SpVgg Greuther Fürth

SpVgg-Finanzdirektor froh: "Wir hatten keine Austrittswelle"

16.3.2021, 11:27 Uhr
„Bei uns muss allen immer klar sein: Das Zugpferd ist die Kommanditgesellschaft. Wenn es der ganz gut geht, geht es auch dem Verein gut“, sagt Dirk Weißert.

„Bei uns muss allen immer klar sein: Das Zugpferd ist die Kommanditgesellschaft. Wenn es der ganz gut geht, geht es auch dem Verein gut“, sagt Dirk Weißert. © Foto: Thomas Hahn/Zink

Die SpVgg Greuther Fürth steht für Profifußball. Hinter der GmbH & Co. KGaA, in der der Profiverein rechtlich geführt wird, gibt es aber auch den eingetragenen Verein, der den Breitensport beheimatet – mit immerhin 2500 Mitgliedern. Und der ist bislang ganz gut durch die Corona-Krise gekommen.


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Dirk Weißert klingt am Telefon entspannt. Er ist Vizepräsident des Vereins und der "Direktor Finanzen" der Kommanditgesellschaft auf Aktien, sprich: der Profiabteilung. Er darf verkünden: "Wir hatten keine Austrittswelle im e. V. und können bislang wirklich zufrieden sein."

Während andere Vereine in der Region einen massiven Mitgliederschwund beklagen, ist die SpVgg bislang gut durch die Pandemie navigiert. Turnen, Tischtennis, Hockey, Volleyball, Schwimmen und Handball sind die sechs Abteilungen, die aber von der GmbH & Co KGaA abhängig sind.

"Bei uns muss allen immer klar sein: Das Zugpferd ist die Kommanditgesellschaft. Wenn es der ganz gut geht, geht es auch dem Verein gut", sagt Weißert. So muss die KGaA zum Beispiel Pacht an den Verein für die Nutzung der Trainingsplätze an der Kronacher Straße bezahlen. Zudem sind alle Spieler der Fußballabteilung bis zur U 23 Mitglied im Verein.

Öffnen und schließen: Weißert fordert eine Lösung

"Eine schnelle Öffnung des Vereinssports ist natürlich nicht so einfach", erklärt Weißert, "denn die Regelungen sind kompliziert. Was fehlt, ist eine praktikable Lösung, bei der man nicht entsprechend der Inzidenz alle drei Tage schließen muss und dann wieder aufsperren kann. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich in nächster Zeit viele Vereine an die Regierung wenden werden. Wir brauchen dringend Lösungen."

Die Beschlüsse des letzten Bund-Länder-Treffens, die Vereinssport unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, wollte der Verein eigentlich ab Montag umsetzen. Daraus wird vorerst nichts. Am Freitag lag die Inzidenz bei 134,6 und somit schaut die Hockeyabteilung, die als erste wieder begonnen hätte, in die Röhre.


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Vereinssport darf momentan nur im Freien stattfinden, aber auch dort müssen Plätze hergerichtet und Aufgaben erledigt werden. Bei einer Öffnung der Hallen zu einem späteren Zeitpunkt kämen Heizungs-, Strom- sowie Reinigungskosten dazu. "Wir müssen uns schon immer genau überlegen, was wir wann machen", sagt Weißert. Onlinekurse waren bislang die einzige Möglichkeit, mit den Mitgliedern in Kontakt zu bleiben. Weißert ist natürlich froh, dass die Lizenzmannschaft gerade richtig gut in Form ist und aufsteigen kann.

Massive Einsparungen bei den Profis

Das würde auch dem e. V. eine gute Zukunft garantieren. In der KGaA wurde mit dem Beginn der Coronakrise "jeder Stein umgedreht. Der Zustand der KGaA schlägt von oben bis unten durch." Um das Konstrukt Greuther Fürth am Laufen zu halten, wurde im Profibereich in vielen Bereichen massiv eingespart, ohne die Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel zu setzen. Die Fußballmannschaft setzt gerade alles daran, nach 2012 ein zweites Mal in die Bundesliga aufzusteigen und somit künftig einen größeren Anteil an den überlebenswichtigen TV-Geldern zu erlangen.

Der neue Vertrag, den die Deutsche Fußball-Liga mit den Rechteanbietern aushandelte (rund 4,4 Milliarden Euro in vier Jahren), startet zur neuen Saison. Die Auszahlungen an die Vereine steigern sich mit jedem Jahr. Da der aktuelle Vertrag am Saisonende ausläuft, gibt es in der kommenden Spielzeit erst mal weniger Geld. Es geht also auf der Auszahlungstreppe wieder bei "null" los.

Auf null steht seit vergangenem Herbst auch der Breitensport. Mehr Stillstand geht nicht. Die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr ins Training aber bleibt.

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