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Match-Statistik: Darum war der Club-Sieg verdient

Eintracht Braunschweig war beim 2:1-Sieg des FCN die bessere Mannschaft - 24.11.2015 10:17 Uhr

Grenzenlose Erleichterung: Guido Burgstaller schoss den Club zum 2:1-Sieg. © Sportfoto Zink / DaMa


Sie waren doch so überlegen. Man hatte nach Spielende den Eindruck, die Mannschaft von Torsten Lieberknecht konnte ihr Pech nicht so recht fassen, suchte ein Ventil. Die Spieler stürmten auf Schiedsrichter Christian Dingert los, nahmen Matchwinner Guido Burgstaller in die Mangel, pöbelten in Richtung Ersatzbank. Der Frust über das 1:2 saß tief.

15 Schüsse feuerte die Eintracht ab, zudem schlug Braunschweigs Hendrick Zuck in Minute 36 freistehend vor dem Tor ein Luftloch für die Ewigkeit, nachdem Club-Keeper Raphael Schäfer unglücklich nach vorne hatte abprallen lassen. Der FCN schoss dagegen nur 13 Mal aufs Tor. Das Flankenverhältnis von 17:11 für die Gäste belegt außerdem, dass die Lieberknecht-Truppe wesentlich aktiver und zielstrebiger über die Flügel kam als der 1. FC Nürnberg, der oft nur hinterherrannte. In den meisten anderen relevanten Statistikwerten hatte die Eintracht ebenfalls die Nase vorn.

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Nach "schizophrenem" Sieg: Club-Kicker taten gerade das Nötigste

Gemäß FCN-Coach René Weiler habe der Club den Sieg verdient - "wenn auch nicht heute" gegen Braunschweig. Jetzt gibt's die Zensuren, die wenig überraschend nicht sonderlich löblich ausfallen,


Dass Braunschweig eigentlich viel besser war, sah nachher auch René Weiler ein. "Letztlich haben wir den Sieg verdient, zwar nicht durch die Leistung heute, sondern durch die Auftritte in den letzten Wochen, bei denen wir nicht belohnt wurden", sagte der Club-Coach beinahe entschuldigend. Welche Auftritte er konkret meinte, verdeutlichte er nicht. Es stimmt aber: Ergebnisse und Statistiken sind eben nur bedingt aussagekräftig. "Fußball ist manchmal schizophren", konstatierte Weiler.

Rückblick: Das letzte Erfolgserlebnis in der Zweiten Liga hatten der Schweizer und sein Team am 22. September beim 3:0 in Kaiserslautern. Ganze zwei Monate blieb der FCN danach ohne Sieg. Einziger Lichtblick während der Durststrecke: das 5:1 in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Fortuna Düsseldorf am 27. Oktober. Zumindest auf dem Papier. Denn es gibt auch Faktoren, die lassen sich nicht oder nur schwer messen, aber spüren. Zum Beispiel Moral, der Glaube an sich selbst.

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Schwer erkämpfter Dreier: FCN beendet Negativlauf

Der 1. FC Nürnberg hat das Siegen doch nicht verlernt: Nach zuvor sechs Partien ohne Dreier gab es gegen Eintracht Braunschweig endlich wieder einen Sieg zu bejubeln. Raphael Schäfer feierte dabei sein Comeback im Club-Kasten.


Tugenden, die der 1. FC Nürnberg zuletzt immer wieder an den Tag legte. Sei es nun beim 2:3 gegen RB Leipzig, als Dave Bulthuis & Co. eine nach 16 Minuten beim Stande von 0:3 bereits verloren geglaubte Partie fast noch drehten. Oder das 3:3 bei Union Berlin im letzten Auswärtsspiel, als der FCN beim Stand von 1:3 erneut wie der sichere Verlierer aussah, sich aber mit Bravour zurückkämpfte - in einem Spiel, das schon anzeigte, wohin der Trend beim Club zeigt.

Womit wir bei Weilers Erklärung wären, warum der FCN wider aller Statistik die Eintracht auch verdient niedergerungen hat. Erneut stimmten Moral, Wille und Einsatz. Messbar anhand der Zweikampfwerte, bei denen der Club mit 56 zu 44 Prozent überlegen war. Und spürbar anhand der ständigen latenten Torgefahr, die vom 1. FCN ausging - man denke da nur an den Lattenknaller von Kevin Möhwald Mitte des zweiten Durchgangs. Den Unterschied machte am Ende vor allem die gnadenlose Effizienz - und einmal mehr: Guido Burgstaller. Etwas Glück war natürlich auch dabei. Aber eben nicht nur.

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Unter Cluberern: "Der Sieg ist das, was am Ende zählt"

Endlich wieder ein Dreier beim FCN. Freude überall? Nicht wirklich: In den frisch wiedereröffneten "Stuhlfauth-Stuben", dem Vereinslokal des 1. FC Nürnberg, waren die Fans nach der Braunschweig-Partie auch kritisch mit ihrem Club. Da geht noch mehr!


Stefan Hofer E-Mail

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