Sport wehrt sich zu Recht

Runter vom bayerischen Sonderweg!

27.8.2021, 18:52 Uhr
In anderen Bundesländern wird es derlei Fotos nicht mehr geben. In Nürnberg hofft man darauf, dass diese Plätze zum Saisonauftakt im Handball und im Eishockey besetzt sein werden. 

In anderen Bundesländern wird es derlei Fotos nicht mehr geben. In Nürnberg hofft man darauf, dass diese Plätze zum Saisonauftakt im Handball und im Eishockey besetzt sein werden.  © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / Thomas Hahn

In Berlin brannte am Donnerstag eine Kurve des Olympiastadions, 22500 Fans durften ihren FC Union feiern. In Kiel sollen künftig wieder 9000 Menschen gemeinsam Handball schauen dürfen, die Eishockey-Hallen von Iserlohn und Bietigheim werden sich zum Saisonstart in zwei Wochen komplett füllen, in Mannheim ist man selbst mit 8000 Zuschauern unzufrieden – und ruft nach Staatshilfen. Nur in Bayern soll der Spitzensport außerhalb der Fußballstadien weiterhin stattfinden, als hätte es die Impfkampagne und wissenschaftliche Erkenntnisse nie gegeben.

Dass die von Zuschauereinnahmen existenziell abhängigen Erst- und Zweitligisten des Freistaats diesen Sonderweg nicht mehr still und brav akzeptieren wollen, das kann vor allem verstehen, der weiß, wie viel sinnlose Arbeit in Hygienekonzepte, Notfall- und Coronapläne gesteckt wurde.

Abstand allein kann keine Antwort sein

Letztlich hat sich die bayerische Staatsregierung für das Bemühen der Klubs, ihren Sport sicher zu präsentieren, nie interessiert. Das muss nicht zwangsläufig auf die Inszenierung Markus Söders im Wahlkampf reduziert werden. Die Erkenntnis, dass in Bayern Sport, nicht Fußball, weder in Schule oder Verein, noch für Zuschauer einfach nicht wichtig genug ist, die allein ist bitter genug.

Dabei verlangt die Initiative um die Erstligisten HC Erlangen und Nürnberg Ice Tigers nicht mehr als ihren Konkurrenten in den 15 anderen Bundesländern zusteht. Und letztlich geht es nicht um Handball oder Eishockey. Es geht um nicht weniger als die Frage, wie Geimpfte, Genesene und Getestete in Bayern weiterleben dürfen. 1,50 Meter Abstand kann längst keine Antwort mehr auf diese Frage sein.

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