Überrannt, erdrückt, gedemütigt: Pressestimmen zum DFB-Debakel

18.11.2020, 13:43 Uhr
Niemand schien eine Erklärung für das zu haben, was am Dienstagabend passiert war. Die Bild-Zeitung zählte elfmal die Verwendung des Wortes
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Niemand schien eine Erklärung für das zu haben, was am Dienstagabend passiert war. Die Bild-Zeitung zählte elfmal die Verwendung des Wortes "irgendwie" im Statement des Bundestrainers nach dem Abpfiff. So richtig verstehen konnte es eben irgendwie keiner. Die Medien aber fanden international harte Worte zum blamablen 0:6 der deutschen Nationalmannschaft in Spanien und stellten Joachim Löw in Frage. Hier ein Überblick über die internationalen Pressestimmen zum DFB-Debakel! © Daniel Gonzales Acuna, dpa

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"Einbahnstraßenfußball in Sevilla" - kicker

"Die DFB-Elf trat offensiv überhaupt nicht in Erscheinung und wurde defensiv ein ums andere Mal schwindelig gespielt", stellte der kicker fest und bemängelte außerdem die fehlende "Gegenwehr gegen spielfreudige Spanier". Bezeichnend ist neben den sechs Gegentoren eben auch, dass es "sage und schreibe bis zur 77. Minute dauerte, ehe Deutschland den ersten und einzigen nennenswerten Schuss aufs spanische Gehäuse abgab". Beim "Einbahnstraßenfußball in Sevilla" wurde die deutsche Nationalmannschaft "phasenweise deklassiert". © Daniel Gonzales Acuna, dpa

Seit fast 90 Jahren gab es keine so hohe Niederlage für die DFB-Elf mehr.
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"Fataler Eindruck" - Süddeutsche Zeitung

Seit fast 90 Jahren gab es keine so hohe Niederlage für die DFB-Elf mehr. "Im schlechtesten Spiel in der Ära des Bundestrainers geht die Nationalmannschaft 0:6 gegen Spanien unter", kommentiert die Süddeutsche Zeitung. "Der fatale Eindruck begleitet die DFB-Elf nun ins EM-Jahr." © Daniel Gonzales Acuna, dpa

Als
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"Jogi wackelt" - Bild

Als "Jogi-Desaster" betitelte die Bild-Zeitung die historische Niederlage der deutschen Mannschaft in Sevilla. Ein Unentschieden hätte Löw-Elf genügt, um sich den Gruppensieg in der Nations League zu holen. Dass das gegen Spanien kein Selbstläufer werden würde, war schon vor Anpfiff klar, unmöglich schien es zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Nicht zum ersten Mal stößt die Leistung der Nationalmannschaft eine Diskussion um den Bundestrainer an. "Deutschland wollte den Gruppensieg – und bekam eine bittere Lehrstunde. Jetzt wackelt Jogi." © Daniel Gonzales Acuna, dpa

In Spanien schienen manche sogar Mitleid mit der deklassierten deutschen Mannschaft zu haben.
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"Bemitleidenswerter Gegner" - Marca (Spanien)

In Spanien schienen manche sogar Mitleid mit der deklassierten deutschen Mannschaft zu haben. "Die Auswahl von Luis Enrique erdrückt Deutschland in einer Nacht voller Überraschungen. Spanien zertrümmert Deutschland - einen bemitleidenswerten Gegner", schrieb Marca. Peinlich war das Ergebnis und die Leistung der Deutschen am Dienstagabend allemal. "Spanien demütigt Deutschland in einer geschichtsträchtigen Nacht", kommentierte El Mundo. © Daniel Gonzales Acuna, dpa

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"Jahresabschluss versaut" - nordbayern.de

"0:6-Debakel! Desolates DFB-Team blamiert sich in Spanien", bezeichneten auch wir bei nordbayern.de das "Schlachtfest in Sevilla". Statt mit einem Gruppensieg in die lange Pause zu gehen, "versaut die Nationalmannschaft den Jahresabschluss komplett". © Daniel Gonzales Acuna, dpa

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"Kroos und Gündogan unsichtbar" - OneFootball

"DFB-Elf geht gegen Spanien unter", schreibt OneFootball. Dass nach einem solchen Ergebnis die "desolate Abwehr" infrage gestellt wird, ist keine große Überraschung. Doch die Schuld allein auf die Viererkette zu schieben, wäre nicht repräsentativ, schließlich ging auch nach vorne abgesehen von einem Abschluss von Serge Gnabry, der an die Latte knallte, gar nichts. Außerdem waren auch "Kroos und Gündogan unsichtbar". © Miguel Morenatti, dpa

