Tabuthema in der Kreisklasse 1: Großdechsendorf spricht nicht vom Aufstieg

30.9.2021, 11:49 Uhr
Oliver Leipold vom FC Großdechsendorf (weiß) kommt vor Robin Lechner von der DJK Erlangen an den Ball.

Oliver Leipold vom FC Großdechsendorf (weiß) kommt vor Robin Lechner von der DJK Erlangen an den Ball. © Foto: Wolfgang Zink

Die Vorzeichen hätten vor dem Spiel nicht deutlicher sein können: Der ungeschlagene Tabellenführer FC Großdechsendorf traf auf den Zwölften, die DJK Erlangen. Die von Spielertrainer Hannes Decher trainierten Dechsendorfer gingen als klare Favoriten in dieses Heimspiel.


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Doch Fußball ist auch deshalb so beliebt, weil sich ein Spiel manchmal anders entwickelt als erwartet – und so sahen die rund 70 Zuschauer eine ausgeglichene Anfangsphase ohne große Höhepunkte. Dabei kam die Heimmannschaft nicht in ihre so gefürchteten Pressingaktionen, was sicher auch am teilweise sehr tiefen Rasen lag.

So richtig Fahrt nahm das Spiel erstmals nach einer Viertelstunde auf, als Stefan Räuber, der beste Torjäger des FC, eine gute Flanke von der rechten Seite nur knapp neben den kurzen Pfosten setzte. Ab diesem Zeitpunkt gewannen die Angriffe der besten Offensive der Liga an Druck und so vergab Hannes Decher zweimal innerhalb weniger Minuten die Möglichkeit auf den zu diesem Zeitpunkt verdienten Führungstreffer.

Söllmann zum achten Mal

Die Erlösung brachte in der 40. Minute eine starke Einzelaktion des auffälligen Florian Söllmann, der mit einer Körpertäuschung am Gegner vorbeiging, im richtigen Moment den Ball in die Tiefe auf Stefan Räuber spielte, der mit einem trockenen Abschluss sein achtes Saisontor erzielte. Kurz vor dem Pausenpfiff ergab sich für Decher erneut die Chance, sein Torkonto zu verbessern, doch es sollte noch nicht so weit sein. Und so ging es mit einer verdienten Führung in die Pause. Bis dato war von der DJK aus Erlangen und ihrem Toptorjäger Marco Müller, der mit bereits elf Toren in der laufenden Saison auf Platz zwei der Torschützenliste liegt, noch wenig zu sehen.

Dies sollte sich in der zweiten Hälfte aber ändern, denn die Mannen von Alban Bllaca kamen deutlich verbessert aus der Kabine und meldeten sich in der 55. Minute mit einer Großchance von Robin Lechner vor dem Tor von Dominik Ort an. In einer deutlich stärker umkämpften zweiten Halbzeit, in der Erlangen sehr gut mithielt, vergab Söllmann in der 68. Minute die große Chance zur Vorentscheidung.

Gästekeeper Manuel Farfan machte sich im Eins-gegen-eins ganz groß und konnte die Chance vereiteln. Und so kam es, wie es im Fußball manchmal kommt, wenn man seine Chance nicht nutzt. Torjäger Müller setzte sich stark im Duell gegen Außenverteidiger Lennart Braun durch, der den Angreifer unten am Fuß traf – Elfmeter. Kapitän Lukas Stegmaier trat an und verwandelte sicher in die Mitte.

Die Schlussphase war eröffnet und Großdechsendorf wollte sich mit einem zweiten Remis in Folge, nach dem jüngsten 2:2 gegen den Verfolger TSV Neuhaus, nicht zufrieden geben. Es gelang ihnen, noch einmal Druck aufzubauen, doch innerhalb von zwei Minuten (80,81) vergaben Braun als auch erneut Decher Chancen auf den Siegtreffer.

"Auch das muss man können"

Letzterer sollte sich für seine couragierte Leistung aber in der 85. Minute belohnen. Selbst leitete er den Angriff über die rechte Seite ein, ehe er nach zwei gut gespielten Stationen alleine vor dem Torwart stand und diesmal die Nerven behielt. 2:1 fünf Minuten vor Schluss. Die benötigte Schlussoffensive der Erlanger blieb aus und so bleibt der FC Großechsendorf auch im zehnten Saisonspiel weiter ungeschlagen.

Mit nun drei Punkten Vorsprung auf die U 23 von Erlangen-Bruck grüßt Großdechsendorf von der Tabellenspitze und gilt als Favorit auf den Aufstieg. Nach dem Spiel bezeichnet Matchwinner und Spielertrainer Hannes Decher den Sieg als dreckig, "aber auch das muss man können, wenn man seine Ziele erreichen will".


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Auf das Saisonziel angesprochen, sagt der Trainer: "Wir haben uns versprochen, das Wort Aufstieg zu vermeiden, aber ja wir wollen nächstes Jahr in der Kreisliga spielen." Das Spiel am Sonntag zeigte jedoch, dass gute Vorzeichen die Aufgaben nicht unbedingt erleichtern.

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