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Trauerspiel um Sputnik V: EU-Impfkampagne ist gescheitert

Bayern sichert sich Dosen, Bund will mit Russland direkt verhandeln - 08.04.2021 18:34 Uhr

Sputnik V wird von Russland inzwischen in viele Länder exportiert - hier wir eine Ladung in Armenien angeliefert.

08.04.2021 © The Republic of Armenia Ministry via www.imago-images.de, imago images/ITAR-TASS


Das wurde aber auch Zeit: Spät, viel zu spät, beginnen die Bundesländer, allen voran Bayern, und der Bund, sich ernsthaft mit dem russischen Impfstoff Sputnik V zu beschäftigen. Wie auch immer die hoffentlich gewissenhafte Prüfung durch die europäische Arzneimittelagentur und die Verhandlungen mit Moskau ausgehen werden: Klar ist, dass die gemeinsame Beschaffung von Impfstoffen durch die EU damit endgültig gescheitert ist und Brüssel einmal mehr eine unglückliche Figur abgegeben hat.

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Im Namen der 27 Staaten hat die EU-Kommission bisher Verträge mit mehreren Impfstoff-Herstellern abgeschlossen und so rund 2,3 Milliarden Dosen verschiedener Mittel gesichert. Weitere sollen folgen. Ein Überblick.


Kleinstaaterei hilft nicht

Das ist bedauerlich, denn Impf-Kleinstaaterei hilft bei einer Pandemie niemandem. Dass es so weit gekommen ist, hat sich die EU allerdings selbst zuzuschreiben. Immer noch heißt es aus Brüssel, man brauche den nach allen vorliegenden Daten sehr wirksamen russischen Impfstoff nicht, um in Europa Herdenimmunität zu erreichen.


Russlands Impfstoff Sputnik V: Wunderwaffe oder Falle?


Ob aus diesen Worten westliche Arroganz spricht oder die Idee, eigene Hersteller vor unliebsamer Konkurrenz in diesem Milliardengeschäft zu schützen, sei dahingestellt. Fakt ist auf jeden Fall, dass Europas Impfkampagne dringend mehr Fahrt braucht - gerne auch mit russischer Hilfe.

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