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Pereira, Petrak, Misidjan: Auf wen setzt Schommers?

Beim 1. FC Nürnberg kehren wichtige Spieler zurück auf den Platz - 25.03.2019 12:22 Uhr

Drei wichtige Kräfte stehen dem 1. FC Nürnberg nach längerer Zwangspause wieder zur Verfügung. © Collage/Nordbayern.de


Ein Fußballspiel ist erst vorbei, wenn die Duschen angehen. Also knöpfte sich Boris Schommers nach dem 5:1 im Testspiel gegen Mlada Boleslav noch einen angeblich Hochbegabten vor; Timothy Tillman, einer der Auffälligeren am Freitagnachmittag, hörte aufmerksam zu, was ihm sein Vorgesetzter noch so alles mitzuteilen hatte.

Eine von Schommers Gesten sollte wohl heißen, dass sich Tillman, gegen den tschechischen Erstligisten rechts offensiv aufgeboten, viel mehr zutrauen soll. Tempo und Technik bringt er mit, um auch mal auf eigene Faust etwas zu riskieren, so wie vor dem 4:1, als Tillman zielstrebig in den Strafraum vorstieß und den Ball über den herausstürzenden Torhüter lupfte, Edgar Salli erledigte den Rest.

 

Ziemlich genau seit dem Trainerwechsel blüht Tillman auf. Vielleicht auch, weil ihn Schommers im Gegensatz zu seinem Vorgänger eher als Flügelspieler sieht und nicht im Zentrum. Selbst im hochdekorierten Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern hätten sie über Jahre nicht erkannt, dass der gebürtige Nürnberger seine Stärken am besten in der Mitte einbringen könne, Köllner ließ sich nicht davon abbringen. Und hatte deshalb keinen Platz für ihn.

Mehr als ein Experiment

"Ein spannendes Experiment" sei dieser Tillman, sagte Köllner, Nachfolger Schommers hingegen ging die Personalie etwas pragmatischer an und zeigte Tillman ungefähr Mitte Februar auf, was er noch besser machen müsse, um es in die Bundesliga zu schaffen. Ungefähr vier Wochen später gab er beim 1:2 in Hoffenheim ein ordentliches Debüt und ist mittlerweile drauf und dran, selbst die vermeintlichen Stammkräfte intern kräftig unter Druck zu setzen.

Trotz ansteigender Form droht ihm am Samstag, im ach so wichtigen Heimspiel gegen den FC Augsburg (Anstoß 15.30 Uhr/Live-Ticker auf nordbayern.de), aber wieder ein Platz auf der Ersatzbank, wie dem einen oder anderen auch, der sich zuletzt über Startelf-Nominierungen freuen durfte. Vor allem für vorn hat Schommers plötzlich wieder Alternativen; Matheus Pereira ist nach seiner dreiwöchigen Rot-Sperre wieder einsatzbereit, ebenso Virgil Misidjan, der am Freitagnachmittag in seiner knapp 40-minütigen Reha-Schicht gegen Mlada Boleslav einen munteren Eindruck hinterließ.

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Der 1. FC Nürnberg ist im Test gegen den tschechischen Erstligisten FK Mlada Boleslav seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Am Valznerweiher setzte es ein deutliches 5:1.


So etwas wie Konkurrenzkampf kann in der Schlussphase der Saison gewiss nicht schaden, zumal sich die Mannschaft aus unterschiedlichsten Gründen zuletzt fast von selbst aufgestellt hat. Schommers gefällt das, natürlich, schon gegen Mlada Boleslav hätten einige Reservisten zumindest versucht, sich aufzudrängen, sich zu zeigen. Von der Qual der Wahl wollte Schommers deswegen nicht gleich sprechen, bezeichnete die personelle Entspannung aber immerhin als "schöne Situation für das Trainerteam".

Ausdrücklich gelobt hat Schommers nach dem 5:1 aber einzig Fabian Nürnberger, den 19-Jährigen aus der U21, der große Rest musste mit einem sehr allgemein gehaltenen Lob zufrieden sein. Auch Matheus Pereira, der angeblich geläutert ist nach seinem folgenschweren Ausraster von Düsseldorf. "Gut, dass er wieder da ist, gut, dass er spielen könnte", sagt Schommers, "er hat eine Reaktion gezeigt." Ob die auch nachhaltig ist, wird sich zeitnah zeigen, "für seine Qualität ist noch Luft nach oben".

Es könnte eine interessante Trainingswoche werden beim 1. FC Nürnberg. 

Wolfgang Laaß

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