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Pro Schommers und Gärtla: Das wollen die Club-Fans

Auch zum Abstieg und der Vorstandschaft wurden vier FCN-Anhänger befragt - 28.04.2019 16:10 Uhr

Andy Meier, Benjamin Hartmann, Sabrina Bohn und Simon Strauß (v.l.n.r): Vier Club-Fans rechnen mit dem Abstieg, haben eine klare Meinung zum Trainer und zur neuen Vorstandschaft - und auch zum Gärtla. © Timo Schickler


Benjamin Hartmann ist Fan seit er 13 Jahre alt ist. Wegen der Arbeit musste er für sieben Jahre nach München, gehört seitdem zum Fanclub Frankenmissionare. "Inzwischen bin ich im schönen Mittelfranken zurück". Andy Meier war schon mit vier Jahren im Fanblock – heute steht er seit 22 Jahren vor Spielen auf dem Platz und schwenkt eine riesige Fahne. „Manche Entscheidungen triffst Du nicht. Sie treffen Dich! Und begleiten Dich Dein ganzes Leben", sagt Sabrina Bohn darüber, wie sie Clubfan wurde. Sie war mit ihrem Vater zum ersten mal beim Club. Genauso wie Simon Strauß.

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FCN-Fans über den Abstieg

Benjamin Hartmann: Die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Klasse halten, nach dem Stuttgart-Spiel auf ein Prozent. Selbst bei einem Sieg gegen Bayern: Drei Punkte in drei Spielen aufzuholen ist eine echte Nummer, auch wenn man sich das Restprogramm mal ansieht. Aber selbst wenn diese Hürde geschafft wäre, müssten wir dann noch in die Relegation. Da wartet nochmal ein starker Gegner auf uns. Wenn es wieder runter geht, wäre das nicht unverdient. Trotz zahlreicher Schiedsrichter-Fehlentscheidungen gegen uns haben wir diese Saison einfach keinen guten Fußball gespielt. Und sollte es doch noch klappen feiert Nürnberg ne Party, die du noch nicht gesehen hast!

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Andy Meier: Als erfahrener Clubfan nimmt man einen drohenden Abstieg leichter auf. Es bietet sich vielleicht die Chance, wieder etwas Neues aufzubauen, wenn das im vergangenen Jahr nun ja nicht funktioniert hat. Nachdem die Konsolidierung durch das Jahr in der Bundesliga so gut fortgeschritten ist, sehe ich auch positiv in die Zukunft. Wir können mit zwei, drei, vier, fünf Spielern etwas Neues zu schaffen. Durch die vielen Abstiege hat man sich dem Publikum aber ein Stück weit entledigt. Alles über 40.000 gibt es, außer an Tagen wie heute, nicht mehr. Wir müssen die Zuschauer wieder gewinnen.

Sabrina Bohn: Der Club hat Bayern vor allem eines voraus: die Leidensfähigkeit. Wir waren schon ganz unten und ziemlich weit oben. In dieser Saison reicht es halt nicht, das müssen wir akzeptieren – und nächstes Jahr wieder aufsteigen. Außerdem stehen wir finanziell so gut da wie seit Jahrzehnten nicht – und das Mannschaftsgefüge stimmt auch. Klar, wenn einer weg will, soll er gehen. Außer Mathenia, für mich Spieler der Saison. Er muss bleiben.

Simon Strauß: Im Grunde hat ja jeder damit gerechnet, dass wir mit unserem Budget nicht oben mitspielen werden. Dass es wie in Dortmund und Leipzig so deutlich ausfällt, hatte ich aber auch nicht erwartet. Hier war die Art und Weise schon sehr enttäuschend. Wenn wir es schaffen, dass der Kern der Mannschaft beibehalten wird und man mögliche Abgänge adäquat ersetzt, dann sollte der sofortige Wiederaufstieg drin sein. Zum Glück treibt uns der mögliche Abstieg diesmal nicht in den finanziellen Ruin.

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FCN-Fans zur Trainerfrage

Benjamin Hartmann: Besser keiner als Köllner. Schommers macht seine Aufgabe gut und Mintal als Co-Trainer gibt Rückhalt und kommt bei den Fans unheimlich gut an!

Andy Meier: Boris Schommers macht das gut — und ist für unsere Verhältnis erfolgreich. Für die übrigen Spiele einen Neuen einzustellen, wäre nicht ratsam gewesen. Vielleicht hat der Aufsichtsrat wirklich Zeit verschlampt als Bornemann noch da war. Ob Boris Schommers eine neue Mannschaft aufbauen kann, weiß ich nicht. Ich bin gespannt.

