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Dienstag, 07.07.2020

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Vorbereitungen zum 28. NN-Kunstpreis: "Wertschätzung zeigen"

Wettbewerb ist mit einem Preisgeld von annähernd 30.000 Euro hoch dotiert - 01.05.2020 11:12 Uhr

Die NN-Kunstpreis-Jury bei der Arbeit (gegen den Uhrzeigersinn von vorne rechts): Wolfgang Stolpe vom Verlag Nürnberger Presse, die Verlegerinnen Sabine Schnell-Pleyer und Bärbel Schnell, die Künstler Urban Hüter und André Debus, Jury-Vorsitzende Julia Lehner, Assistentin Katja Voß und Grafikerin Birgit Stocker. © Foto: Michael Matejka


Ob die Ausstellung zum Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten in diesem Jahr stattfinden wird? "Wir wissen es nicht, aber wir legen Wert darauf, dass es diesen Preis gibt. Jetzt mehr denn je", sagt Bärbel Schnell, Verlegerin und Mitglied der Jury, die in diesen Tagen für ihr Mammutprogramm zusammenkommt: 1590 Werke von 636 Künstlerinnen und Künstlern wurden für den Wettbewerb eingereicht.


Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten 2020: Das müssen sie wissen


Am Ende des Sichtungsmarathons muss die Jury zwischen 60 und 80 Arbeiten ausgewählt haben, die dann in die Ausstellung kommen. Am 9. Juli soll die Schau starten. Sie ist auch dieses Jahr wieder im Nürnberger Kunsthaus geplant. Wann und unter welchen Bedingungen das Kunsthaus aber in der Coronakrise wieder öffnen kann, steht in den Sternen.

"Wir sind Berufsoptimisten und wir arbeiten weiter wie geplant", sagt Jurymitglied Wolfgang Stolpe vom Verlag Nürnberger Presse. Und Verlegerin Bärbel Schnell betont: "Wir werden eine Lösung finden. Die Ausstellung wird es in irgendeiner Form geben." Ihre Schwester, die Verlegerin Sabine Schnell-Pleyer, sagt: "So viele Künstler haben sich mit so viel Liebe beworben, wir wollen ihnen unsere Wertschätzung zeigen."

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Der Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten 2019

Zum 27. Mal wird in diesem Jahr der Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten verliehen. Der 1993 vom Verleger Bruno Schnell ins Leben gerufene Wettbewerb gilt als eine der beständigsten und wichtigsten Künstlerförderungen Bayerns. Auch dieses Jahr sind wieder mehrere Hundert Bewerbungen eingegangen. Die Jury wählte daraus 94 Werke von 84 Künstlerinnen und Künstlern, die in der Ausstellung im Kunsthaus zu sehen sein werden.


Doch Liebe allein reicht für eine erfolgreiche Bewerbung nicht, sie muss auch gut gemacht sein mit aussagekräftigen und gut aufgelösten Fotos, die den am Tablet arbeitenden Juroren eine intensive Vorstellung von den Werken vermitteln: "Ich habe jetzt gesehen, warum ich in den Vorjahren nicht genommen wurde", sagt Urban Hüter selbstkritisch.

Mit seiner Skulptur "Pole" hat er 2019 den mit 8500 Euro dotierten Hauptpreis beim NN-Kunstpreis gewonnen – und sitzt jetzt mit in der Jurorenrunde. "Es macht mir viel Spaß", betont er. Und das, obwohl er sehr früh am Morgen aufstehen muss, um von seinem Wohnort Frankfurt nach Franken zu reisen und pünktlich im Pressehaus zu sein.



Dort wird am großen runden Tisch und mit dem gebotenen Corona-Sicherheitsabstand lebhaft über einzelne Werke debattiert. Rein oder raus? "Es ist spannend, das Zünglein an der Waage zu sein", meint Hüter und betont: "Ich habe eine klare Meinung, und die vertrete ich." Dafür ist auch die langjährige Jury-Chefin, Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner, dankbar: "Es ist sehr gewinnbringend, wenn Künstler mit in der Runde sind", sagt sie.

Was ihr in diesem Jahr besonders aufgefallen ist? "Das klassische Tafelbild dominiert mehr als sonst. Bei Gerät und Skulpturen spürt man eine gewisse Zurückhaltung", sagt Lehner. Ausgeschrieben ist der NN- Kunstpreis traditionell für Malerei, Skulptur und Zeichnung sowie für künstlerische Gold- und Silberschmiedearbeiten – mit einem Schwerpunkt im Bereich gegenständlich orientierter Kunst. Außerdem, so die Jury-Vorsitzende, seien "viele, viele Künstler" dabei, die jung und neu im Wettbewerb sind.



Trotzdem kennt André Debus rund ein Drittel der Bewerber. Kein Wunder, er ist selbst Künstler, war im Vorstand des Bundesverbandes Bildender Kunst Mittelfranken und hat auch schon öfter juriert. "Aber nicht in diesem Maße wie hier", sagt der Maler, der für sein Selbstporträt als "Beschädigter Künstler" im Vorjahr den 2. Preis gewonnen hat. Auch wenn es ihm "weh tut, nein zu sagen": Einen Konflikt hat er nicht durch die Tatsche, dass er viele der Bewerber persönlich kennt. "Ich stimme für das Bild und nicht für die Person", so sein Credo.

Seit Corona unser Leben weitgehend lahmgelegt hat, ist im Zusammenhang mit Kunst und Kultur vorwiegend über Hilfsgelder und Rettungsschirme, Notlagen und Schließungen berichtet worden. "Ich bin so dankbar und glücklich, dass wir uns in der Jury wirklich wieder mit dem Wesentlichen, mit der Kunst und ihren Inhalten, beschäftigen können", sagt Lehner und betont: "Das ist auch ein wichtiges Signal an die Künstlerschaft." Dafür, ergänzt Sabine Schnell-Pleyer, sei jetzt der perfekte Zeitpunkt.

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