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Bolsonaro schickt Soldaten in Schlacht gegen Amazonas-Feuersbrunst

Brasilianischer Präsident erlaubte Einsatz des Militärs per Dekret - 25.08.2019 19:10 Uhr

Ein Anwohner hat im brasilianischen Santa Helena einen Graben gezogen, um zu verhindern, dass sich die Flammen auf seinen Bauernhof ausweiten. Nun soll auch das Militär eingreifen. © Leo Correa, dpa


Nach der weltweiten Empörung über die verheerenden Brände im brasilianischen Amazonasgebiet greifen nun die Streitkräfte des Landes ein. Am Wochenende starteten in Porto Velho im Bundesstaat Rondônia zwei Löschflugzeuge der Luftwaffe vom Typ Hercules zu ihren Löscheinsätzen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Auf Videos war zu sehen, wie die Piloten über den Waldbrandgebieten Tausende Liter Wasser abwarfen. Darüber hinaus stehen Zehntausende Soldaten zur Unterstützung bereit.

43.000 Soldaten stehen zur Verfügung

Für die Bekämpfung der Waldbrände stellte die brasilianische Regierung zusätzliches Geld zur Verfügung. Das Wirtschaftsministerium habe mit sofortiger Wirkung 38,5 Millionen Reais (8,3 Mio Euro) freigegeben, berichtete das Nachrichtenportal G1 in der Nacht zum Sonntag. Damit sei einer Anforderung des Verteidigungsministeriums entsprochen worden.

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Grüne Lunge in Gefahr: Tausende Waldbrände wüten im Amazonas

Es sind Bilder einer Flammenhölle: Im Amazonasgebiet wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren und bringen die grüne Lunge in Gefahr. Insgesamt wurden seit Januar 72.843 Brände registriert - besonders betroffen: der Amazonas Regenwald. Derzeit kämen aufgrund der Trockenheit täglich mehr als 1000 neue Brandherde dazu. Frankreichs Präsident Macron hat zu einem Krisen-Gipfeltreffen aufgerufen.


Sechs von den Bränden betroffene Bundesstaaten baten bereits um Unterstützung der Streitkräfte, wie die brasilianische Regierung bekanntgab. Die Soldaten können ab sofort in Rondônia, Roraima, Pará, Tocantins, Acre und Mato Grosso bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern helfen. Insgesamt stünden in der Region mehr als 43.000 Soldaten zur Verfügung, sagte Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva. Präsident Jair Bolsonaro hatte den Einsatz des Militärs zuvor per Dekret erlaubt.

"Der Einsatz wird vor allem in der Verhütung und Verfolgung von Umweltverbrechen sowie der Unterstützung bei den Löscharbeiten bestehen", sagte Azevedo. Umweltminister Ricardo Salles bat die Bundesstaaten um Hilfe: "Wir wissen, dass viele nur begrenzte Kapazitäten haben, aber wir können diese Aktion ohne die örtliche Unterstützung nicht durchführen."


Hunger nach Boden: Fränkischer Experte erklärt Amazonas-Krise


In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE vom Sonntag um 82 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 79 000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Umweltschützer werfen dem rechten Präsidenten Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Staatschef hat immer wieder klar gemacht, dass er die Amazonasregion vor allem mit ungenutztem wirtschaftlichen Potenzial verbindet.

"Lebensnotwendig für unseren Planeten"

Die verheerenden Brände bereiten auch Papst Franziskus Sorge. "Beten wir, damit sie mit dem Einsatz aller so schnell wie möglich gebändigt werden", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag vor Tausenden Gläubigen nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. "Diese Lunge aus Wäldern ist lebensnotwendig für unseren Planeten."

Die Brände wurden auch beim Gipfel der großen Industriestaaten (G7) im französischen Biarritz diskutiert. Der Amazonasregenwald kann riesige Mengen CO2 binden und ist deshalb im Kampf gegen den Klimawandel von globaler Bedeutung. Auch in Brasiliens Nachbarländern Peru und Bolivien hatten die Waldbrände zuletzt kräftig zulegt.

Angesichts des Flammeninfernos wollten die G7-Staaten nun rasche Hilfe anbieten. Mit den Ländern der Region in Südamerika werde Kontakt aufgenommen, sagte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron. Es gehe um "technische und finanzielle Mittel". Zudem solle es auch Unterstützung bei der Aufforstung geben. 

dpa

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