Sabrina Bohn: Von dem Wort Interimscoach halte ich gar nichts. Schommers ist Cheftrainer. Und er hat was zu sagen. Was als nächstes kommt? Schau‘n mer mal.

Simon Strauß: Schommers und Mintal leisten aktuell sehr gute Arbeit und man sieht endlich – wenn auch zu spät – das Potential, welches in der Mannschaft steckt. Mit einem früheren Trainerwechsel, wäre der Klassenerhalt durchaus drin gewesen. Trotzdem wünsche ich mir einen Trainer mit etwas mehr Erfahrung. Vor allem, weil ich nicht möchte, dass Marek Mintal an sein Denkmal gepinkelt wird. Die fehlende Erfahrung des Duos könnte in der zweiten Liga, gerade bei einer unerwarteten Niederlagenserie oder einem verpatzten Saisonstart, ein Nachteil sein.

FCN-Fans über die neuen Vorstände

Benjamin Hartmann: Dazu kann man noch wenig sagen. Palikuca ist ja erst seit ein paar Tagen im Amt. Ich denke, er muss seine Arbeit erst unter Beweis stellen. Es wird sich viel bis zum Beginn der neuen Saison zeigen.

Andy Meier: Es wäre schön, wenn der Aufsichtsrat mehr sportliche Kompetenz hätte — und Politiker gehören dort meiner Ansicht nach nicht rein. Ich hoffe, dass einer wie Andreas Köpke sich dort irgendwann einmal engagiert.

Sabrina Bohn: Palicuka – inzwischen hat sich der Name eingeprägt. Aber er soll ja ein gutes Netzwerk haben. Und er bringt Erfahrung mit. Niels Rossow finde ich gut, weil er mit der Region verbunden ist. Um Andreas Bornemann tut es mir ein bisschen leid, er hat viel Positives gebracht.

Simon Strauß: Dass der Club aktuell zum ersten Mal seit 2007 die Lizenz ohne Auflagen erhalten hat, ist zwar noch der Verdienst der alten Vorstände, aber vor allem Niels Rossow macht auf mich einen sehr kompetenten Eindruck. Die Verbundenheit mit der Region ist ein großer Vorteil. Robert Palikuca hat in Düsseldorf bewiesen, dass er einen erfolgreichen Kader zusammenstellen kann. Was man aktuell von ihm hört, stimmt positiv. Aber um ein genaues Bild zu bekommen, muss man ihn erst mal den Kader für nächste Saison zusammenstellen lassen.

FCN-Fans über das Gärtla

Benjamin Hartmann: Das ist natürlich eine Katastrophe, dass wegen ein paar Paragraphenreitern den Fans dieser legendäre Anlaufpunkt genommen wurde, der bis dahin in ganz Deutschland einzigartig war. Sogar Fans von auswärts haben uns dafür gelobt und beneidet. Ich kenne diesen Biergarten seit ich denken kann und es ist echt eine Schande, dass man keine Lösung gefunden hat, ihn zu erhalten. Damit ist uns allen ein Stück Tradition genommen worden.

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Bier, Pyro, Stimmung! "Fläschmob" vor dem Gärtla

"s'Gärtla mou bleim!" Das machten die Clubfans vor dem Heimspiel gegen Heidenheim mit einem "Fläschmob" deutlich. Knapp 400 Fans trafen sich am gesperrten Kult-Biergarten, öffneten und leerten gemeinsam Bierflaschen. Wie in besten Gärtla-Zeiten. Und das ein oder andere bengalische Feuer gab es auch noch.


Andy Meier: War immer ein tolles Anlaufziel davor und danach. Ich finde es sehr schade, auch wenn ich eher in der Kleingartenkolonie angehalten habe. Aber es war eine Institution. Würde mir wünschen, es würde wieder aufmachen. Auch weil der Kleingarten deshalb überfüllt ist. Du brauchst im Sommer einfach mehr Anlaufstellen.

Sabrina Bohn: Da ist sehr viel schiefgelaufen. Das Gärtla ist ein wichtiger Bezugspunkt auf dem Weg zum Stadion und sollte wieder öffnen.

Simon Strauß: Mit dem Gärtla fehlt gerade den mit der S-Bahn anreisenden Fans ein wichtiger Treffpunkt vor und nach dem Spiel. Das Gutmann am Dutzendteich fängt hier zwar viel auf, hat aber natürlich nicht den etwas abgeranzten und alternativen Charme des Gärtla. Es wäre schön, wenn hier eine Einigung mit der Stadt erfolgen könnte und wir zur neuen Saison wieder im Gärtla die Clubsiege feiern und die Niederlagen runterspülen können.

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