Krisen-Vorsorge

Notfallvorrat anlegen: Die Checkliste mit allen wichtigen Lebensmitteln

Simone Madre
Simone Madre

E-Mail zur Autorenseite

10.6.2022, 08:46 Uhr

© jarmoluk, Pixabay, LizenzCC

  • Die Bundesregierung empfiehlt einen Vorrat an Lebensmitteln sowie ausreichend Trinkwasser für zehn Tage.
  • Sinnvoll sind Lebensmittel, die lange ungekühlt gelagert werden können.
  • Auch Medikamente und spezielle Nahrungsmittel für Babys oder Tiere sollte man nicht vergessen.

Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass Krisen auch die Menschen in Mitteleuropa treffen können. Auch Hochwasser, Stromausfälle und Stürme treffen Deutschland immer wieder. Deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, Notvorräte zuhause zu haben. Die Bundesregierung empfiehlt einen Vorrat an Lebensmitteln sowie ausreichend Trinkwasser für zehn Tage. Im folgenden Beitrag gibt es hilfreiche Tipps und eine Checkliste mit allen wichtigen Lebensmitteln, die Sie im Notfall vorrätig haben sollten.

Notfallvorrat anlegen: Die Checkliste

Eine Notfallvorrat basierend auf einer Lebensmittel-Checkliste ist für jeden Haushalt empfehlenswert und bietet viel Sicherheit im Ernstfall. Natürlich sollten neben der allgemeinen Checkliste auch die persönlichen Wünsche und Geschmäcker der Familienmitglieder berücksichtigt werden. Zudem sollten Allergien, Unverträglichkeiten oder spezielle Ernährungsweisen in die Planung des Vorrats einfließen.

Babys und Kleinkinder

Wenn Babys oder Kleinkinder im Haushalt leben, sollte natürlich dementsprechend genügend Babynahrung vorrätig sein.

Haustiere

Für Haustiere sollten ebenfalls immer ausreichend Nahrungsmittel zur Verfügung stehen.

Lagerung

Zuerst sollte man sich überlegen, welche Räumlichkeiten zur Lagerung der Lebensmittel geeignet sind. Besonders beliebt sind Speisekammern, Regale in der Garage oder im Keller.

Notvorrat: Lebensmittel

Im Notvorrat befinden sich Lebensmittel, die den Körper auch im Notfall gesund halten und ihn mit ausreichend Kalorien sowie Nährstoffen versorgen. Am besten eignen sich Lebensmittel, die man schnell variieren kann, sodass abwechslungsreiche Gerichte gezaubert werden. Tiefkühlprodukte oder sonstige Produkte aus dem Kühlregal eignen sich nur bedingt, da im Fall eines Stromausfalls die Kühlkette unterbrochen wird. Dann wären die Lebensmittel nicht mehr ausreichend gekühlt und würden schnell ungenießbar werden. Alle Lebensmittel sollten somit bestenfalls auch ohne Kühlsystem haltbar sein. Wer bereits Tiefkühlprodukte im Haushalt hat, kann im Notfall zuerst auf diese zurückgreifen.

Tipps für die Lebensmittel im Notfallvorrat:

- Am besten beschriftet man Lebensmittel ohne Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Einkaufsdatum.
- Alle Lebensmittel sollten kühl, trocken und dunkel gelagert werden.
- Die Menschen sollten auf luftdichte VerpackungenAnzeige achten.
- Neu gekaufte Lebensmittel sollten hinten eingeräumt werden, ältere Nahrungsmittel davor. So können die alten Produkte schneller aufgebraucht werden.
- Um auch ohne Strom und Gas kochen zu können, empfiehlt sich ein CampingkocherAnzeige als Alternative.

Notvorrat: Trinken

Ein Mensch kann zwar rund drei Wochen ohne Nahrung überleben, aber hält nur vier Tage ohne Flüssigkeit aus. Pro Person sollen sich laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe 14 Liter Flüssigkeit pro Woche im Notfallvorrat befinden. Geeignete Getränke sind beispielsweise stilles Wasser, Mineralwasser, Fruchtsäfte oder sonstige Getränke, die lange gelagert werden können.

Neben Nahrungsmitteln und Getränken sollten auch medizinische Produkte immer vorrätig sein. Dafür eignet sich eine gut ausgestattete Hausapotheke.

Hinweise zum Wasservorrat:

Ein nahezu unbegrenzte Verfügbarkeit an Leitungswasser ist in Deutschland selbstverständlich: zum Duschen, Zähneputzen, Händewaschen oder auch zum Trinken. Aber was passiert, wenn das Wasser stunden- oder tagelang nicht aus dem Hahn sprudelt?

Zeichnet sich ab, dass die Versorgung bald gestört sein könnte, sollten Verbraucher das Leitungswasser in größeren Behältern auffangen. Dies gelingt beispielsweise in der Badewanne, mit Eimern, im Waschbecken, in Töpfen und WasserkanisternAnzeige. Um das Wasser länger haltbar zu machen, empfehlen sich EntkeimungsmittelAnzeige aus dem Campinghandel.

