Samstag, 21.09.2019

|

Versicherungsschutz bei Sturmschäden: Das sollten Sie beachten

Unwetter am Sonntag ließ Bäume auf Häuser und Autos krachen - 19.08.2019 15:51 Uhr

Nach starken Unwettern ist oftmals die Versicherung gefragt. © Michael Matejka


Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz nach Unwettern aus?

Die klassische Wohngebäudeversicherung reicht nicht immer aus, warnen der Verbraucherservice Bayern und die Verbraucherzentrale Bayern. Damit auch die Folgen von Starkregen und Hochwasser versichert sind, muss in der Police vielmehr auch der Schutz vor Elementarschäden vereinbart sein. Vom Staat ist derweil keine Hilfe mehr zu erwarten. Die Regierung in München hat Anfang Juli die Unterstützung eingestellt.

Auch ein entsprechender Schutz beim Hausrat kann sich lohnen – besonders dann, wenn das bewegliche Hab und Gut Gefahr läuft, durch eine Überschwemmung durch Starkregen, Hochwasser oder Rückstau aus der Kanalisation im Erd- oder Untergeschoss zu einem großen Teil vernichtet zu werden. Dann stellt sich die Frage, ob sich Betroffene aus eigenen Ersparnissen ohne große Probleme alles neu anschaffen können oder wollen, so die Verbraucherschützer.

Was aber deckt die klassische Wohngebäudeversicherung ab?

Sie springt zum Beispiel bei Schäden durch Brand, Hagel und Blitzeinschlag ein. Außerdem sind in der Regel Schäden durch Leitungswasser versichert. Sie springt also ein, wenn eine Wasserleitung undicht ist. Weiter im Leistungspaket dieser Police: Wenn ein Sturm ab Windstärke acht wütet, kommt sie für Schäden auf. Das umfasst auch Folgeschäden. Wenn der Sturm also ein Dach abdeckt oder ein Fenster eindrückt und so Wasser ins Haus eindringt, greift der Schutz. Das bezieht sich aber nur auf fest installierte Gegenstände wie Fußboden und Heizungsanlagen. Werden Lampen oder das Bett in Mitleidenschaft gezogen, bleibt der Bewohner auf seinem Schaden sitzen, warnt Susanne Arndt von der Verbraucherzentrale Bayern. Der Versicherungsnehmer muss zudem nachweisen, dass der Sturm mindestens die Stärke acht erreicht hatte. Hilfreich sind hier Meldungen aus der Tagespresse sowie die Messungen der Wetterämter, so der Bund der Versicherten (BdV).

Was ist mit dem Auto?

Autofahrer, die nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung besitzen, gehen leer aus. Sturm- und Hagelschäden sind nur dann mitversichert, wenn es eine Teilkaskoversicherung gibt, so der BdV. Die Teilkasko ist grundsätzlich Bestandteil der Vollkaskoversicherung, erklären die Experten.

Was müssen Betroffene tun?

Der Schaden muss so schnell wie möglich der Versicherung schriftlich gemeldet werden. Experten empfehlen, sich zusätzlich telefonisch an die Assekuranz zu wenden. Die Schäden an Gebäude und Hausrat sollten mit Fotos dokumentiert werden. Auch eine Aufstellung der beschädigten Gegenstände ist sinnvoll. Wichtig zu wissen: Falls Betroffene Schäden sofort beheben müssen, weil das Haus sonst unbewohnbar wäre, müssen sie das unbedingt mit ihrem Versicherer absprechen, betont der BdV: "Dokumentieren Sie außerdem, wie Sie Schäden beheben, und bewahren Sie entsprechende Rechnungen von Handwerkern auf." Zugleich müssen Versicherungsnehmer Notmaßnahmen ergreifen, um weitere Schäden zu vermeiden.

Bilderstrecke zum Thema

Umgeknickte Bäume, zerstörte Autos: Unwetter wütete im Süden Nürnbergs

Im Süden Nürnbergs, rund um das Stadionbad, hat das Gewitter von Sonntagabend besonders große Schäden hinterlassen. Viele entwurzelte Bäume, zerstörte Autos und ein in Mitleidenschaft gezogenes Stadionbad prägen das Bild am Tag danach.


 

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Wirtschaft