Jugend forscht beim Club

Drei 19-Jährige: Der FCN wird immer jünger

6.5.2021, 04:55 Uhr
Unaufhaltsam: Tom Krauß ist aus der Elf des 1. FC Nürnberg mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

Unaufhaltsam: Tom Krauß ist aus der Elf des 1. FC Nürnberg mittlerweile nicht mehr wegzudenken. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Es gibt Tabellen, die werden ganz oben von beiden mittelfränkischen Fußball-Zweitligisten dominiert. Fünf Mal hat die Spielvereinigung Greuther Fürth in dieser Saison die jüngste Startelf aller 18 Vereine gestellt, dahinter folgt der 1. FC Nürnberg mit drei Einträgen, bis Platz 26 sind Kleeblatt und Club insgesamt 20-mal zu finden.

Das liegt auch an Tom Krauß, einem 19-Jährigen, der noch bis 30. Juni 2022 geliehen ist von RB Leipzig. Beim 1:0 in Aue kürzlich stürmten mit Erik Shuranov und Dennis Borkowski zwei weitere 19-Jährige, die sogar noch in der Junioren-Bundesliga eingesetzt werden könnten.

Das Durchschnittsalter lag am 20. April trotzdem bei 25,0, der Nürnberger Bestwert für 2020/21 steht aktuell bei 24,6 und stammt vom Saison-Auftakt Mitte September in Regensburg. Wobei die jeweiligen Geburtsjahre natürlich wenig über die Qualität einer Mannschaft aussagen. Der VfL Bochum beschäftigt eine halbe AH und steigt wahrscheinlich auf.

Sie haben es sich verdient

Erfahrung ist also mindestens genauso wichtig. Tom Krauß weiß das und nutzt deshalb jeden Tag zur Weiterbildung. "In meinem Alter macht man noch seine Fehler", sagt Krauß, spätestens seit den Anfängen der Serie mit inzwischen sieben Partien ohne Niederlage einer der Auffälligsten, "für mich ist wichtig, daraus zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen."

Krauß ist irgendwann in den vergangenen Wochen erst so richtig angekommen beim 1. FC Nürnberg, aber trotzdem schon einer der Hoffnungsträger für eine möglichst sorgenfreie nächste Spielzeit, ebenso die anderen Teenager Shuranov und Borkowski. Robin Hack, Fabian Nürnberger und Tim Handwerker sind auch erst 22; Tim Latteier und Linus Rosenlöcher, beide 21, trauen sie beim Club mittelfristig ebenfalls mehr zu als nur zwei Stammplätze auf der Bank.

Drei bis vier Talente, möglichst im eigenen Nachwuchsleistungszentrum ausgebildet, sollen künftig pro Jahr den Sprung nach oben schaffen. Der Nürnberger Weg ist schon aus wirtschaftlichen Gründen alternativlos. "Wir verteilen viele Einsatzzeiten an U21-Spieler, das ist der Weg, den wir gehen", sagt Trainer Robert Klauß, wobei die Heranwachsenden "nicht nur spielen, weil sie jung sind, sondern weil sie sich das erarbeitet haben".

Dem Gegner "auf den Sack gehen"

So wie Tom Krauß, seit der Systemumstellung vor dem Derby im rechten Mittelfeld zuhause und plötzlich mehr als ein reiner Zerstörer. "Klar fühle ich mich wohl auf der Acht", sagt Krauß – der seinen Gegnern, wie er fcn.de jetzt verriet, einfach "auf den Sack" gehen möchte. Sein Dank gilt auch Co-Trainer Tobias Schweinsteiger, der sich seit gestern offiziell Fußballlehrer nennen darf; Anfang März hatte er Krauß per Videoanalyse zu mehr Eigeninitiative ermutigt.

"Er hat mir geraten, dass ich viel öfter den Ball fordern soll", sagt Krauß – und hat seitdem das Gefühl, viel öfter den Ball zu fordern. Was nicht heißt, dass er ihn auch öfter kriegt, die Statistiken geben das nicht unbedingt her. Allerdings wirkt Krauß, wenn er den Ball mal hat, deutlich umtriebiger und selbstbewusster als noch vor ein paar Monaten: "Mir hat einfach die Konstanz gefehlt." Und wohl auch die Physis.

Der Unterschied zwischen Jugend- und Männerfußball ist doch beträchtlich. "Seitdem ich hier bin, hab‘ ich schon über drei Kilo Muskelmasse zugelegt", sagt Krauß, "vor der Saison war ich ja noch richtig schmächtig."

Aber er ist ja noch jung. Und entwicklungsfähig. Wie die meisten anderen auch.


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