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Corona: Schulen in Erlangen warten auf die Selbsttests

Freistaat versorgt erst Personal an Schulen mit Testkits, dann Schüler im Präsenzunterricht - 04.03.2021 17:00 Uhr

Mittlerweile gibt es verschiedene Corona-Testmöglichkeiten: Schnelltests wie hier im Bild, Selbsttests und die Pooltests, die in einem Projekt in Erlangen und dem Landkreis erprobt werden.

04.03.2021 © Klaus-Dieter Schreiter


Vom Freistaat Bayern wurde angekündigt, dass alle Schulen mit Selbsttest-Kits beliefert werden sollen. 1,32 Millionen Selbsttests wurden vom Freistaat bestellt. Ausgeliefert werden sollen die Tests bereits ab dieser Woche – jedoch zuerst in Städte mit hoher Inzidenz.

Dazu gehört Erlangen nicht. Bei der Führungsgruppe Katastrophenschutz der Stadt Erlangen bereitet man sich dennoch bereits logistisch darauf vor, vom Freistaat Testkits zu bekommen, die von der Stadt dann an Schulen und Kindertagesstätten ausgeliefert werden. "Dies wird vermutlich aber erst nächste oder übernächste Woche stattfinden", heißt es  bei der Pressestelle der Stadt.

Vorrangig wird das Personal versorgt

Vorrangig soll mit den Selbsttests zunächst das Personal versorgt werden. Für Schüler kann laut Freistaat erst nachrangig geliefert werden, weil noch nicht genug Tests da sind. Zehn Tests pro erwachsener Person sind für die ersten fünf Wochen vorgesehen. Schüler sollen weniger testen: Pro Person ist die gleiche Anzahl von Tests für einen Zeitraum von zehn Wochen vorgesehen.

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Anders als bei Antigentests, also Schnelltests, bei denen ein Abstrich im hinteren Bereich des Rachens oder der Nase genommen werden muss, wird bei den Selbsttests gleich vorn in der Nasenhöhle der Abstrich genommen. Kinderleicht also, ähnlich wie Nasenbohren – so wird in Österreich, wo diese Tests an Schulen bereits eingesetzt werden, dafür geworben. Dennoch sollen die Selbsttests in Bayern nicht ohne Weiteres für alle, sondern für erwachsenes Personal und für Schüler ab 15 Jahren an die Schulen gebracht werden, wie Siegfried David, Leiter des Staatlichen Schulamts Erlangen, erklärt.

Mobile Testteams an Schulen?

Schüler, die jünger als 15 sind, sollen von geschultem Personal getestet werden. Er würde sich wünschen, so David, dass dafür mobile Testteams an die Schulen kommen. Ältere Schüler sollen die Selbsttests mit nach Hause nehmen. Allein in den Grundschulen und den Abschlussklassen der Mittelschulen in Stadt und Landkreis sind es 9000 Schüler, die derzeit im Präsenzunterricht sind und denen die Testungen angeboten werden sollen.

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Doch was ist, wenn Eltern ihre Kinder nicht testen lassen wollen? Dürfen diese dann nicht mehr in die Schule kommen? Es sei ein rein freiwilliges Angebot, betont der Schulamtsdirektor. Schulen hätten keine Handhabe, Schüler in den Distanzunterricht zu schicken, wenn sie sich nicht testen (lassen).

Angebot an alle Schulen

Es ist außerdem ein Angebot, das der Freistaat allen Schulen macht, also auch denjenigen, die bereits etwa beim Projekt der Pooltests in Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt  mitmachen. Dazu gehört unter anderen die Hedenus-Mittelschule. "Wir machen die Pooltests, aber natürlich wünsche ich mir schon, dass wir von der Regierung Unterstützung bekommen", sagt Schulleiterin Jutta Dirr. "Im Moment nehmen wir einfach alles an, was uns Sicherheit gibt. Wir fühlen uns genauso unsicher wie alle anderen auch und wollen natürlich, dass die Schüler zu uns in eine sichere Schule kommen können."

Bereits vor Weihnachten wurden drei Lehrer geschult, damit sie Antigen-Schnelltests bei den Schülern machen können. "Wenn uns die Schreiber-Stiftung weiter unterstützt, würden wir das als Alternative zu den Pooltests anbieten", sagt Dirr. "Wir freuen uns, wenn wir jedem Kind einen Test anbieten können, bei dem es sich wohl fühlt."

ek

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