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Gelbe Tonne ab 2021: Kreis Forchheim ist für Leerung alle vier Wochen

Systembetreiber waren gegen Leerung alle zwei Wochen - 19.12.2019 12:55 Uhr

Eine Szene in der Nürnberger Innenstadt. Auch im Landkreis Forchheim kommt die Gelbe Tonne. Wie oft soll sie geleert werden? Bislang herrschte Uneinigkeit darüber – doch nun sprachen sich die Kreispolitiker für einen vierwöchigen Rhythmus ab 2021 aus.

19.12.2019


2021 kommt die Gelbe Tonne in den Landkreis, steht seit Ende November fest. Das ist auch gut so, war die einhellige Meinung der Kreispolitiker in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Natur. Die Ansichten der Bürger waren zuvor auf den Seiten der Nordbayerischen Nachrichten durchaus verschieden. Doch bislang herrschte im Gremium noch Uneinigkeit, ob die Tonne alle zwei oder vier Wochen geleert werden soll.

Der Landkreis verhandelt derzeit mit den Systembetreibern, die sich um die Entsorgung der Tonnen kümmern. Diese seien aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen gegen eine zweiwöchige Leerung. Die Müllautos wären schließlich doppelt so häufig unterwegs. Im Frühjahr 2020 muss sich der Landkreis um die Ausschreibung kümmern. Gehen die Betreiber nicht auf die Forderungen ein, bliebe dem Kreis nur die Möglichkeit zu klagen.

 

"Wir müssen schnell und rechtssicher handeln", meinte Heinrich Kögel, der Chef der Abfallwirtschaft im Landkreis, in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses. Einige man sich zusammen mit den Betreibern auf eine vierwöchige Leerung, könne man immerhin aushandeln, dass die zusätzliche Abgabe von Plastikmüll auf Wertstoffhöfen weiterhin möglich sein müsse.

Andere Landkreise als Vorbild

"In anderen Landkreisen wie Neustadt/Aisch-Bad Windsheim klappt das mit der vierwöchigen Leerung auch gut", meinte Roland Kraus (Grüne). Darüber hinaus könnten sich Bürger auf eigene Kosten eine zusätzliche gelbe Tonne anschaffen, das würden aber die wenigsten machen. "Sechs Gelbe Säcke passen in eine Tonne, so viel kommt doch in einem Monat nicht zusammen", so Kraus.

"Es ist richtig, die Gelbe Tonne einzuführen", meinte SPD-Kreisrat Wolfgang Fees. Das solle nun so schnell und gut wie möglich umgesetzt werden. "Auch im Landkreis Bayreuth haben die Bürger mit der vierwöchigen Leerung der Tonne seit zwei Jahren keine Probleme", so Fees.

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"Es ist wichtig, dass das Ganze ökologisch vertretbar ist. In einer Tonne lässt sich der Müll auch verdichten", betonte Konrad Rosenzweig (CSU). Bei den dünnen Säcken, die oft rissen, sei das nicht gegangen. "Und wenn doch einmal mehr zusammenkommt, kann man doch beim Nachbarn fragen, ob noch Platz in der Tonne ist", so Rosenzweig.

Erzieherischer Aspekt

"Die Gelben Säcke sind immer schnell gerissen, bei Wind hat es Müll auf die Straße geweht", sagte Sebastian Körber, FDP-Kreisrat und Landtagsabgeordneter. Das sei ungünstig gewesen. "Wenn die Gelbe Tonne alle vier Wochen geleert wird, hat das auch einen erzieherischen Aspekt. Das ist gut", meinte Körber. So sei jeder einzelne Bürger automatisch dazu angehalten, weniger Plastikmüll zu produzieren. "Das diszipliniert einen", so Körber.

Bei der anschließenden Abstimmung sprachen sich alle Kreispolitiker des Umweltausschusses für eine vierwöchige Leerung der Gelben Tonnen aus. Das entspricht auch dem Wunsch der Systembetreiber.

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