar für einen Kommentator, weil es zerfahren und wenig attraktiv war. Ende des zweiten Drittels aber schlugen die Panther zu, zweimal innerhalb von 23 Sekunden und beim vermeintlichen 3:0 für Augsburg formulierte Ehelechner einen Satz, von dem er selbst nicht wissen konnte, wie treffend er war: Es lief gerade die dritte Wiederholung des Treffers von Adam Payerl, als er sagte, dass sich die Ice Tigers wie "im absoluten Horrorfilm" fühlen müssten.

Wer da genau hingesehen hat, dürfte erkannt haben, dass Payerl gar nicht getroffen hatte – zumindest nicht ins Tor. Offenbar über eine Lücke im Außennetz fand der Puck den Weg ins Nürnberger Tor, das Torhüter Ilya Sharipov gut abgedeckt hatte. Dass sich ein hart geschossener Puck durch das Netz nicht aufhalten lässt, kommt schon einmal vor im Eishockey. Dieses Phantomtor hat aber noch eine Vorgeschichte.

Die DEL bedauert

Vor jedem Spiel prüfen die Linienrichter noch einmal beide Tore auf Unversehrtheit der Netze. Schon beim Aufwärmen hatten die Ice Tigers nach eigener Aussage sowohl die Schiedsrichter als auch den Eismeister des Curt-Frenzel-Stadions auf den Riss im Netz hingewiesen. Nach Payerls Treffer übernahm das Ryan Stoa noch auf dem Eis. Die Schiedsrichter sahen sich trotzdem nicht noch einmal die Videoaufzeichnungen des "Treffers" an, obwohl diese aus vier Perspektiven vorlag und sie spätestens auf den Bildern der Übertorkamera hätten erkennen können, dass der Puck nicht innerhalb des Gestänges die Torlinie überflog. Klar zu sehen auch im Highlightclip von Magenta Sport.

Das Spiel verloren die Ice Tigers aufgrund von fatalen Fehlern im Aufbau und Pech im Abschluss mit 1:3 - und aufgrund eines Tores, das nicht anerkannt werden dürfen. Aus der Wahrnehmung der Referees habe es im Spiel „keinen Anlass für einen Videobeweis“ gegeben, teilte die DEL mit. „Liga und Schiedsrichter bedauern, dass die Szene im Spiel nicht richtig bewertet wurde“, hieß es weiter.

Darauf wiederum antworteten die Ice Tigers: „Wir bedauern ebenfalls, dass unsere Hinweise auf das Loch im Tornetz vor dem Spiel und unmittelbar nach der Szene offenbar nicht genug waren, um die Schiedsrichter dazu zu bewegen, das Tor im Videobeweis zu überprüfen", ließ Stefan Ustorf ausrichten.

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