Motorrad Rennsport

IDM am Schleizer Dreieck: Fränkischer Fahrer stürzt und verletzt sich

28.7.2021, 10:00 Uhr
Gabriel Noderer auf der Rennstrecke am Schleizer Dreieck. Bereits am Trainings-Freitag war für ihn nach einem Sturz Schluss und er konnte am Wochenende nicht antreten.

Gabriel Noderer auf der Rennstrecke am Schleizer Dreieck. Bereits am Trainings-Freitag war für ihn nach einem Sturz Schluss und er konnte am Wochenende nicht antreten. © Dino Eisele

Die Schmerzen in der Schulter seien zwar da, aber für Noderer wiegt die mentale Belastung schwerer. „Die ersten beiden Rennen der Saison waren sehr schwierig. Das Team hat in der Sommerpause viel Arbeit in die Maschine investiert, sodass schon eine bessere Platzierung drin gewesen wäre“, sagt er enttäuscht.

Der Unfall ereignete sich noch im Training am Freitag. Der routinierte Noderer wollte in der letzten scharfen Kurve abbremsen, als das Hinterrad wegen der einsetzenden Motorbremse zu stark nach vorne driftete. „Als es dann wieder Grip hatte, stand ich aber schon quer, sodass es mich dann wie beim Trampolineffekt nach oben abgeworfen hat“, schildert er den Sturz.

Er landete zuerst auf der Schulter und als er noch weiter auf dem Asphalt rutschte, ahnte er bereits, dass mehr kaputt sein muss – die Bänder sind gerissen. Der 25-Jährige aus Eysölden wird die Tage erst einmal an der Schulter operiert. Wann er dann wieder auf die Maschine steigt und wie der weitere Saison für ihn abläuft, ist derzeit noch unklar.

Für Noderer ging es nach dem Sturz am Freitag gar nicht erst an den Start am Renn-Wochenende. Besser lief es für den in Ansbach geborenen Marco Fetz. Bei der Qualifikation am Samstag sicherte er sich die Startposition neun für das erste Rennen am Sonntag. Diesen konnte er jedoch nicht halten und raste als 14. über die Ziellinie: „Am Anfang konnte ich zwar gleich ein paar Plätze gut machen, aber die Überholmanöver meiner Konkurrenten waren schon sehr hart“, sagt der 21-Jährige über das erste Rennen.

Beim zweiten Sonntagsrennen startete er von Platz zwölf und fuhr diesen souverän übers Ziel: „Zwischendrin war ich sogar auf Platz fünf und konnte mich an die Gruppe ranhängen, die ich im ersten Rennen verloren hatte.“ Sportlich gesehen sei für ihn noch Luft nach oben, aber es habe gut getan, endlich mal wieder vor Publikum zu fahren. Knapp 40000 Tickets wurden für das gesamte Rennwochenende in Thüringen verkauft.

Einzigartige Stimmung

„Es ist natürlich etwas anderes, vor Zuschauern zu fahren und ihnen nach dem Rennen entgegen zu jubeln. Vor allem haben sie auch freien Zutritt zum Fahrerlager und man kann direkt mit den Fans reden und Autogramme ausstellen“, schwärmt Fetz von der Stimmung am Schleizer Dreieck. Auch Noderer teilt seinen Eindruck: „Das Streckenlayout mit den geringen Auslaufzonen ist zwar nicht so meins, aber die Stimmung und das Feeling in Schleiz sind einfach immer top.“

Für den gebürtigen Ansbacher Fetz hingegen ist es die Lieblingsstrecke. „Sie ist mit den herkömmlichen Rundkursen nicht zu vergleichen, weil sie fast ausschließlich über Landstraßen verläuft“, sagt er über die sogenannte Naturrennstrecke.

Den Sturz von „Gaby“, wie Fetz seinen Rennkollegen aus der fränkischen Nachbarschaft nennt, habe er mitbekommen und wünscht ihm schnellstmögliche Genesung. Ob es ihn abschreckt, einen solchen Unfall bei hoher Geschwindigkeit aus der Nähe mitzubekommen? „Wir Fahrer wissen alle, wie gefährlich der Sport ist. Gaby hat es leider erwischt. Mir persönlich macht das in einem solchen Fall nichts und ich steig’ schnell wieder aufs Motorrad.“

Auch Noderer selbst macht nicht den Anschein, dass er sich durch die Verletzung von der Jagd nach Höchstgeschwindigkeiten abbringen lässt: „Wenn ich einen Unfall irgendwann nicht mehr aus dem Kopf bekommen könnte, dann würde ich aufhören. Aber wir analysieren den Sturz und die Maschine im Team, sodass ich weiß, woran es liegt, und mich verbessern kann.“

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