Ernährungsexpertin warnt

Reis aufwärmen: Warum das gefährlich sein kann - und wie Sie sich schützen

1.5.2022, 13:01 Uhr
Reste von Reisgerichten können dennoch aufgewärmt werden - wenn man einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet. 

© IMAGO/breeze393 Reste von Reisgerichten können dennoch aufgewärmt werden - wenn man einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet. 

Soll gekochter Reis aufbewahrt und wieder erwärmt werden, so muss auf die Hygiene geachtet werden. Eine Ernährungsexpertin warnt vor sporenbildenden Bakterien vom Typ Bacillus cereus: „Die Sporen dieser Bakterien werden beim Erhitzen nicht abgetötet. Aus ihnen können sich während der Aufbewahrung neue Bakterien entwickeln, die Giftstoffe bilden“, erzählt Susanne Moritz der Verbraucherzentrale Bayern.

Wenn gekochter Reis langsam bei Zimmertemperatur abgekühlt oder bei lauwarmen Temperaturen warmgehalten wird, vermehren sich die Bakterien besonders schnell: Die gesundheitsschädlichen Stoffwechselprodukte - auch Toxine genannt - können dann zu Erbrechen und Durchfällen führen. Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen können Reste von Reisgerichten jedoch trotzdem aufgewärmt werden.

Reis richtig aufbewahren und aufwärmen

Die Bakterien selbst werden beim Erhitzen abgetötet und sind in geringen Mengen für den Körper unbedenklich. Jedoch sind die Sporen, aus denen sich während der Aufbewahrung neue Bakterien entwickeln können, resistent gegen die Hitze beim Kochen. Ab bestimmten Konzentrationen der Bakterien bilden diese Giftstoffe, die Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen. Doch das Auskeimen der Sporen kann verhindert werden.

Zunächst sollte der Reis nach dem Kochen rasch heruntergekühlt werden - So kann man verhindern, dass Sporen auskeimen. Zudem wird Reis am besten im Kühlschrank bei etwa 7 Grad oder kühler aufbewahrt - und das nicht länger als 2 bis 3 Tage. Möchte man ihn länger lagern, sollte er eingefroren werden. Außerdem sollte Reis möglichst luftdicht aufbewahrt werden.

Reis aufwärmen ohne Mikrowelle: Diese Möglichkeiten gibt es

Beim Aufwärmen von Lebensmitteln hat das Bundesinstitut für Risikobewertung im Jahr 2008 in einer Stellungnahme eine Mindesttemperatur von 65 Grad empfohlen. Viele benutzen eine Mikrowelle, um Reis aufzuwärmen. Doch für die, die das nicht möchten, bieten sich folgende Möglichkeiten an:

Im Kochtopf

Reis lässt sich schnell und einfach im Kochtopf erwärmen. Dazu wird der Reis durch ein Sieb mit kaltem Wasser ausgewaschen, bis das Wasser nicht mehr trüb ist. Damit wird überschüssige Stärke entfernt. Danach kommt der gewaschene Reis zusammen mit dem Salz und der 6-fachen Wassermenge in einen Topf. Das Wasser wird aufgekocht und die Hitze daraufhin reduziert. Für rund 15 Minuten lässt man den Topf ohne Deckel köcheln. Zuletzt gießt man den fertig gekochten Reis durch ein Sieb ab.

Im Wasserbad

Eine weitere Möglichkeit für das Erwärmen: das Wasserbad. Dazu füllt man einen Topf zur Hälfte mit Wasser und bringt dieses zum Kochen. Der Reis wird dann in einen Gefrierbeutel gegeben, dieser luftdicht verschlossen und und ins Wasserbad gegeben. Nach etwa 10 bis 15 Minuten sollte der Reis im köchelnden Wasser ausreichend aufgewärmt sein.

Mit Wasserdampf

Auch mit Wasserdampf lässt sich Reis aufwärmen. Dazu benötigt man lediglich einen Kochtopf und ein Sieb. Der Topf wird zu einem Drittel mit Wasser gefüllt und zum Kochen gebracht. Anschließend gibt man den Reis in das Sieb und hängt es in den Topf, sodass der Reis das Wasser nicht berührt. Bei geschlossenem Deckel sollte der Reis im Wasserdampf über dem Wasserbad nach etwa 10 Minuten fertig sein. Beim Aufwärmen sollte der Reis gelegentlich umgerührt werden.

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