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Corona in Steiner Hort: Gesundheitsamt sorgt für Verwirrung

Nicht in Quarantäne? Vater des infizierten Kindes handelte vorbildlich - 14.10.2020 05:58 Uhr

Wer mit einer positiv getesteten Person Kontakt hatte, muss daheim in Quarantäne bleiben.

© Ralf Rödel


Während alle betroffenen Betreuerinnen und Kinder bis 23. Oktober ihr Zuhause nicht verlassen dürfen und getestet werden, sah die Situation beim Vater anders aus: "Ich habe mich freiwillig in Quarantäne begeben", sagt Florian Meister (Name geändert). Denn: Das Gesundheitsamt des Landkreises hatte sich bis Dienstagmittag nicht gemeldet.

Testergebnis am Sonntag

Florian Meister ist geschieden, sein Sohn Paul ist jedoch – wie zuletzt von Freitag bis Sonntag – auch bei ihm. Vater und Sohn besuchten am Wochenende eine andere Familie, darunter eine Frau, die als Krankenschwester arbeitet. Erst am Sonntagnachmittag erfuhr der Vater von Pauls positivem Testergebnis. Auch die Krankenschwester blieb freiwillig ihrem Arbeitsplatz fern, wurde als Kontaktperson aber ebenfalls nicht von den Behörden informiert.

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Wie Meister weiter berichtet, hat seine Ex-Frau, die angewiesen wurde, sich in Quarantäne zu begeben, auf Aufforderung des Gesundheitsamtes alle Kontaktpersonen Pauls aufgelistet.


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"Ich habe versucht, das Gesundheitsamt zu erreichen, um weitere Verhaltenshinweise zu erhalten", sagt der Vater. Nach vielen Versuchen bekam er einen Ansprechpartner ans Telefon. Zu seinem Entsetzen erhielt er folgende Auskunft: "So lange Sie nichts von uns hören, müssen Sie nicht in Quarantäne."

Auskunft nicht nachvollziehbar

Eine Aussage, die Christian Ell nicht nachvollziehen kann. Wer weiß, dass er Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatte, "muss sich in Selbstisolation begeben, bis sich das Gesundheitsamt meldet", sagt der Sprecher des Landratsamtes. So sollte die Auskunft lauten, die Mitarbeiter fragten deshalb auch gezielt nach.

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Im vorliegenden Fall hätte die Behörde die Kontaktliste am Montag erhalten und gestern damit begonnen, die Personen abzutelefonieren. Hinzugekommen sei aber, dass der Vater im Landkreis Ansbach wohne und die Angelegenheit an die dortigen Kollegen weitergeleitet wurde.

Florian Meister bekam deshalb am Dienstag zwei Anrufe – zunächst am Mittag aus Zirndorf und später dann aus Ansbach. Jetzt ist klar: Er muss zuhause bleiben und sich testen lassen. Die Mitarbeiter aus dem Gesundheitsamt der Markgrafenstadt, sagt der Vater, hätten sich bei ihm wegen seines umsichtigen Verhaltens sogar bedankt.


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bd/heh

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