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Hauptversammlung: Schaeffler-Aktionäre zeigen sich gnädig

Anleger sprachen Unternehmen trotz Kurseinbrüchen ihr Vertrauen aus - 24.04.2019 16:07 Uhr

Fahnen mit dem Logo-Schriftzug der Schaeffler AG wehen am Rande der Hauptversammlung des Unternehmens. © Daniel Karmann/dpa


"Ich finde, dass Schaeffler unser Vertrauen verdient hat", erklärte Gerhard Jäger, Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) beim Treffen der Schaeffler-Aktionäre in der Nürnberger Frankenhalle. Kurz zuvor hatte bereits Erik Besold von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) dem Vorstand des Unternehmens aus Herzogenaurach für dessen Einsatz im vergangenen Jahr gedankt.

Weitere Einschnitte bei Schaeffler möglich.

Es waren durchaus überraschende Aussagen der Vertreter der beiden bekanntesten deutschen Aktionärsvereinigungen nach einem Jahr, das für Schaeffler-Aktionäre eigentlich alles andere als erfreulich lief. Denn der Aktienkurs des Kfz-Zulieferers war 2018 dramatisch eingebrochen. Erfreut zeigten sich die Sprecher von SdK und DSW darüber natürlich nicht. Doch sprach aus den Äußerungen beider grundsätzlich die Zuversicht, dass das Schaeffler-Management auf die Situation angemessen reagiert habe.

Durchwachsenes Jahr

Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld dürfte sich damit in seinem Kurs bestärkt fühlen. Auf der Hauptversammlung räumte er erneut ein, dass 2018 für Schaeffler "ein durchwachsenes Jahr, ein Jahr mit Licht und Schatten" gewesen sei. Und ebenso, dass dazu neben externer Faktoren wie der seit Sommer 2018 schwächelnden Nachfrage des chinesischen Automarkts auch hausgemachte Fehler beigetragen hätten. Vor allem müsse Schaeffler besser darin werden zu erkennen, an welchen Stellen es sich tatsächlich lohne, Geld zu investieren. "In dieser Hinsicht müssen wir disziplinierter werden und unser Kapital konsequenter dort einsetzen, wo es langfristig am meisten abwirft. Das wird eine, wenn nicht die wichtigste Aufgabe für die nächsten Jahre."

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Erste Maßnahmen, die Probleme anzugehen, habe Schaeffler bereits getroffen, erinnerte Rosenfeld. In diesem Zusammenhang bedankte sich der Schaeffler-Chef ausdrücklich auch bei den Arbeitnehmervertretern von IG Metall und Gewerkschaft "für die gute Zusammenarbeit im Laufe des Jahres 2018" und das gegenseitige Vertrauen.

Um die Marge wieder zu verbessern, hatte Rosenfeld im vergangenen Frühjahr beispielsweise das Sparprogramm "Race" vorgestellt. In dessen Rahmen sollen in den kommenden Jahren unter anderem 900 Stellen in Europa wegfallen, davon 700 in Deutschland. Hierzulande gelten vor allem die Standorte Kaltennordheim (Thüringen), Hamm (Rheinland-Pfalz), Unna und Steinhagen (beide Nordrhein-Westfalen) als potenziell davon betroffen. 2018 war der Schaeffler-Umsatz nur noch leicht um 1,6 Prozent auf 14,24 Milliarden Euro gestiegen. Das Konzernergebnis schrumpfte um 0,1 Prozent auf 881 Millionen Euro. Und auch das laufende Jahr ist offenbar schwierig angelaufen. Auf der Hauptversammlung sagte Rosenfeld: "Wir gehen davon aus, dass sich die Wachstumsdynamik erst in der zweiten Jahreshälfte wieder beschleunigen wird.

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