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Bau-Boom in Nürnberg: "Dezente Entspannung" bei Immobilien-Preisen

Nachfrage nach Wohneigentum nimmt wegen der Coronakrise leicht ab - 11.06.2020 16:47 Uhr

In Nürnberg sind die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser im vergangenen Jahr um fast ein Viertel auf 270 gestiegen, berichtet die Sparda-Bank.

© Foto: Stefan Hippel


Gute Nachrichten für alle potenziellen Immobilienkäufer in Nürnberg und Umgebung: Bei den Preisen für Häuser und Wohnungen ist eine "dezente Entspannung" in Sicht. Das jedenfalls prognostiziert Stefan Schindler, Vorstandschef der Sparda-Bank Nürnberg. Der Grund: Die Nachfrage nach Immobilien nehme leicht ab, da in der Coronakrise viele erst einmal die weitere Entwicklung abwarteten. Zugleich warnt Schindler aber vor allzu großen Hoffnungen auf günstigeres Wohneigentum: "Die Preise werden nicht signifikant fallen, da die Nachfrage immer noch höher bleibt als das Angebot."


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Was den Immobilienbesitzern in spe aber wohl auch künftig zugute kommt, sind die günstigen Finanzierungskosten. "Das Zinsniveau für Baudarlehen wird weiterhin sehr niedrig bleiben", so Schindlers Voraussage.

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Das weiterhin große Interesse am Eigenheim dokumentiert das SpardaBaubarometer. Die Studie, die die Sparda-Bank Nürnberg regelmäßig erstellt, zeigt die Anzahl der Baugenehmigungen, die in einer Stadt oder in einem Landkreis erteilt werden.

Stärkstes Wachstum in Ansbach

Und in Nürnberg sind die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser im vergangenen Jahr um fast ein Viertel auf 270 gestiegen, heißt es im aktuellen Sparda-Baubarometer 2020. Mit dem stärksten Wachstum in der Region kann die Stadt Ansbach aufwarten: Dort stieg die Zahl der Baugenehmigungen um 128,6 Prozent auf 48.

Im gesamten untersuchten Raum rund um Nürnberg zeigt sich jedoch ein uneinheitliches Bild. Insgesamt sind die Baugenehmigungen leicht gesunken – um drei Prozent auf 3384. So erteilten die Städte Erlangen (50) und Schwabach (23) weniger Genehmigungen als im Vorjahr.


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Auch die Landkreise Neustadt/ Aisch-Bad Windsheim, Forchheim, Nürnberger Land, Ansbach und Erlangen-Höchstadt verzeichnen einen Rückgang. Bei der absoluten Zahl der Baugenehmigungen liegt Erlangen-Höchstadt im Sparda-Ranking trotzdem weit vorne. Mit 404 Bescheiden liegt der Landkreis an zweiter Stelle hinter Neumarkt mit 511. Der Landkreis in der Oberpfalz verbucht mit einem Plus von knapp 21 Prozent unter den Landkreisen das zweitgrößte Wachstum. Nur der Landkreis Fürth legte noch stärker zu: um 34 Prozent auf 243.

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In einem weiteren Index vergleicht die Sparda-Bank die Bauaktivität in der Region mit dem bundesweiten Durchschnitt. Und hier schneidet der Großraum Nürnberg gut ab. Die Bauintensität erreicht dem Sparda-Eigenheimindex zufolge einen Wert von 124, also deutlich über dem Durchschnitt von 100. Sparda-Chef Schindler erklärt das damit, dass die Region ein "attraktiver Lebensraum" sei und "gleichzeitig mit wirtschaftlicher Innovationskraft punkten" könne.

Kredite sind Wachstumstreiber

Allerdings zeigen sich auch in diesem Index deutliche Unterschiede in der Region. Während die Landkreise Neumarkt (282), Erlangen-Höchstadt (218) und Weißenburg-Gunzenhausen (205) den Bundesdurchschnitt um mehr als das Doppelte übertreffen, liegen die fünf berücksichtigten Städte alle unter dem Mittelwert von 100. Ansbach schneidet mit 85 noch am besten ab, gefolgt von Fürth (58), Schwabach (42), Nürnberg (39) und Erlangen (33).

Die Sparda-Bank Nürnberg ist eine der größten Genossenschaftsbanken. Das Finanzinstitut hat etwa 220 000 Kunden, die zugleich Mitglieder der Genossenschaft sind. Im vergangenen Jahr hat das Geldhaus seine Bilanzsumme um 7,7 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro gesteigert. Wachstumstreiber war erneut das Geschäft mit Immobilienkrediten.

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