Spektakulärer Holzbau in Bubenreuth: So sieht's bei den "Blockhelden" aus

10.3.2021, 05:02 Uhr

© Foto: Klaus-Dieter Schreiter

"Alles perfekt", frohlockt Simon Brünner, Geschäftsführer der "Blockhelden", und deutet auf die extravagante Holzkonstruktion, die in der Sonne leuchtet. "Die Planung stammt komplett von mir", strahlt er. Fünf Architekten habe er beauftragt, um Entwürfe für die Boulderhalle zu machen, doch die Ergebnisse seien allesamt "katastrophal" gewesen.

Nicht etwa, weil die Architekten nicht gut gewesen seien, sondern "weil das Boulderhallenthema einfach so neu ist, dass die Architekten keine Erfahrung damit hatten". Trotz eines "Riesen-Briefings" hätten sie die Ideen der "Blockhelden" nicht umsetzen können. Darum habe er mit der eigenen zehnjährigen Boulderhallen-Erfahrung die Halle komplett selbst entworfen und dann einen Architekten eingestellt, der die Detailzeichnungen angefertigt hat.

Zwei mächtige Sechsecke

Was dabei entstanden ist, ist schon jetzt ein echter Hingucker. Das Grundgerüst besteht aus zwei mächtigen Sechsecken, die miteinander verbunden sind. Diese komplizierte Konstruktion sei eine große Herausforderung für den Holzbauer, sagt Brünner. Äußerst präzise müsse da alles gefertigt werden, damit es am Ende auch zusammenpasst. 1200 Kubikmeter Holz sind dabei verbaut worden, 1100 Tonnen CO₂ würden durch den Holzbau der Umwelt entzogen, rechnet der Geschäftsführer vor.

Diese Holzkonstruktion sei nicht nur der größte offene Holzbau mit Personenlast in Deutschland, inzwischen wisse man auch, dass es tatsächlich die größte Boulderhalle der Welt sei, strahlt Simon Brünner. Die später darin einmal geschraubten Routen – die Halle möchte man "Frankenjura" nennen – seien von einfach bis höchst anspruchsvoll. "Die schwierigste wird nicht einmal unser Erlanger Kletterer Alexander Megos schaffen", vermutet Brünner.

Acht Zwischenebenen

In der neuen Bubenreuther Kletterhalle wird es acht verschiedene Zwischenebenen geben, verspielt sind sie aufgebaut, und alle seien wunderschön und aufregend zu begehen, verspricht Brünner. "Es wird richtig Spaß machen, hier zu bouldern." Die Gemeinde Bubenreuth plant ein Parkhaus direkt nebenan. An deren Front zur Boulderhalle hin kann sogar eine Tribüne aufgebaut werden, um bei großen Veranstaltungen genügend Zuschauer aufnehmen zu können.

In der Halle selbst gibt es neben den Kletterebenen einen Kraftsport-raum, einen Yogaraum, einen Regenerationsbereich und eine eigene Kinder-Boulderhalle. Auch ein Klettershop und ein Restaurant mit Außenbereich sind vorgesehen. Eröffnung feiern will man auf jeden Fall irgendwann im Herbst. Wann das genau sein wird, sei vor allem wegen der durch die Corona-Pandemie entstandenen organisatorischen Mehraufwendungen noch nicht klar, meint der Geschäftsführer. In den nächsten Tagen sollen bereits die Außenwände angeliefert werden. Die kommen von der Herstellerfirma im Allgäu in einem Stück als polizeibegleitete Schwertransporte.

"Das wird wieder eine spektakuläre Angelegenheit", freut sich Simon Brünner. Ebenso spektakulär wie der gesamte 8,5 Millionen teure Holzbau.

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