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Zurück zu den Wurzeln: Fürth setzt auf "hungrige Spieler"

Azzouzi bastelt am neuen Kleeblatt-Kader - Einigung mit Green steht kurz bevor - 04.06.2018 10:09 Uhr

Will in Fürth hungrigen Spielern eine Chance geben: Kleeblatt-Sportdirektor Rachid Azzouzi (Mitte). © Sportfoto Zink / MeZi


Die einen sonnen sich in der türkischen Riviera, andere lassen am Strand in Florida ihre Muskeln spielen. Während die Fußballprofis der SpVgg Greuther Fürth noch bis zum 26. Juni ihren Urlaub genießen, liegt vor Sportdirektor Rachid Azzouzi ein ganzer Themenkatalog, den er schnellstmöglich abzuarbeiten hat. Beim Kleeblatt steht mal wieder ein radikaler Umbruch an – zurück zu den Wurzeln heißt es diesmal.

Die Zittersaison mit dem glücklichen Ausgang am letzten Spieltag endet in einem Kurswechsel, der sich selbst für Fürther Verhältnisse einigermaßen radikal ausnimmt. 13 Verträge liefen aus oder wurden nicht verlängert. Beinahe 50 Prozent des bisherigen Kaders mussten sich verabschieden. Ein "Weiter so" soll es trotz Happy End nicht geben, sagt der Sportdirektor, und das klingt beinahe nach einem Versprechen.

Ein neues Anforderungsprofil

Dem Trend der letzten drei Jahre, in dem das Kleeblatt sportlich stagnierte und in der Abschlusstabelle immer weiter nach unten rutschte, will man am Laubenweg entgegentreten. Mit aller Entschlossenheit, versichert Azzouzi. "Wir wollen wieder etwas aufbauen", sagt der 47-Jährige und skizziert ein Bild der Spielvereinigung, das in den zurückliegenden Jahren verloren gegangen schien. "Spieler, die weiterkommen wollen und hungrig sind" beschreibt er das neue Anforderungsprofil.

Es geht bei dem Paradigmenwechsel aber auch um die Kernkompetenz eines Vereins, der in finanzieller Hinsicht mit vielen Klubs der zweiten Liga nicht konkurrieren kann und trotzdem seine Wettbewerbsfähigkeit dank engagierter Einigkeit im Verein und geschickter Nachwuchsarbeit unter Beweis stellen will. Das schien zuletzt nicht mehr der Fall. Ausgeprägte Egoismen und argwöhnisch beäugte Seilschaften sollen dazu beigetragen haben. Ob der beschlossene Abschied von SpVgg-Boss Helmut Hack Ende Juli einer Zäsur gleichkommt oder einen reinigenden Prozess einleitet, beobachten viele Menschen im Umfeld gespannt.

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Vom Dorfklub zum Bundesligisten: Helmut Hack und die SpVgg

Er war zweifelsohne der Macher der SpVgg Greuther Fürth: Helmut Hack. Von 1996 an war er nach der Fusion der SpVgg Greuther Fürth mit dem TSV Vestenbergsgreuth Präsident des Kleeblatts und hat den Verein in der zweiten Bundesliga etabliert. Ein Rückblick in Bildern.


Neben der geplanten Verschlankung im infrastrukturellen Bereich geht es um eine sportliche Neuausrichtung. Im Nachwuchsleistungszentrum, das mit Ex-Profi Mirko Reichel einen neuen Leiter hat, aber auch in der U23, die entgegen kursierenden Gerüchten nicht abgemeldet wird, wohl aber vermehrt als Talentschmiede genutzt werden soll. "Ein zweites Profiteam brauchen wir nicht", stellt Azzouzi klar. Der gemeinsame Weg mit U23-Trainer Timo Rost endete aus diesem Grund vor zwei Wochen. "Das geht aber nicht alles in einer Transferperiode, da braucht es Geduld", weiß Azzouzi. Nur ist Zeit im Profigeschäft bekanntlich ein teures Gut.

Entsprechend müssen die Transfers des Sportdirektors in diesem Sommer sitzen. Sieben, acht Neue sollen noch kommen. Azzouzis Ziel ist es, den Kader bis zum Start ins Trainingslager Mitte Juli komplett zusammen zu haben. Der Kern der Elf, die mit einer soliden Rückrunde die Klasse sicherte, soll bestehen bleiben. Bei dem bislang vom VfB Stuttgart ausgeliehenen Julian Green scheint Fürth gute Karten zu haben. "Ich gehe davon aus, dass wir eine für alle Beteiligten gute Lösung finden und Julian in Fürth bleiben wird", wird Vf BSportvorstand Michael Reschke im kicker zitiert. Zumindest unter diese Personalie könnte Azzouzi dann einen Haken setzen. 

Florian Pöhlmann

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