Notfallvorrat ohne Hamstern anlegen

Wer Notvorräte anlegen möchte, muss nicht gleich unsinnig große Mengen einkaufen. Das unnötige "Hamstern" in der Corona-Zeit hat schon zu Engpässen bei Toilettenpapier, Nudeln oder Mehl geführt. Dies erschwert die akute Versorgung aller Menschen. Vielmehr ist es empfehlenswert, den Notfallvorrat nach und nach aufzubauen und in einem verträglichen Rahmen zu halten. Wer sich grob an die folgende Checkliste hält, ist auf der sicheren Seite und für jede Krisensituation gewappnet.

Checkliste für den Vorratsschrank:

Der Vorrat muss sich an der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen als auch deren Vorlieben orientieren. Damit der Körper keine Mangelerscheinungen erleidet, benötigt er unbedingt Eiweiß, Fette und Kohlenhydrate. Der durchschnittliche Kalorienbedarf bei Erwachsenen beträgt meist zwischen 2000 und 2200 kcal. Der genaue Wert hängt unter anderem von Geschlecht, Körpergewicht, Alter und den körperlichen Aktivitäten ab.

Die folgenden Mengen Lebensmittel gelten als Richtwert pro Person für einen Zeitraum von zehn Tagen:

20 Liter Getränke: entspricht täglich zwei Litern Flüssigkeit (Wasser, Tee, Säfte)

3,5 kg Getreide und Getreideprodukte: Nudeln, Reis, Kartoffeln, Haferflocken oder Vollkornbrot (abgepackt)

2,5 kg Milch und Milchprodukte: H-Milch, Milchpulver und Hartkäse

1,5 kg Eier, Fleisch und Fisch: Bockwürstchen, Corned Beef, Kalbsleberwurst, Thunfisch, Hering oder Ölsardine aus der Konserve

2,5 kg Obst und Nüsse: Dosenobst oder Obst wie Äpfel, Zwetschgen oder Orangen sowie Rosinen und Nüsse

0,357 kg Fette: Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Margarine

Sonstiges: Zucker, Marmelade, Salz, Gewürze, Süßstoff, Tomatensoße, Mehl, Gemüse aus der Dose, Hülsenfrüchte wie getrocknete Kichererbsen oder Linsen, Salzstangen o.Ä.

Fertiggerichte: Fertigsuppen, Instantbrühe und Dosengerichte nach Bedarf

Die Mengenangaben können variieren, wenn sich Kinder oder Kleinkinder im Haushalt aufhalten. Dann bleibt einfach mehr für die Erwachsenen übrig oder der Vorrat hält länger.

Für Vegetarier gibt es eine spezielle Vorrat-Tabelle. Die Aufteilung ist wie folgt:

Getreide: 3,3 kg, Gemüse: 4 kg, Obst: 2,5 kg, Milchprodukte: 2,5 kg, Ei- oder Fleischersatzprodukte: 1,1 kg und Fette/Öle: 330 g

Wer sich vegan ernährt, sollte die Milchprodukte einfach ersetzen sowie auf Ei verzichten. Hier eignen sich ergänzende Eiweißquellen.

Wer keine Zeit oder Lust hat einen Notfallvorrat selber anzulegen, kann diesen auch online bestellen. Es gibt zum Beispiel fertige Notfallpakete für 10-TageAnzeige und vegetarische Pakete für 5-TageAnzeige.

Warum sollte man sich einen Lebensmittelvorrat anlegen?

Die Corona-Pandemie zeigte eins: Wer zehn Tage Quarantäne angeordnet bekommt, freut sich, wenn er bereits Lebensmittel vorrätig hat und sich nicht mehr um die Beschaffung der Nahrungsmittel kümmern muss. Ein eigener Vorrat bietet Sicherheit und Flexibilität für den eigenen Haushalt. Die Besorgungen, die dann noch zusätzlich benötigt werden, können immer noch von Nachbarn, Familie und Co. erledigt werden.

Für Risikogruppen während der Corona-Pandemie bietet der Notfallvorrat ebenfalls Vorteile, denn die Ansteckungsgefahr durch potenzielle Kontakte beim Einkauf erheblich reduziert wird.

Allerdings ist die Corona-Pandemie nur ein praxistaugliches Beispiel. Aber auch ohne die Anordnung einer Quarantäne eignet sich ein Lebensmittelvorrat für Krisen wie Unwetter, Stürme, Hochwasser, starken Schneefall, Glätte oder bei extremer Hitze.

Ein privater Lebensmittelvorrat bietet viele Vorteile im Alltag: Wenn ein Produkt aufgebraucht wurde, muss man nicht direkt in den nächsten Supermarkt laufen, sondern hat dieses bereits vorrätig. Die Haltung eines gut geplanten Vorrats spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld, da man bei Großeinkäufen Sonderangebote nutzen kann.

Zuletzt ist es auch immer von Vorteil, genügend Lebensmittel vorrätig zu haben, wenn unerwartet Besuch eintrifft. So kann man trotzdem noch ein leckeres Gericht zaubern oder Snacks bereitstellen. Im Anschluss stockt man den Notfallvorrat dann einfach wieder auf.

Tipp: Der Vorrat sollte Stück für Stück aufgebaut werden. Hamsterkäufe sind nicht notwendig. Niemand muss auf einen Schlag alle Lebensmittel einkaufen und vorrätig haben.

Verwandte Themen


1 Kommentar