Sport für Kinder: Petition fehlen noch 500 Unterschriften

1.4.2021, 06:00 Uhr
„„Es war absolut die richtige Entscheidung“: Michael Luntz und seine Mitstreiter vom Post SV haben bereits knapp 23 500 Unterschriften gesammelt.
 

„„Es war absolut die richtige Entscheidung“: Michael Luntz und seine Mitstreiter vom Post SV haben bereits knapp 23 500 Unterschriften gesammelt.   © Sportfoto Zink / WoZi, NN

Aufgeben? Resignieren? Für Michael Luntz ist das keine Option. Der Fußball-Abteilungsleiter des Post SV hat mit einigen Mitstreitern aus dem Verein vor knapp sechs Wochen eine Petition gestartet. Mit dieser wollten sie „die sofortige Wiederaufnahme des Sport- und Trainingsbetriebes im Freien in den Vereinen, vor allem für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren“ erreichen. Zu den benötigten 24 000 Unterstützern aus Bayern fehlen inzwischen nur noch knapp 500, weshalb Luntz sich entschieden hat, die Petition nochmal zu verlängern.


Petition des Post SV soll Sport für Kinder ermöglichen


In den vergangenen Monaten hat Luntz, der Pilot ist, keine Menschen durch die Welt geflogen, dafür aber sein Anliegen verbreitet: den Kindern und Jugendlichen endlich wieder Sport und Bewegung mit Gleichgesinnten im Freien zu ermöglichen. Der 46-Jährige hat deshalb viele Interviews gegeben, er hat Briefe an Politiker geschrieben, vor drei Wochen war eine Delegation des Post SV sogar auf Einladung zu Gast beim für den Sport zuständigen Innenminister Joachim Herrmann in Erlangen. 30 Minuten gewährte ihnen der CSU-Mann, dem sie 433 Seiten Unterschriften übergaben. „Er hat versprochen, sich einzusetzen“, sagt Luntz.

Mit den ersten Öffnungsschritten war beim Post SV auch wieder Training in kleineren Gruppen möglich – doch als vor kurzem die vielzitierte „Notbremse“ gezogen wurde, da war alles wieder vorbei. Aufgeben? Resignieren? Nein. Beim Post SV haben sie auf dem Kunstrasenplatz mit 450 Hütchen 16 Felder für Fußballtennis aufgebaut, auf denen sich immer zwei Spieler duellieren können.

Ab der D-Jugend Fußtennis

Für die Kleinsten im Verein ist das aber noch nichts, sie sind weiterhin außen vor, ab der D-Jugend bis hinauf zu den Erwachsenen aber können die Mannschaften so zumindest trainieren. „Da ist immer ein Trainer dabei, der nach fünf Minuten Fußtennis pfeift“, erzählt Luntz, „dann machen sie einige Burpees oder Technikübungen und spielen weiter.“

Es ist zumindest ein kleiner Fortschritt, größere sind ohnehin erst einmal mal nicht zu erwarten. „Mir war klar, dass wir politisch nicht viel erreichen werden“, sagt Luntz, „wenn die Politik jetzt etwas inzidenzunabhängig erlaubt, würde das die Büchse der Pandora öffnen.“


Petition: Post SV übergibt 433 Seiten Unterschriften an Herrmann


Also war alle Arbeit umsonst? Die Petition, die Interviews, die viele Zeit? „Es war absolut die richtige Entscheidung“, so Luntz. Das Echo zeige, dass das Anliegen „gesellschaftlich relevant“ sei, dass es wichtig war und ist, über die Sorgen, Nöte und Probleme der Kinder zu sprechen und nach Lösungen zu suchen. Womöglich, sagt der 46-Jährige, hat mancher die Petition auch falsch verstanden. Es ging und geht schließlich nicht nur um den Fußball.

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