Beide Außenverteidiger verletzt

Kleeblatt reist mit Personalproblemen zum Pokalspiel nach Babelsberg

5.8.2021, 14:11 Uhr
Sorgenvoller Blick aufs Wochenende: Stefan Leitl muss auf insgesamt sieben Spieler verzichten. 

Sorgenvoller Blick aufs Wochenende: Stefan Leitl muss auf insgesamt sieben Spieler verzichten.  © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Wer Stefan Leitl in den vergangenen Wochen beobachtete, sah einen sehr zufriedenen Menschen. Im Trainingslager in Österreich wirkte der Trainer der SpVgg Greuther Fürth gelöst, er lachte in den Gesprächen und sprach von der Vorfreude auf die großen Aufgaben in der Bundesliga. Am Donnerstag sah man dagegen einen anderen Stefan Leitl, einen, bei dem die Sorgenfalten auf der Stirn in der virtuellen Pressekonferenz zwar nicht zu sehen, bei dem die Sorgen aber doch in jedem Satz zu hören waren.

Auf das Podium hatte Leitl einen Zettel mitgebracht, um nichts zu vergessen. Die Verletztenliste beim Kleeblatt ist lang - so lang, dass sich der Trainer extra nochmal alle Namen aufgeschrieben hatte. Neben Angreifer Jessic Ngankam, der die Reha nach seinem Kreuzbandriss in Berlin absolviert, wird auch Marco Meyerhöfer beim Pokalspiel in Babelsberg am Samstag (18.30 Uhr, Liveticker auf nordbayern.de) fehlen.

Der rechte Verteidiger hatte am Ende des Trainingslagers einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen, der sich laut Leitl als "schlimmer herauskristallisiert" hat. Derzeit kann Meyerhöfer nur individuell trainieren, Leitl hofft, dass er kommende Woche wieder mit der Mannschaft auf dem Platz stehen kann, um beim Bundesliga-Auftakt in Stuttgart dabei sein zu können. Neuzugang Max Christiansen ist "nach wie vor krank, aber auf dem Weg der Besserung", für Babelsberg ist aber auch er kein Option. Genauso wie Robin Kehr und der junge Elias Kratzer, die beide über Adduktorenprobleme klagen.

Damit war Stefan Leitl aber noch nicht am Ende seiner langen Liste angekommen. Angreifer Havard Nielsen hatte vor zweieinhalb Wochen beim Testspiel in Ingolstadt einen Schlag auf den Spann abbekommen, trainierte in Österreich vier Tage nur mit dem Athletiktrainer und fehlte zuletzt auch bei der Generalprobe in Istanbul (2:3). Auch in dieser Woche hat er nur Teile des Mannschaftstrainings absolviert - sollte er bis zur Abfahrt nach Babelsberg nicht komplett fit sein, "werden wir ihn auch nicht mitnehmen", so Leitl.

Als wären sechs verletzte Spieler nicht schon genug, hat sich der einzige Linksverteidiger im Fürther Aufgebot auch noch verletzt. Luca Itter hatte beim Versuch, einen Schuss zu blocken, "im Sprunggelenk nicht die nötige Spannung", wie Leitl erzählt, jetzt ist dessen "Außenband lädiert". Auch bei Itter wird es deshalb eine sehr kurzfristige Entscheidung, ob er in Babelsberg mitwirken kann, eine, die laut Leitl vom "Schmerzempfinden" abhängt.

Damit werden die Fürther beim Regionalligisten, der zwei von drei Spielen der neuen Saison gewonnen hat, mal wieder improvisieren müssen. Abdourahmane Barry gab zuletzt zweimal den rechten Verteidiger und deutete an, dass er den verletzten Meyerhöfer zumindest vorübergehend ersetzen kann, Simon Asta rückte beim Testspiel gegen Hoffenheim auf die linke Abwehrseite, wo er auch in Babelsberg spielen könnte.

Noch ein bisschen schwieriger wird die Aufgabe, weil die Babelsberger in dieser Woche überraschend ihren Trainer entlassen haben. „Es geht darum, den Gegner nicht unterschätzen und mit Überzeugung Fußball zu spielen“, sagt Leitl. „Darum, von Beginn an klar zu machen, dass wir in die zweite Runde wollen.“

Wer am Samstagabend im Fürther Tor stehen wird, ist noch immer offen, zumindest wollte Leitl noch keine klare Nummer eins benennen. Sascha Burchert hatte zuletzt beim Test in Istanbul sehr unglücklich agiert – und seinem Trainer damit ein paar weitere Sorgen beschert.

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