Ohne Ende liefen die Spanier auf das Tor von Manuel Neuer zu, immer wieder entstanden Überzahlsituationen, die sich auf deutscher Seite offenbar niemand so ganz erklären konnte.
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"Deutschland fand keine Antwort" - La Vanguardia (Spanien)

Ohne Ende liefen die Spanier auf das Tor von Manuel Neuer zu, immer wieder entstanden Überzahlsituationen, die sich auf deutscher Seite offenbar niemand so ganz erklären konnte. "Spanien überrannte das Team von Joachim Löw, es war ein regelrechtes Niederrennen von der ersten Minute an, auf das Deutschland keine Antwort fand", schreibt La Vanguardia. Und auch Sport zeichnete ein sehr passendes Bild: "Spanien überrollt Deutschland". © Daniel Gonzales Acuna, dpa

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"Löw geschockt und versteinert" - RP Online

"Das taumelnde Team von Bundestrainer Löw hatte von Beginn an nicht den Hauch einer Chance und verließ schwerst gedemütigt den Platz." Statt einer Reaktion war vom Bundestrainer über die gesamten 90 Minuten wenig zu sehen und auch die Halbzeitansprache schien wenig bewirkt zu haben. Auf Umstellungen in der Pause verzichtete Löw trotz des 0:3-Rückstandes ebenso. "Die höchste Niederlage seit 1931 (0:6 gegen Österreich) verfolgte Löw geschockt und versteinert an der Seitenlinie", beobachtete RP Online. © Daniel Gonzales Acuna, dpa

Sowohl in Deutschland als auch international zeichneten sich Schock und Verblüffung in den Medienberichten zum Auftritt der DFB-Elf in Spanien ab. The Guardian kommentierte kurz und knackig:
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"Zunichte gemacht" - The Guardian (England)

Sowohl in Deutschland als auch international zeichneten sich Schock und Verblüffung in den Medienberichten zum Auftritt der DFB-Elf in Spanien ab. The Guardian kommentierte kurz und knackig: "Die Mannschaft von Joachim Löw wurde nicht einfach nur zum ersten Mal seit 13 Spielen besiegt, sie wurde zunichtegemacht." © Miguel Morenatti, dpa

Auch die Nachbarn aus Österreich und der Schweiz können es nicht fassen:
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"Ganz bitterer Abend" - Tagesanzeiger (Schweiz)

Auch die Nachbarn aus Österreich und der Schweiz können es nicht fassen: "Furiose Spanier überrollen hilflose Deutsche", bemerkt der Kurier (Österreich) und fügt an: "Das Team von Joachim Löw in Sevilla chancenlos und schlitterte in ein historisches Debakel." In der Schweiz sind die Medien ebenso wenig zimperlich mit Kritik: "Historische Schmach in der Nations League. Deutschland blamiert sich gegen Spanien bis auf die Knochen", schreibt der Blick, während der Tagesanzeiger Mitleid für den neuen Rekordtorhüter der Deutschen ausspricht: "Für Captain Manuel Neuer war sein 96. Länderspiel, mit dem er zum alleinigen deutschen Rekordtorhüter aufstieg, ein ganz bitterer Abend." © Miguel Morenatti, dpa

Sichtlich ratlos stand der Bundestrainer an der Außenlinie und zog sich schließlich auf die Bank zurück.
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"Löws Kredit ist aufgebraucht" - Sport1

Sichtlich ratlos stand der Bundestrainer an der Außenlinie und zog sich schließlich auf die Bank zurück. "Der DFB darf nach der Spanien-Blamage nicht weiter die Augen vor der Wahrheit verschließen", fordert Sport1, "Joachim Löws Kredit ist endgültig aufgebraucht." © Daniel Gonzales Acuna, dpa

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"Fußballwelt im totalen Schock" - Blic (Serbien)

"Fußballwelt im totalen Schock! Das schlimmste Spiel Deutschlands in der Geschichte: Spanien verpasste ihnen sechs Stück", schreibt Blic (Serbien), während Jutarnji List (Kroatien) auf den historischen Aspekt der Blamage hinweist: "Katastrophe für Deutschland, ein derartiges Debakel hat die Elf seit 111 Jahren nicht erlebt!" © Miguel Morenatti, dpa