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Donnerstag, 06.08.2020

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Oesdorf: Kleine Fußball-Pioniere in der Corona-Zeit

37 Jungs nahmen am ersten Feriencamp des Nürnberger Clubs im Sommer 2020 teil - 30.07.2020 13:45 Uhr

Die Mund-Nasen-Masken mussten die Jungs nur in den Pausen aufsetzen.

© Foto: Ralf Rödel


Die Burschen zwischen sechs und 13 Jahren ziehen dann brav ihre Mund-Nasen-Bedeckung über, die stets in der Sporthose steckt.

Beim DJK-SC Oesdorf hat man lange gewartet, ob man das Camp in Zusammenarbeit mit dem 1. FC Nürnberg heuer stattfinden lassen soll (siehe auch das Interview mit dem Vereinsvorsitzenden Peter Münch).

Der TSV Georgensgmünd beispielsweise hat das gleiche Event vor einer Woche noch ausfallen lassen, weil es zu viele Unwägbarkeiten gab. Im Aischgrund hingegen findet es nun derzeit statt: Das erste Feriencamp des Nürnberger Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) 2020 im Freien.

 

((Content Ad)Simon Röthlein, der Leiter des fünfköpfigen Trainerteams aus der Noris: "Wir hatten ein Indoor-Camp in den Faschingsferien – und dann kam Corona."

Auch Cheftrainer Simon Röthlein freut sich über den Restart.


Und ab da ruhte auch im NLZ lange der Ball. Und der Nachwuchs des Profivereins hatte es nicht besser als so mancher Dorfklub. Denn am Valznerweiher durften nach den strengen Hygiene-Auflagen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nur eine Mannschaft üben, nämlich der Zweitligakader des FCN. Das ging bis Mitte Juni, ab 1. Juli begann das reguläre Training der Jugendmannschaften wieder. Zeitgleich stiegen auch die Kinder und Jugendlichen in Oesdorf wieder in den Trainingsbetrieb ein.

"Jungs wollen den Wettkampf"

"Auch gleich mit Körperkontakt", wie Vorsitzender Peter Münch betont. "Ohne ist es kein richtiger Fußball, das reicht den Jungs auf Dauer nicht, die wollen den richtigen Wettkampf und das Messen."

Übersteiger, Dribblings und auch Zweikämpfe: Die jungen Teilnehmer am Ferien-Fußballcamp des 1. FC Nürnberg genossen es sichtlich, auf der hervorragenden Anlage in Oesdorf wieder richtig kicken zu dürfen.

© Foto: Ralf Rödel


Das ist auch dem Nürnberger Nachwuchstrainer Röthlein bewusst, aber er und sein Team hatten sich auf den Fall der Fälle vorbereitet: Falls die Politik plötzlich wieder ein Kontaktverbot ausgesprochen hätte, wäre man vorbereitet gewesen. Das Alternativprogramm hätte zahlreiche Übungsformen um die Themen Torschuss, Koordination und Passspiel beinhaltet.

"Fast alles erlaubt"

Dass es so nicht gekommen ist, dürfte den Teilnehmern gefallen haben, die von Montag bis Mittwoch jeweils von 10 bis 16 Uhr dem Ball hinterherjagen. Münch: "Es ist ja jetzt doch fast alles erlaubt, da werden sie ihren Spaß haben."

Ganz kurzfristig war auch die Verpflegung gestattet. Binnen einer Woche verpflichteten die Oesdorfer noch einen Caterer, der die Jungs (Mädchen hatten sich heuer nicht angemeldet) in der Mittagspause mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Die hat sich durch Corona ebenfalls geändert. Es sitzen nicht alle bunt durcheinander, sondern es gibt getrennte Zonen für die vier Gruppen, die nach aktuellen Club-Profis wie Hanno Behrens oder Christian Mathenia benannt wurden.

"Platzverweis" für Eltern

Noch ein paar Unterschiede zu sonst listet Vereinschef Münch auf: "Normalerweise drängen sich die Eltern am Spielfeldrand und schauen ihren Kindern zu. Die durften sie diesmal nur am Sportplatz raus lassen und dann nach Hause oder in die Arbeit fahren."

Ein weiterer Aspekt der Kooperation mit dem 1. FC Nürnberg fiel heuer ebenso unter den Tisch: Üblicherweise dürfen Jugendtrainer des DJK-SC am Valznerweiher hospitieren, um sich professionelle Anregungen für die eigene Arbeit zu holen – wegen Corona musste man davon Abstand nehmen.

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