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SpVgg Greuther Fürth ruft die Hockey-Olympiade aus

Ein interner Wettbewerb soll Fürths Hockeyspieler durch den Lockdown helfen - 18.01.2021 10:59 Uhr

Andreas und Ylva Büdel geben zu Hause alles bei der „Hockeyolympiade“. Da brennen die Oberschenkel.

15.01.2021 © Foto: privat


Die Uhr tickt. Angestrengt sitzt Andreas Büdel in der Hocke an einer Wand in seinem Haus, die ersten Schweißtropfen rinnen schon das Gesicht herunter, der Kopf wird rot, doch die Uhr tickt für ihn. Es gilt, sich so lange wie möglich ohne Stuhl an die Wand zu lehnen.


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Direkt daneben lässt Tochter Ylva geschickt den Hockeyball auf ihrem Schläger auf- und niedersausen, "ditschen" nennen die Hockeyspieler das. Auch bei ihr tickt die Uhr. Doch jede Sekunde fühlt sich nicht wie beim Vater wie eine gewonnene an, sondern wie eine verlorene, denn Ylva versucht, den Ball möglichst oft in einer Minute ditschen zu lassen.

Die "Kleeblatt-Olympiade" treibt die Hockerer der SpVgg Greuther Fürth an. Online-Training machen viele, doch diese Aktion soll einen Schritt weitergehen, etwas berücksichtigen, was im Training oft zu kurz kommt: Wettkampfcharakter.

Die Laune hochhalten

"Wir haben gemerkt, dass die Motivation im Training schon etwas nachlässt, auch bei uns selber", gibt Ylva Büdel einen Einblick. "Darum haben wir uns im Verein etwas überlegt, wie wir bei den Mitgliedern die Laune hochhalten können." Zu fünft sind sie, sozusagen ein weiß-grünes olympisches Komitee, das sich unter der Leitung der Studentin die Aufgaben ausgedacht hat.

Athletik, hockey-spezifische Übungen und Gleichgewicht lautet der Kleeblatt-Dreikampf der Hockeyspieler. "Wir wollten nicht nur einfache Fitnessübungen dabei haben, sondern auch leichte Hockeyaufgaben einbauen, die jeder daheim nachmachen kann", erklärt Abteilungsleiter Andreas Büdel.


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Die erste Runde ging Ende des vergangenen Jahres über die Bühne. Der Erfolg und die Nachfrage waren so groß, dass am 11. Januar die zweite Runde gestartet ist. Tochter Ylva, Spielerin der ersten Damenmannschaft und Jugendtrainerin, hat sich den Großteil der Aufgaben ausgedacht. Zusätzlich zu den beiden genannten kamen im November Ausfallsprünge, das Balancieren einer Kugel auf dem Schläger und Dribbling-Übungen dazu.

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Es gilt, eine Übung pro Woche zu absolvieren, die der Übungsleiter beim Online-Training über Zoom abnimmt. Alternativ drehen die Sportler Videos, die sie dann auf WhatsApp oder Instagram posten oder beim Komitee einreichen. Was diesmal dabei ist, das bleibt bis kurz vorher jeweils ein kleines Geheimnis. Schließlich gilt es auch, spontan die Übungen zu bewältigen und nicht schon lange darauf hinzutrainieren.

Mitmachen kann jeder in der Hockeyabteilung und das kann man fast wörtlich nehmen. Rund 95 Prozent beteiligen sich, 212 Teilnehmer sind das. Die reichen von den jüngsten zu den ältesten Mitgliedern, Männer und Frauen sind gemeinsam mit Kindern in zehn Teams mit knapp 20 Teilnehmern fair gemischt, so dass niemand einen Nachteil hat.

Um die Motivation beim Nachwuchs hochzuhalten, werden alle Ergebnisse der unter Achtjährigen mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Doch um den Nachwuchs müsse man sich ohnehin keine Sorgen machen, denn die seien oft mit der größten Begeisterung am Werk.

Zusammenhalt stärken

Außerdem soll durch die gemischten Teams der Zusammenhalt in der Abteilung gestärkt werden. Mitglieder können sich kennenlernen, die vorher vielleicht noch nichts miteinander zu tun hatten.

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Ein Ersatz für richtiges Hockey sei das laut den beiden Büdels natürlich nur zwangsweise, doch ließe sich so neben der verbesserten Fitness zumindest ein bisschen der Wettkampfcharakter erhalten. Und: Die Übungen sollen auch künftig in das normale Training zur Auflockerung einfließen.

Für die Zeit nach dem Lockdown und wenn die Pandemie wieder so etwas wie Vereinstreffen zulässt, wollen sich die Hockeyspieler bei einem großen Fest treffen. Bis dahin ist es noch ein weites Stück. Doch die Laune verderben lassen sich die Hockey-Olympioniken davon nicht. Ditschen und Wandsitzen versüßen das Daheimbleiben – solange man sich mit den anderen messen kann.

Markus Eigler Fürther Nachrichten E-Mail

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