ErlebnisMuseum Cadolzburg

Auf der Cadolzburg: "Was wollen Jugendliche erleben?"

16.5.2021, 21:00 Uhr
Den Familientag würden Uta Piereth und die Museumsmacher – wie 2020 – auch heuer gerne auf der Cadolzburg veranstalten. Ob das klappt, ist noch ungewiss.

Den Familientag würden Uta Piereth und die Museumsmacher – wie 2020 – auch heuer gerne auf der Cadolzburg veranstalten. Ob das klappt, ist noch ungewiss. © Foto: Brigitte Riemann

In diesen Zeiten eine Ausstellung zu planen – ist das nicht etwas verwegen, Frau Piereth?

Wir wissen natürlich nicht, welche konkreten Auflagen es geben wird, wenn die Sonderausstellung am 22. Juli beginnt. Aber ich bin, auch mit Blick auf die Erfahrungen im vergangenen Jahr, sehr zuversichtlich, dass wir das mit entsprechenden Hygienekonzepten gut hinbekommen. Allerdings gilt: Wir müssen auf Sicht fahren.


Cadolzburger Erlebnismuseum ist Publikumsmagnet


Uta Piereth (55) arbeitet seit 2007 für die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung (BSV). Die Kunsthistorikerin betreut als Referentin die Cadolzburg mit dem 2017 eröffneten Erlebnismuseum.

Uta Piereth (55) arbeitet seit 2007 für die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung (BSV). Die Kunsthistorikerin betreut als Referentin die Cadolzburg mit dem 2017 eröffneten Erlebnismuseum. © Foto: Thomas Scherer

Was gab es denn mit Blick auf die Pandemie im vergangenen Jahr im Erlebnismuseum zu erleben?

Im Sommer und Herbst war mit den Lockerungen einiges möglich. Wir haben zum Beispiel neue Führungen im Außenbereich etabliert: der Burgvorhof, die zwei Innenhöfe, die Wehrtechnik, der Burggarten. Auf diese Weise ist es gelungen, sich Dingen zu widmen und den Besuchern nahe zu bringen, die ansonsten im Normalbetrieb eher knapp thematisiert werden oder sogar ganz hinten herunterfallen.

Was planen Sie aktuell?

Es ist kompliziert: Generell können die Häuser der Schlösser- und Seenverwaltung, also auch das Museum auf der Cadolzburg, nur öffnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenzwerte vor Ort stabil mindestens fünf Tage unter 100 liegen. Wann das hier im Landkreis Fürth der Fall sein wird, ist momentan mit einem Datum nicht abzusehen. Außenführungen können zwar mit Anmeldung, negativem Coronatest, Maskenpflicht und Abstandsgebot ab 21. Mai angeboten werden – aber nur dort, wo eben auch die Häuser geöffnet sind. Vor diesem Hintergrund hoffen wir, dass wir bald eine Reihe von Angeboten im Außenbereich der Burg realisieren können. Wir würden im Sommer gerne ein Ferienprogramm machen – natürlich coronakompatibel – genau wie unseren Familientag. Im Herbst soll im Rahmen des Jahresmottos eine weitere Ausstellung stattfinden. Ritterburgen gibt es nicht erst seit Playmobil. Wir zeigen Modelle aus Elastolin, dafür haben wir einen Sammler gewonnen. Wir haben also viel vor und lassen uns nicht kleinkriegen.

Was bietet "Junges in alten Gemäuern?"

Die Ausstellung gliedert sich in drei Kapitel. Wie haben junge Menschen früher, also im Spätmittelalter, hier gelebt, wie wurden die Prinzen und Prinzessinnen erzogen? Das werden wir in Bildern und Texten erzählen. Es folgt der Blick auf die Burg nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie haben die Kinder und Jugendlichen die Ruine erlebt: als Abenteuerspielplatz oder Ort für alle Arten von Entdeckungen? Welche Freuden, Ängste und Hoffnungen verknüpften sie damit? Und schließlich wollen wir wissen, wie junge Leute der Burg heute begegnen.

Wie können die Menschen zu der Ausstellung beitragen?

Wer mag, kann sich gerne bei uns melden und uns eigene Erlebnisse mitteilen. Das kann schriftlich geschehen. Wer will, und es sich zutraut, vor eine Kamera zu treten, kann uns ein Interview geben. Wir sind da völlig offen. Schön wäre es auch, wenn es Erinnerungsstücke gibt, die in Verbindung mit der Burg stehen oder die jemand früher dort gefunden hat. Wir würden sie uns anschauen und eventuell in die Ausstellung integrieren. Mit den jungen Menschen von heute sind wir schon weiter.

Inwiefern?

Es gibt eine Kooperation mit dem Jugendforum Cadolzburg. Ursprünglich wollten sich die Teilnehmer bereits in den Osterferien treffen und in Gruppen darüber sprechen, was sie mit der Veste verbinden. Das passiert aber nun nächste Woche alles im digitalen Format. Unser Museumspädagoge Maximilian Keck wird die Burg dabei zunächst allen vorstellen. Dann kann die Diskussion beginnen. Wir möchten gerne wissen, welche Dinge die Jugendlichen interessieren, die vielleicht im Museum nicht dargestellt werden. Was würden sie gerne thematisieren oder hier erleben? Sobald das wieder erlaubt ist, wird sich mein Kollege mit ihnen in der Burg treffen. Dann sollen zu den Wunschvorstellungen beispielsweise auch Handyfilmformate entstehen.

Wer etwas zur Sonderausstellung "Junges in alten Gemäuern" beitragen will, kann das unter Telefon (09103) 70086 22 oder per Mail an burg-cadolzburg@bsv.bayern.de tun. Hier erfährt man auch Wissenswertes zu den Angeboten und kann sich anmelden. Informationen zur Öffnung finden sich unter https://www.schloesser.bayern.de/deutsch/aktuell/aktuell/coronainfo-faq.htm#liste

Bayern macht sich locker: Auf der Cadolzburg ist das Erlebnismuseum zwar noch geschlossen, doch Vorbereitungen laufen. Das Jahr steht unter dem Motto "Jugend auf der Burg". Passend dazu soll es zwei Sonderausstellungen geben. Bei "Junges in altem Gemäuer" hoffen die Museumsmacher auf die Mithilfe der Bevölkerung: Uta Piereth erläutert im Interview, um was es sich dreht.

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