-2°

Sonntag, 17.01.2021

|

zum Thema

Bayern setzt nicht alle Einsatzkräfte zur Corona-Nachverfolgung ein

Opposition kritisiert die Söder-Regierung harsch - 14.01.2021 16:56 Uhr

Die Gesundheitsämter können schon lange nicht mehr alle Ansteckungsketten nachverfolgen.

14.01.2021 © Marijan Murat, dpa


Trotz der seit Monaten extremen Arbeitsbelastung an den Gesundheitsämtern setzt Bayern noch nicht alle verfügbaren Zusatzkräfte zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten ein. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervor. Demnach wurde das Hilfskräfte-Potenzial bislang noch nicht ausgeschöpft, weshalb es auch keine Notwendigkeit gebe, auf die Unterstützung weiterer externer Dienstleister zurückzugreifen.


++ Die aktuellen Infos im Corona-Liveticker ++


Wegen der seit Wochen hohen Inzidenz von deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche in einer Region ist eine Nachverfolgung aller Ansteckungsketten schon lange nicht mehr möglich. Bund und Länder hatten immer wieder betont, dass eine Nachverfolgung erst wieder möglich sei, wenn die Inzidenz von 50 erreicht wird.

Für die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Christina Haubrich, ist dies nicht nachvollziehbar: "Das macht schon stutzig." Es sei lange bekannt, dass die Gesundheitsämter am Anschlag arbeiteten, aber mit der Nachverfolgung von Kontakten nicht hinterherkämen. Wenn in einer solchen Lage Personal-Reserven ungenutzt blieben, "muss die Söder-Regierung das untersuchen und eingreifen".


Inzidenz bei 274: 15-Kilometer-Regel gilt nun auch für Nürnberg


Auch der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Dominik Spitzer, reagierte irritiert: "Das ist schon ein starkes Stück." Er habe schon im Dezember die Mobilisierung aller Hilfskräfte gefordert, nachdem eine Anfrage ergeben habe, dass die Reserve von 2200 Personen überhaupt nicht zum Einsatz komme. "Die Rückverfolgung der Infektionsketten ist bei der Pandemie-Bekämpfung das A und O. Es ist untragbar, dass die Ämter aufgrund dieser Schlamperei die Kontaktpersonen nur mit Rückstand von mehreren Tagen ermitteln können."

Nach Angaben des Ministeriums stammt im Freistaat das Personal für die Kontaktnachverfolgung "bislang nahezu ausschließlich" aus eigenen Mitarbeitern und der Bundeswehr. Das Ministerium bezifferte die Zahl der eingesetzten Soldaten auf rund 560.

Bilderstrecke zum Thema

FFP2-Maskenpflicht ab Montag: Diese acht Fehler sollten Sie vermeiden

Ab Montag gilt in Bayern beim Einkaufen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln eine FFP2-Maskenpflicht. Für eine gute Schutzwirkung kommt es allerdings auch darauf an, dass die Maske richtig getragen wird. Unsere Bildergalerie zeigt die häufigsten Fehler - und wie es richtig geht.


Ferner kritisierte Haubrich, dass die Art und Weise der Kontaktnachverfolgung nach wie vor nicht effizienter gestaltet werde. So erfolge die Erfassung von möglichen Kontakten auf einem klassischen Notizblatt und nicht digital. Es gebe zudem keine Analyse, wie lange es dauere, bis nach einem positiven Befund alle Kontakte identifiziert werden können.


Sie wollen Ihre Meinung zu den Maßnahmen in der Corona-Krise kundtun oder sich mit anderen Usern zum Thema austauschen?

Hier haben Sie die Möglichkeit dazu.

Sie möchten über die Corona-Impfung diskutieren?

Dann ist hier der richtige Ort dafür.

dpa

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik