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Nie wieder Mehlmotten im Vorratsschrank: So wird man sie für immer los

Simone Madre
Simone Madre

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14.12.2022, 09:42 Uhr
Achtung! Mehlmotten fressen sich sogar durch Papier, Plastik oder Pappe, um Lebensmittel zu erreichen.

© Thomas Trutschel/photothek.de via www.imago-images.de Achtung! Mehlmotten fressen sich sogar durch Papier, Plastik oder Pappe, um Lebensmittel zu erreichen.

Mehlmotten können den gesamten Trockenvorrat zerstören und zu einem echten Problem im Haushalt werden. Oftmals entdeckt man die Motten erst, wenn es schon zu spät ist. Dabei sind es nicht die Mehlmotten selbst, die den Schaden anrichten, sondern ihre Raupen. Wie man die Schädlinge am besten mit Hausmitteln bekämpft, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Was sind Mehlmotten?

Die Mehlmotte ist ein Schmetterling aus der Familie der Zünsler. Der Vorratsschädling hat eine Flügelspannweite von 20 bis 25 Millimeter und eine Körperlänge von zehn bis vierzehn Millimetern. Die Mehlmotte ist unscheinbar und bräunlich-grau. In ruhiger Stellung liegen die Vorder- über den Hinterflügeln, sodass der Falter wie ein schmaler grauer Streifen an der Wand erscheint.

Die Larven sind gelblich-weiß mit einem rötlichen oder grünlichen Schimmer und sehen aus wie kleine Schmetterlingsraupen. Der Kopf der Larven ist dunkelbraun gefärbt. Die Mehlmotte ist ein hartnäckiger Vorratsschädling und kommt in Privathaushalten, in Bäckereien, Mühlen, Getreidesilos und Lebensmittelbetrieben vor. Die Mehlmotten-Larve ernährt sich von Mehl und anderen Trockenprodukten, beispielsweise auch von Backwaren, Nüssen, Hülsenfrüchten, Schokolade oder Tiertrockenfutter.

Mehlmotten platzieren ihre Eier am liebsten in trockenen Lebensmitteln. Innerhalb von drei Monaten haben sich kleine Larven entwickelt. Hohe Temperaturen begünstigen diese Entwicklung. Daher herrschen für Mehlmotten im Sommer ideale Bedingungen. Für Menschen besteht dann die größte Gefahr, dass Mehlmotten auftauchen.

Sind Mehlmotten gefährlich?

Die Mehlmotten selbst sind zwar nicht gefährlich, aber sie vermehren sich sehr schnell und ihre Larven kontaminieren Lebensmittel. Der Schaden durch Mehlmotten erfolgt also durch den Larvenfraß und Verunreinigungen durch Kot, abgestreifte Häute und Gespinste. Zudem können die Schädlinge auch Pilze oder Milben einschleppen, die an den Lebensmitteln zurückbleiben. Zudem tritt an den Gespinsten häufig Schimmel auf, weil sich dort Kondenswasser sammelt.

Der Verzehr der befallenen Lebensmittel kann Allergien, Hauterkrankungen und Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Daher sind befallene Vorräte nicht mehr für den Verzehr geeignet und sollten schnellstmöglich entsorgt werden.

Mehlmotten und ihr Nest finden: Wie kann man Mehlmotten erkennen?

Sobald die erste Mehlmotte im Haushalt gefunden wurde, ist schnelles Handeln gefragt. Wo eine Mehlmotte ist, sind auch andere nicht weit. Da Mehlmotten nachtaktiv sind, sollte man bei Verdacht, insbesondere auch bei Dunkelheit die Vorratsschränke überprüfen. Die Lebensmittelverpackungen sollte man zudem sorgfältig auf Löcher untersuchen, denn die Raupen fressen sich sogar durch Papier, Plastik oder Pappe. Aber Achtung: Auch wenn die Packung von außen unbeschädigt ist, kann der Inhalt von Mehlmotten befallen sein.

Mehlmotten bekämpfen: Was tun gegen Mehlmotten?

Besonders wichtig ist es nun, die befallenen Lebensmittel so schnell wie möglich zu entsorgen. Die befallenen Lebensmittel oder Gegenstände sollten in einer verschlossenen Tüte sofort außerhalb der Wohnung in den Müll geschmissen werden. Im Hausmüll können sich die Raupen durch den Müllsack fressen und erneut auf Wanderschaft gehen. Vorsicht: Selbst durch Schraubverschlüsse können Mehlmotten gelangen, wenn diese nicht luftdicht sind. Augenscheinlich nicht befallene Lebensmittel kann man für einige Tage einfrieren oder im Backofen auf circa 70 Grad Celsius erhitzen. Dann sterben eventuell vorhandene Eier ab und neue Larven haben keine Chance, zu überleben.

In unserem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Lebensmittel richtig einfrieren.

Mit diesen Methoden kann man Mehlmotten noch beseitigen:

  1. Pheromonfallen: PheromonfallenAnzeige sind kleine Pappstreifen, die männliche Schädlinge mit einem Sexualbotenstoff anlocken. Die Motten können sich nicht mehr allein befreien und die Fallen können im Anschluss einfach entsorgt werden. Meist reicht das noch nicht aus, um die Mehlmotten loszuwerden, reduziert aber deren Anzahl.
  2. Schlupfwespen: In Baumärkten und Online sind Karten mit SchlupfwespeneiernAnzeige erhältlich. Die winzigen Tierchen schlüpfen wenige Tage später und vernichten die Eier der Lebensmittelmotten. Somit sterben diese allmählich aus. Finden die Schlupfwespen keine Nahrung mehr, sterben sie und zerfallen aufgrund ihrer geringen Größe problemlos zu Hausstaub. Pro Kubikmeter braucht man eine Karte.
  3. Lebensmittel aussortieren: Alle angebrochenen und befallenen Lebensmittelverpackungen müssen sofort entsorgt werden. Einen Befall erkennt man daran, dass sich klebrige Fäden durch die Lebensmittel ziehen oder diese verklumpt sind.
  4. Schränke reinigen: Die Schränke sollten gründlich ausgesaugt werden. Anschließend sollte der Staubsaugerbeutel sofort entsorgt werden. Danach muss man die Schränke gründlich mit Essigwasser auswischen. Achtung: Da die Verpuppung der Larven rund einen Monat dauert, kann es sein, dass immer noch einzelne Schädlinge überleben und in der Wohnung umherschwirren. In diesem Fall ist eine erneute Reinigung nötig, bis alle Mehlmotten verschwunden sind.
  5. Hitze: Ecken und Ritzen Ritzen können nach der Reinigung ideal mit dem Fön behandelt werden. Denn Hitze überleben die Mehlmotten und ihre Larven nicht.
  6. Aufbewahrung von Lebensmitteln: Lebensmittel sollten bestenfalls in fest verschlossene Glas- oder KunststoffbehälternAnzeige umgefüllt werden. Auch andere luftdichte Behälter wie MetalldosenAnzeige oder KeramikbehälterAnzeige eignen sich für die Aufbewahrung.
  7. Fliegengitter: Die ausgewachsene Mehlmotte ist ein Falter und fliegt daher auch durch den Garten. Somit gelangt sie durch geöffnete Fenster und Türen in die Wohnung. Wer an den Fenstern und Türen FliegengitterAnzeige anbringt, ist auf der sicheren Seite und kann problemlos lüften.
  8. Nach Bedarf einkaufen: Bestenfalls sollte man nur nach Bedarf einkaufen und nicht unnötig viele Nahrungsmittel lagern. In jedem Fall sollte man die Vorräte regelmäßig auf einen Mottenbefall kontrollieren.

    Mehlmotten bekämpfen: Die besten Hausmittel

    Bei der Beseitigung und auch der künftigen Abschreckung von Mehlmotten helfen diverse Hausmittel. Das sind die wirksamsten Maßnahmen:

    • Essig: Essig hat sich bei der Beseitigung von Mehlmotten besonders bewährt. Die Schränke können bei einem Mehlmottenbefall einfach gründlich mit Essig ausgewischt werden.
    • Lorbeerblätter: Trockene LorbeerblätterAnzeige können in die Vorratsschränke gelegt oder bei kritischen Lebensmitteln in Einmachgläser mit einem Glasdeckel gefüllt werden. Die Schädlinge können den Geruch nicht leiden und werden in die Flucht getrieben.
    • Nelkenblätter: Gewürznelken haben eine ähnliche Wirkung wie Lorbeerblätter. Daher legt man die Nelkenblätter einfach an den Ort, wo die Lebensmittel gelagert werden. Alternativ kann man auch einige Tropfen NelkenölAnzeige auf kleine Holzstücke geben und diese in den Vorratsschrank legen.
    • Ätherische Öle: Der Duft von LavendelAnzeige oder SandelholzAnzeige hilft bei der Bekämpfung von Mehlmotten. Die Schädlinge können den Geruch nicht leiden und suchen schnell das Weite. Man stellt einfach ein kleines Schälchen mit dem entsprechenden Duft in den Vorratsschrank und die Tierchen werden von den Lebensmitteln ferngehalten.
    • Pfefferminz oder Anis: Duftstoffe können gezielt gegen Mehlmotten eingesetzt werden. Am besten werden Duftsäckchen in die Vorratskammer gelegt. Pfefferminz und Anis sind erfahrungsgemäß wirksam.
    • Natron oder Backpulver: Mit den Hausmitteln Natron oder Backpulver kann eine Mottenfalle schnell gebaut werden. Dazu mischt man vier Teile Natron (beziehungsweise Backpulver) mit einem Teil Mehl und gibt die Mischung in ein Gefäß. Dieses stellt man dann neben die Vorräte. Daraufhin legen die Motten ihre Eier in der Falle ab. Wenn die Larven schlüpfen, überleben sie im Natron bzw. Backpulver jedoch nicht.

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