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Spiel um die Goldene Ananas: Bamberg trifft auf Teneriffa

Die Brose-Boys wollen sich ordentlich aus der BCL verabschieden - 04.02.2020 11:41 Uhr

Bambergs Trainer Roel Moors im Gespräch: Gegen Teneriffa möchte er einiges ausprobieren. © Nicolas Armer/dpa


Im Gegensatz zu den Oberfranken, die nach der bitteren 75:78-Pleite vergangene Woche in Peristeri vorzeitig ausgeschieden sind, steht für die Mannschaft aus Teneriffa noch einiges auf dem Spiel. Die Spanier reisen zwar als Tabellenführer der Gruppe C nach Deutschland, allerdings ist ihnen das punktgleiche Nymburk (Tschechien) dicht auf den Fersen. Will die Truppe von Coach Txus Vidorreta als Gruppenerster in die BCL-Playoffs einziehen, sollte in Bamberg ein Sieg eingefahren werden. Um jegliches Taktieren der Teams, für die am letzten Spieltag noch Entscheidungen anstehen, zu unterbinden, hat die Champions League vorgegeben, dass kein Spiel später als 20.30 Uhr Ortszeit angepfiffen werden soll. Da Gaziantep der deutschen Zeit zwei Stunden voraus ist, wurde der allgemeine Tip-Off auf 18.30 Uhr festgelegt.

Starkes Quartett bei Teneriffa

Wie das gehen kann, haben die Spanier bereits im Hinspiel gezeigt. Angeführt von Giorgi Shermadini (19 Punkte) und Sasu Salin (15) fegte Teneriffa die Bamberger Anfang Dezember mit 82:64 aus der heimischen San Cristobal de La Laguna. Das georgisch-finnische Duo ist auch im bisherigen Saisonverlauf Teneriffas Punktegarantie. Mit 14,8 (Shermadini) und 10,8 (Salin) führen beide ihr Team an, bekommen aber auch reichlich Unterstützung. Mit dem im Januar nachverpflichteten Ex-BBL-Profi Aaron White (12,0 PpG) und Marcelinho Huertas (11,6 PpG) liegen noch zwei Akteure zwischen dem Duo, sodass alle vier ein schlagkräftiges Offensiv-Quartett bilden. Der italienische Point Guard Huertas hat im Spiel der Insulaner zudem fest die Zügel in der Hand und verteilt satte 8,7 direkte Korbvorlagen pro Partie an seine Mitspieler (mit Abstand bester Wert des gesamten Wettbewerbs). Aufgrund seiner Körpergröße von 2,16 Meter ist es nicht allzu überraschend, dass Giorgi Shermadini nicht nur Topscorer, sondern mit 5,6 abgegriffenen Fehlwürfen auch Toprebounder seines Teams ist.

Die Jungs von den kanarischen Inseln konnten ihr letztes BCL-Spiel in der vergangenen Woche gewinnen. Gegen das Gruppenschlusslicht aus Riga setzte sich Teneriffa mühelos mit 92:59 durch. In der heimischen ACB mussten die Korbjäger aus Teneriffa allerdings zuletzt am Wochenende eine knappe 83:87-Heimniederlage gegen Barcelona hinnehmen – also das genaue Gegenteil zu Brose Bamberg, das unter der Woche sein BCL-Spiel in Peristeri verlor, am Sonntagnachmittag in eigener Halle aber einen wichtigen 87:76-Sieg gegen Frankfurt einfahren konnte. Besonders erfreulich war dabei der Support von der Bank. 51 der 87 Bamberger Punkte gegen Frankfurt kamen von den Spielern, die nicht zu Spielbeginn auf dem Feld standen. In erster Linie sind hier Kapitän Elias Harris (25 Punkte) und Tre‘ McLean (13) zu nennen, die ihre Farben als Topscorer anführten.

„Jeder Sieg tut gut“

„Jeder Sieg gibt uns Selbstvertrauen. Persönlich bin ich froh, dass ich endlich einmal wieder ein paar Würfe getroffen habe. Das tut gut, lässt mich, lässt uns positiv nach vorne schauen“, zeigt sich Tre‘ McLean glücklich über den letzten Ligasieg. Dem Bamberger Small Forward ist allerdings auch bewusst, dass man „gegen Teneriffa noch etwas gut zu machen hat. Wir haben uns dort nicht wirklich gut präsentiert“, schaut Bambergs Nummer elf kurz zurück, um den Blick dann gleich wieder auf das Wesentliche zu richten: „Natürlich hat das Spiel sportlich für uns keinen Wert, jedoch ist jedes Spiel gut, um weiter an uns zu arbeiten, um möglichst schnell dahin zu kommen, wo wir alle hinwollen.“

Ähnlich sieht es auch sein Coach, der im Vorfeld trotz der sportlichen Bedeutungslosigkeit betont, dass man das Spiel gegen Teneriffa definitiv ernst nehme. „Das sind wir uns und vor allem unseren Fans schuldig. Wir werden nicht nonchalant spielen, wie man bei uns sagt.“, sagt Moors. Der Belgier nimmt diese Partie allerdings auch als willkommene Gelegenheit, um „einiges auszuprobieren. Neue Dinge, die ich testen möchte.“

Unabhängig vom Ausgang ist die internationale Saison 2019/2020 also spätestens gegen 20:30 Uhr für Brose Bamberg zu Ende. Danach gilt es, sich ausschließlich auf die Aufgaben in der Basketball Bundesliga zu konzentrieren, um zumindest dort den Sprung in die Playoffs zu schaffen. Am nächsten Samstag kommt es für die Domstädter dann zu einem weiteren Fight gegen einen direkten Konkurrenten, wenn Brose Bamberg um 18 Uhr in Vechta zu Gast ist.

Benjamin Strüh

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