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Überall wuchern Pilze im Rasen: Was nun?

Simone Madre
Simone Madre

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14.9.2022, 08:16 Uhr
Pilze im Rasen deuten darauf hin, dass etwas nicht stimmt.

© Dominik Kindermann via www.imago-images.de Pilze im Rasen deuten darauf hin, dass etwas nicht stimmt.

Wer an Pilze denkt, hat klassischerweise Hutpilze im Kopf: An der Oberfläche sieht man den sogenannten Fruchtkörper aus Hut und Stil. Der Großteil des Pilzes wächst aber unterirdisch als Geflecht feiner Pilzfäden, die für einen fruchtbaren Boden sorgen. Allerdings gibt es auch Pilze, die als Krankheitserreger fungieren und großen Schaden im Garten anrichten können. Warum die Pilze im Rasen wachsen und wie man sie bekämpfen kann, erfahren Sie hier.

Warum wachsen Pilze im Rasen?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass Pilzsporen in der Luft schweben und unter bestimmten Bedingungen auskeimen. Dann besiedeln sie den Standort. Die unterschiedlichen Pilzarten sind auf verschiedene Gegebenheiten spezialisiert. Vor allem, wenn es feucht und schattig ist, treten Pilze im Rasen auf. Pilze fühlen sich somit in einem stark moosigen Rasen besonders wohl.

Ein Rasenpilzbefall ist grundsätzlich nichts Außergewöhnliches oder Schlechtes. Da Pilze in der Regel andere Standortbedingungen brauchen als Gras, deutet die Anwesenheit der Rasenpilze allerdings auf schlechte Rasenbedingungen hin. Der Rasen ist somit geschwächt und Rasenkrankheiten treten auf. Somit kann man sagen, dass die wichtigste Prävention immer eine optimale Rasenpflege ist.

Was sind Hexenringe?

Ein sehr bekanntes Phänomen bei Pilzen im eigenen Garten sind die sogenannten "Hexenringe". Die Fruchtkörper treten in Ringform auf. Allerdings sieht man die Fruchtkörper manchmal auch gar nicht, sondern nur einen Ring. Dabei wird zwischen drei Typen von Hexenringen unterschieden.

Typ 1: Es sind zwar keine Fruchtkörper zu sehen, aber ein heller Ring aus gelben Gräsern sticht ins Auge. Dieser Ring ist von zwei dunkelgrünen Ringen eingeschlossen.

Typ 2: Bei dieser Form treten die Fruchtkörper mitunter im Sichtfeld auf, sofern die Bedingungen stimmen. In anderen Fällen ist ein einzelner dunkelgrüner Ring im Garten, an dem die Gräser verstärkt wachsen.

Typ 3: Typ 3 ist die auffälligste Form der Hexenringe, da hier die Fruchtkörper im Rasen immer sichtbar sind. Diese können ringförmig angeordnet sein. Dabei kann es auch vorkommen, dass die Gräser im inneren Bereich des Rings gelb sind.

Auch Hexenringe sind erstmal kein Grund zur Sorge. Wer rechtzeitige entsprechende Maßnahmen ergreift und den Rasen bearbeitet, kann einem weiteren Auftreten vorbeugen.

Sind Fruchtkörper sichtbar, trennt man diese mit einem Messer ab, damit sich die Sporen nicht weiterverbreiten. Mit einer Grabgabel kann man den Rasen auflockern und somit für eine gute Durchlüftung des Bodens sorgen. Wer den Rasen sandet, erhöht die Durchlässigkeit. Danach sollten Gartenfreunde neue Gräser in die betroffenen Stellen einsäen.

Achtung: Beim zukünftigen Rasenmähen sollte das Schnittgut entfernt werden, um die Oberfläche des Rasens nicht zu verfilzen.

Welche Pilzkrankheiten gibt es im Garten?

