Fußball-Kreisliga Nürnberg/Frankenhöhe 2

Trainer Fischer über Fast-Absteiger ASV Fürth: "Ich sitze nicht auf einer Wolke"

Martin Schano
Martin Schano

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9.7.2021, 14:58 Uhr
Vier Augen für den Klassenerhalt: Reinhold Fischer (links) und sein Co-Trainer Stefan Sattler stecken oft die Köpfe zusammen, wenn es darum geht, den ASV Fürth besser zu machen. Fischer hält große Stücke auf den ehemaligen NLZ-Trainer der SpVgg.

© Foto: Wolfgang Zink Vier Augen für den Klassenerhalt: Reinhold Fischer (links) und sein Co-Trainer Stefan Sattler stecken oft die Köpfe zusammen, wenn es darum geht, den ASV Fürth besser zu machen. Fischer hält große Stücke auf den ehemaligen NLZ-Trainer der SpVgg.

Jürgen Loos will gleich mal eines klarstellen: „Anders als so mancher Konkurrent arbeiten wir auf unsere Spieler bezogen nicht mit Geld" Der Fußballabteilungsleiter des ASV Fürth und seine Ehrenamtlichen schufen "andere Anreize", wie er es nennt. Denn sie haben ganz schön gewerkelt an der Magazinstraße seit Beginn der Pandemie.


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"Es war wichtig, etwas zu tun, da vieles schon wirklich in die Jahre gekommen war und wir wollten den Mitgliedern etwas zurückgeben", beschreibt Loos das an vielen Ecken sanierte Vereinsgelände.

Das Ergebnis der monatelangen Arbeit: Neue Fliesen und frische Farbe im Kabinengang, die Gästedusche und eine Toilette sind saniert, im Geschäftszimmer wärmen nun Heizkörper im Winter die Funktionäre, der Nebenraum im sogenannten Trautnitz-Heim erstrahlt ebenfalls in neuem Glanz.

Den Containerbau mit 160 Quadratmetern Nutzfläche hat vor rund 20 Jahren der mittlerweile gestorbene Spieler und Gönner Fritz Trautnitz von der Hans-Böckler-Schule herüberbringen lassen, es handelte sich um zwei Klassenzimmer, die kostenlos zu haben waren. "Und es wird auch in Zukunft viel passieren", ist sich Trainer Reinhold Fischer sicher.

Wohlfühlatmosphäre und Wintertrainingslager

Er ist der größte Profiteur der Sanierung, denn wenn man schon nicht mit Geldscheinen winken kann, dann wenigstens mit einer Wohlfühlatmosphäre und einem Wintertrainingslager.

Und das scheint zu ziehen bei jenen Fußballern, die Fischer sich von Loos als Neuzugänge explizit gewünscht hat: Jan Holysz, Pawel Kielbasa (beide vom SV Wacker Nürnberg), Kevin Kraus (ASV Zirndorf), Mohammad Abdullah (SV Wacker Salzungen), Michael Hahn (TSC Weissenbronn), Sidney Hertl (SC Germania) sowie die Rückkehrer Kevin Berecz und Marcel Pfortner tragen in der kommenden Saison das ASV-Trikot. Bereits integriert ist Salva Donato, der sich als einziger aus der eigenen A-Jugend mit 19 Jahren einen Stammplatz auf links erkämpft hat.

Verzichten muss Fischer hingegen auf Thorsten Klaski, der seine Laufbahn beendete und Florian Knauer, der es laut Fischer wegen Hausbau und Nachwuchs langsamer angehen müsse. Doch der Coach hat ihn noch nicht abgeschrieben: "Wenn es an der Zeit ist, wird er schon wieder loslegen."

Dass also gleich acht Neue die zwei Abgänge kompensieren sollen, hat vor allem damit zu tun, dass der ASV so etwas wie in der Vorsaison nicht mehr erleben möchte. Nur dank der Quotientenregelung sind die Südstädter mit 0,2 Punkten Vorsprung dringeblieben in der Kreisliga Nürnberg/Frankenhöhe 2.

Zu krasser Umbruch

Das hatte laut Loos auch damit zu tun, dass der Umbruch vor jener Spielzeit hart ausgefallen war, sodass sich "erst langsam eine Mannschaft finden konnte". Dank der Neuzugänge soll nun alles anders werden. Fischer drückt es so aus: "Wir wollten diese Spieler. Sie werden uns in der Spitze und in der Breite verstärken. Dadurch erhoffe ich mir eine entspanntere Saison 2021/22."

Aber ist das so einfach? Acht Neue und die Punkte fallen vom Himmel? "Ich sitze nicht auf einer Wolke mit irgendeinem Buch und lese Träumereien vor", wird Fischer poetisch, "auch wenn die Neuzugänge qualitativ gut sind, müssen sie erst mal integriert werden." Zudem seien Knauer und Klaski nicht so einfach zu ersetzen, "ihr Verlust schmerzt, weil sie verlässliche Innenverteidiger waren".

Der Schlüssel zur neuen Gelassenheit der "Magaziner" sei die Vorbereitung, in der bereits erstes "Geknurre" aufkam über die harten Laufeinheiten, so Fischer. Zwar sei der Ball immer wieder dabei in diesen Tagen, "sonst könnten wir uns ja einem Leichtathletikverein anschließen", doch in den Anforderungen bleibt er hart: "Wir müssen ordentlich trainieren, die Mannschaft muss viel leiden, damit wir Grundlagenausdauer und ein System haben. Das dauert seine Zeit." Derzeit gehe es um die Laufwege.

Co-Trainer war im NLZ der SpVgg Greuther Fürth

Der 61-jährige Fischer will unter Mithilfe seines Co-Trainers Stefan Sattler (37) im 4-1-4-1, 4-3-3 oder 4-4-2 spielen lassen, "auch wenn wir nur in der Kreisliga sind". Nicht zuletzt Sattler, mit dem er bereits in Neustadt und Gutenstetten gearbeitet hat, bringe dafür gute Ideen ein. "Er kommt aus dem Nachwuchsleistungszentrum der Spielvereinigung und hat mit mir das Training so getaktet, dass es funktionieren kann."


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Doch Fischer und Sattler wollen keine reinen Schleifer sein. Als "Belohnung für die Spieler" organisieren sie gerade ein Trainingslager. Die Spieler müssen zwar einen Eigenanteil zahlen, doch es ist eine Premiere beim ASV. Im März soll es an den Gardasee gehen, so die Inzidenz will.

Dass der Wert momentan so gering ist, ist Fluch und Segen zugleich für den ASV: Zum Saisonauftakt fehlen fünf Spieler, weil sie in den Urlaub fahren.

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