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Umfrage: Jeder Zweite wünscht sich Grünen-Kanzlerkandidaten

25 Prozent der Deutschen wünschen sich Habeck als Merkel-Nachfolger - 07.06.2019 09:48 Uhr

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck schneidet im direkten Vergleich zu potenziellen Kanzlerkandidaten von Union und SPD am besten ab. © Hendrik Schmidt, dpa


Nach dem Rekordergebnis der Grünen bei der Europawahl wünscht sich fast jeder Zweite, dass die Partei bei der nächsten Bundestagswahl mit einem Kanzlerkandidaten antritt. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 46 Prozent dafür und nur 35 Prozent dagegen, während 19 Prozent keine Angaben machen. Von den Wählern der Grünen sind sogar 86 Prozent für die Nominierung eines Kanzlerkandidaten.

Dagegen halten weniger als ein Drittel der Befragten (30 Prozent) noch einen SPD-Kanzlerkandidaten für angebracht. 47 Prozent meinen dagegen, die Sozialdemokraten sollten lieber darauf verzichten. Nur unter den Wählern der SPD selbst haben die Befürworter einer Kanzlerkandidatur mit 48 zu 33 Prozent noch die Oberhand.


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Die Grünen hatten bei der Europawahl mit 20,5 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl eingefahren. In den ersten Umfragen zur Bundestagswahl nach diesem Erfolglandeten sie teilweise sogar auf Platz eins vor der Union. Die SPD sackte bei der Europawahl dagegen auf den historischen Tiefststand von 15,8 Prozent ab. In den aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl liegt sie bei 12 bis 13 Prozent. Die Klimapolitik war ein zentrales Thema im Wahlkampf zur Europawahl.

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Robert Habeck schnitt am besten ab

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck schneidet im direkten Vergleich zu potenziellen Kanzlerkandidaten von Union und SPD am besten ab. 25 Prozent würden sich ihn als Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschen, nur 13 Prozent die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und 9 Prozent wären für SPD-Vizekanzler Olaf Scholz. 53 Prozent konnten sich für keinen der drei erwärmen.

Selbst in der Gunst der SPD-Wähler liegt Habeck mit 33 zu 22 Prozent vor Scholz. Die FDP-Wähler sind ebenfalls am ehesten für Habeck, die AfD-Wähler sind am ehesten für Kramp-Karrenbauer.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ging davon aus, dass seine Partei mehr als nur einen vorübergehenden Umfrage-Hype erlebe. Bei Fragen von Klima- und Artenschutz, die viele Menschen umtreibe, seien die Grünen "die erste Adresse. Es ist also durchaus möglich, dass meine Bundespartei dauerhaft mehr Zuspruch bekommt", sagte Kretschmann der "Bild".

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Tiefstwert im "Deutschlandtrend"

Auch große Unternehmen seien "längst auf grünem Kurs. Bosch, Daimler, Siemens, Porsche und viele mehr streben inzwischen Klimaneutralität an. Nur mit grünen Produktlinien bleibt unsere Wirtschaft international wettbewerbsfähig. Deshalb sind die Grünen die neue Wirtschaftspartei".

Die Grünen liegen bei der Sonntagsfrage im ARD-"Deutschlandtrend" nun knapp vor der Union auf Platz eins. Im Vergleich zum Vormonat gewinnt die Partei sechs Prozentpunkte hinzu und erreicht 26 Prozent. Die Union verliert der Infratest-Dimap-Umfrage zufolge drei Prozentpunkte und würde mit 25 Prozent auf dem zweiten Platz landen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die SPD geht nach ihrer Europawahl-Pleite und dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles auf Talfahrt, ihr Wert sinkt um sechs Punkte auf 12 Prozent - ihr Tiefstwert im "Deutschlandtrend". Die AfD klettert um einen Prozentpunkt auf 13 Prozent. Die FDP liegt unverändert bei 8 Prozent, die Linke verliert zwei Punkte und kommt auf sieben Prozent.

Mit der Arbeit der Bundesregierung sind im "Deutschlandtrend" fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) weniger oder gar nicht zufrieden. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Zufrieden oder sehr zufrieden äußerten sich 28 Prozent.


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Umweltschützer wollen aus Protest gegen die Klimapolitik der Bundesregierung ab Freitagnachmittag ein Camp in Berlin aufbauen. Bei der Polizei wurde die Aktion als Demonstration mit 200 Teilnehmern auf der Wiese vor dem Tipi am Kanzleramt angemeldet. Der Aufbau von Zelten wird allerdings üblicherweise im Rahmen des Demonstrationsrechts nicht gestattet. Auch das zuständige Bezirksamt will ein derartiges Protestcamp nicht akzeptieren, wie die Zeitung "B.Z." berichtete. Möglicherweise rücken die Organisatoren aber am Freitagnachmittag dennoch mit Zelten an. Man wolle einen Präzedenzfall schaffen, kündigten sie an.

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dpa

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