Im Garten gibt es eine Vielzahl von Pilzarten, die Hobby-Gärtnern Probleme bereiten. Zu den typischen Rasenerkrankungen zählen:

· Schneeschimmel (helle Flecken im Rasen mit einem rötlich-braunen Rand)
· Rotspitzigkeit (rot-bräunlich gefärbte Grashalme)
· Wurzelfäule durch Pythium-Pilze (braune Flecken im Rasen)
· Rasenrost (orange-rötliche Flecken auf dem Gras)
· Mehltau (weißer, später bräunlicher Belag)
· Graufäule (grauer, samtiger Belag)
· Hexenringe (Typ 1 bis 3)
· Dollarfleckenkrankheit (kleine vertrocknete Stellen im Gras)

Pilze im Rasen: Was kann man tun?

Die Fruchtkörper sind in der Regel für Gartenbesitzer ein rein optisches Problem, das schnell behoben werden kann. Wenn man die Pilze aber ganz loswerden möchte, sollte man die Hüte vorsichtig entfernen, um die Sporen nicht zu verbreiten. Dazu werden die Pilzhüte mit Stiel so dicht wie möglich über dem Boden abgezupft (dabei entstehen Löcher im Rasen). Noch wirkungsvoller ist es, die Pilzhüte großzügig auszustechen. Sie sollten nicht im Kompost, sondern im Restmüll entsorgt werden.

Die Pilze auf dem Rasen sollte man zudem nicht mit dem Rasenmäher entfernen, da sich die Sporen sonst verteilen und die Zahl der Pilze weiter zunimmt.

Pilze im Rasen entfernen: So funktioniert es

· Bodenqualität verbessern und den Rasen stärken - mithilfe einer Bodenanalyse (Anzeige)
· Den Rasen regelmäßig düngen, schneiden und vertikutieren
· Wenn im Rasen immer wieder Pilze auftreten, sollte man diesen entfilzen
· Bei einem Boden, der zu Staunässe neigt, kann man vertikutieren und dann Sand einarbeiten

Rasen entkalken

Auf saurem Boden können Pilze besonders gut gedeihen. Ist der Boden sauer, sollte man ihn kalken, wobei der Kalk den pH-Wert des Bodens anhebt.

Beispiel: Bei einem leichten Boden (pH-Wert unter 5,5) reichen 150 Gramm Kalk pro Quadratmeter zur Anpassung, während es bei lehmigen Böden teilweise 250 Gramm pro Quadratmeter sein sollten. Wenn der Boden einen pH-Wert über 6,9 hat, muss man diesen nicht kalken.

Hausmittel gegen Pilze im Rasen

Hausmittel sind bei Hutpilzen im Rasen kein Wundermittel. Zwar liest man manchmal, dass Rohmilch und Molke auf den Pilzbefall gesprüht werden können. Auch Knoblauch soll als Hausmittel gegen Pilze helfen. Dabei geht es allerdings um Pilzerkrankungen wie Mehltau. Dieser kann auch den Rasen befallen, allerdings in Form von einem Belag und Flecken auf den geschädigten Grashalmen. Zudem sterben viele Halme ab.

In diesem Fall sollte man den Rasen relativ kurz halten und nach dem Mähen keinen Rasenschnitt liegen lassen. Auch herabfallendes Laub sollte entfernt werden, damit der Rasen nicht zu feucht wird.

Hilft Natron als Hausmittel gegen Pilze im Garten?

Natron ist ein natürliches, aber wirksames Fungizid bei der Behandlung von Pilzerkrankungen wie Graufäule oder Mehltau. Dabei geht es also ebenfalls nicht um die klassischen Hutpilze im Rasen, sondern um Gartenpflanzen, deren Blätter und Früchte Flecken oder einen Belag aufweisen. Wer Natron mit Wasser mischt, sorgt dafür, dass sich Kohlendioxid freisetzt. Abhängig von der Stärke des Befalls löst man zwei bis fünf Esslöffel Natron in einem halben Liter Wasser auf und füllt die Mischung in eine Sprühflasche. Danach sprüht man die Mischung mehrmals am Tag auf die betroffenen Pflanzenteile. Was Natron alles im Garten bewirken kann, erfahren Sie in unserem Beitrag.

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