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Corona in der Region: Drei neue Fälle in Bayern entdeckt

Patient aus Nürnberg wird in Karlsruhe behandelt - Familie zeigt Symptome - 29.02.2020 18:33 Uhr

In Mittelfranken gibt es mit Erlangen und Nürnberg die ersten Corona-Fälle. Für besondere Aufregung sorgt die Infektion eines 61-Jährigen in der Hugenottenstadt: Denn bei ihm handelt es sich um einen Oberarzt der Hautklinik des Universitätsklinikums, der von Montag bis Mittwoch noch an seinem Arbeitsplatz tätig war.

Der Dermatologe hatte am vergangenen Wochenende bei einem Ärzte-Workshop in München Kontakt mit einem italienischen Kollegen, der nach seiner Rückkehr nach Italien positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde. Daraufhin wurde der Mitarbeiter der Uniklinik als Kontaktperson identifiziert und ausfindig gemacht.

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Inzwischen ermittelte das Staatliche Gesundheitsamt Erlangen 47 Personen, die seit 24. Februar Kontakt zu dem Betroffenen hatten. Darunter sind insgesamt 27 Mitarbeiter und Patienten, die engeren Kontakt zum Erkrankten hatten. Diese engeren Kontaktpersonen wurden häuslich isoliert und auf das Virus getestet.


Corona-Virus sorgt in Nürnberg für erste Hamsterkäufe 


Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) und Landrat Alexander Tritthart (CSU) wollen derweil die weitere Entwicklung abwarten und bisher keine Großveranstaltungen absagen. Auch Schulen und Kindergärten in der Stadt und im Landkreis öffnen nach bisherigem Stand nach den Faschingsferien am Montag in gewohnter Weise. Doch zieht der Fall in Erlangen schon weitere Kreise: Auch ein niedergelassener Orthopäde, der zu dem Uniklinik-Mitarbeiter Kontakt hatte, und seine Frau sind in häuslicher Quarantäne. Die beiden sind aber, wie der Mediziner unserem Medienhaus sagte, nicht infiziert.

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Ein Mann aus Nürnberg hat sich ebenfalls mit dem Virus angesteckt. Er hatte auf einer Geschäftsreise in Baden-Württemberg Symptome bemerkt und wird jetzt in Karlsruhe behandelt. Seine beiden Kinder sowie seine Schwiegermutter befinden sich ebenso in häuslicher Quarantäne. 

Weitere Messen verschoben

Trotz des Erlanger Falls sind in Bayern derzeit keine größeren Einschränkungen geplant. "Wir sehen noch nicht die Notwendigkeit, Schulen zu schließen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Auch Großveranstaltungen werden im Freistaat bisher nicht abgesagt.


Kommentar: Vorratskäufe wegen Corona dienen nur der Vorsicht 


Allerdings wurden nach der Waffenmesse IWA Outdoor Classic mit dem Duo Fensterbau Frontale und Holz-Handwerk weitere Messen in Nürnberg verschoben. In Berlin wurde die Internationale Tourismusbörse (ITB) abgesagt.

In Deutschland sind nach Ansicht eines Experten hohe Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus zu erwarten. "Es werden sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent infizieren, aber wir wissen nicht, in welcher Zeit", sagte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité. "Das kann durchaus zwei Jahre dauern oder noch länger." Problematisch werde das Infektionsgeschehen nur, wenn es in komprimierter, kurzer Zeit auftrete, so der Experte weiter.

 

Vier Verdachtsfälle auf den neuen Erreger gab es in den vergangenen Tagen im Landkreis Ansbach, drei davon haben sich bislang schon nicht bestätigt. In der Fränkischen Schweiz wiederum stehen nun die Amateurfußballer von gleich drei Vereinen unter Beobachtung. Anfang der Woche waren die Spieler und Betreuer vorzeitig aus dem Trainingslager vom Gardasee zurückgekehrt, ein Großteil von ihnen muss zuhause bleiben.

Am frühen Samstagabend hat das Gesundheitsministerium drei neue Corona-Fälle in Oberbayern bestätigt. Einzelheiten wollen die Behörden erst am Sonntag nennen.

sc/gc/re/hak/aar/dpa E-Mail

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